Höchberg

Papa Tobi und die jungen Wilden

Tobias Riedner mit seinen Söhnen Oskar (4 Jahre) und Theo (2 Jahre)
Foto: Alexander Rausch | Tobias Riedner mit seinen Söhnen Oskar (4 Jahre) und Theo (2 Jahre)

Liebevoll schallt „Papa Tobi“ aus dem Wohnzimmer. Oskar und Theo wollen mit ihrem Papa in der Playmobil-Arena Tipp-Kick-Fußball spielen. Die beiden Jungs sind Tobias Riedners ganzer Stolz. Allerdings sind sie nicht die einzigen, die den Routinier so nennen. Denn auch Teamkollegen wie Christian Ettinger oder Alexander Priesnitz rufen ihren Mitspieler und Co-Trainer so.

„Vor kurzem trug ich den Arztkoffer zum Platz, als Alex an mir vorbeilief und meinte: ,Papa Tobi passt wieder auf uns auf.‘“, schmunzelt Riedner über die Szene vor dem Duell gegen Tabellenführer Karlburg. Es war ein Ausdruck von Wertschätzung und Respekt. Denn der spielende Co-Trainer ist mit seinen 33 Jahren mit Abstand der Älteste im Höchberger Team, in dem keiner ein Kind der 1980er ist.

Die Mitspieler schätzen Riedner. Denn er hat für seine jungen Schützlinge immer ein offenes Ohr und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Er gibt Erfahrungen weiter und weist ihnen den Weg. Genau so, wie er es mit seinen beiden Jungs auch macht. Allerdings sei es manchmal etwas komisch, mit Abstand der Älteste zu sein, gibt Riedner zu. Auch auf frühere Mitspieler oder Weggefährten trifft er nur noch selten. „Als ich aus der Jugend kam, waren beim Würzburger FV Granden wie Björn Auer oder Jochen Schinagel, damals um die 30, fest gesetzt und absolute Stammspieler“, erinnert sich Riedner.

Doch der Fußball hat sich verändert seit der Höchberger dem runden Leder nachjagt. Als Riedner das Kicken begann, wurde der Fußball noch einen anders wahrgenommen. „Fußball war früher wichtiger, hatte einen höheren Stellenwert. Wir definierten uns darüber, wollten etwas erreichen, sehen, wie weit wir kommen. Heute stehen Studium oder Beruf im Vordergrund“, weiß der zweifache Familienvater, möchte damit aber keineswegs den jüngeren Spielern fehlenden Ehrgeiz vorwerfen. Aber bei der heutigen Generation fehlt ihm generell das Feuer, die Leidenschaft.

Aber nicht nur die Spielertypen hätten sich verändert, auch die Sportart selbst. Denn in den ersten Jahren seiner Karriere – erst in Margetshöchheim, dann ab der D-Jugend beim WFV – wurde vornehmlich Wert auf Körperlichkeit, großen Einsatz und robuste Zweikampfführung gelegt. Heute wäre das in der damaligen Form undenkbar, findet Riedner, der von schweren Verletzungen verschont blieb, selbst wenn er früher selbst robust verteidigte.

In der WFV-Jugend geprägt

Zunächst begann er nämlich unter Hans-Jürgen Schäffer in der Innenverteidigung. „Er war ein Trainer der alten Schule, der großen Wert auf Mentalität gelegt hat. Härte zeigen, Zweikämpfe annehmen, über die Grenzen gehen“, berichtet Riedner über seine ersten prägenden Erfahrungen. Gänzlich anders ging in der B-Jugend Frank Wettengel vor, den der 33-Jährige als kumpelhaften Trainer beschreibt. Mit der neuen Verantwortung blühte Riedner erstmals, im zweiten B-Jugend-Jahr wieder unter Schäffer, richtig auf – erst als Rechtsverteidiger, dann im defensiven Zentrum.

Rainer Neumann, der andere Methoden wählte als seine Vorgänger, beorderte ihn in seinem letzten Jugendjahr in die Offensivzentrale. Der Sprung in die Aktivität gelang Riedner prompt. Wirklich durchsetzen konnte er sich unter Michael Hochrein aber zunächst nicht. Er spielte zwar viel, Stammkraft wurde er aber nicht. „Ich war abgestempelt als ewiges Talent, das es nie schafft. Aber ich wollte es schaffen“, blickt der Allrounder zurück. So wechselte er im Winter 2007 zum Stadtrivalen und avancierte bei den Kickers am Dallenberg zu einer festen Größe. „Dort zeigte ich in Würzburg erstmals, was ich kann. Ich traf 14 Mal und legte zehn Tore auf. Das hat richtig Spaß gemacht“, so Riedner, der ein Jahr später wieder in die Mainaustraße zurückkehrte – als gestandener Spieler.

Komplett anders sei es dann bei den Blauen gewesen. Als Angreifer war er Stammkraft und wurde Bayernliga-Torschützenkönig. „Das war eine geile Zeit mit der Meisterschaft in der Landesliga und Platz drei in der Bayernliga. Bis heute das beste Ergebnis, was der WFV je erzielt hat“, bleiben dem Höchberger viele schöne Erinnerungen, denen er in Höchberg weitere hinzufügte.

Nach zwei Jahren unter Anton Kramer – 2016 mit nochmals 24 Treffern in einer Saison – rückte er unter Thomas Kaiser, den er als sehr akribisch und ehrgeizig beschreibt, zurück in die Defensive. „Bei Thomas ist der Stürmer erster Verteidiger und wenn der seine Aufgabe nicht erledigt, zieht sich das durch die ganze Mannschaft. Das war mir zu großer Aufwand und ich wollte in die Defensive zurück. Als dann Matthias Grünewald ausfiel, probierten wir es und es funktionierte“, erzählt Riedner, dem der Fußball mit den jungen Wilden sichtlich Spaß macht. Nur tabellarisch stünde die TG noch hinter ihren Erwartungen. Wenn sich das noch erfüllt, freut sich der Papa aber dann so richtig mit seinen Jungs. Mit denen auf dem Platz als auch mit denen zu Hause.

Die Partien im Überblick

Samstag, 13. April, 16 Uhr:

TG Höchberg (8./36) – SV Erlenbach/Main (15./16)

TSV Karlburg (1./49) – TSV Unterpleichfeld (5./38)

Sonntag, 14. April, 15 Uhr:

FC Fuchsstadt (12./32) – ASV Rimpar (2./42)

TSV Lengfeld (11./34) – DJK Schwebenried/Schwemmelsbach (4./40)

TuS Feuchtwangen (14./21) – TSV Kleinrinderfeld (89./35)

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