Würzburg

Ridge Munsy soll bei den Kickers für die Tore sorgen

Der neue Angreifer wird am Sonntag gegen Kiel wohl seine Pflichtspielpremiere für den Zweitliga-Aufsteiger geben. Hinter dem Schweizer liegt bereits eine bewegte Karriere.
Beim 3:0-Testspiel-Sieg über Eintracht Frankfurt (am Boden: Yannick Brugger) gab Angreifer Ridge Munsy sein Debüt im Kickers-Dress.
Foto: Heiko Becker | Beim 3:0-Testspiel-Sieg über Eintracht Frankfurt (am Boden: Yannick Brugger) gab Angreifer Ridge Munsy sein Debüt im Kickers-Dress.

Ridge Munsy weiß, was ankommt bei den Fußball-Fans. Bei seinem Ex-Klub FC Thun war der Stürmer zuletzt nicht nur Kapitän, sondern auch einer der Lieblinge des Publikums. Woran das liegt? "Ich bin ein Spieler, der das Emblem auf der Brust verteidigen will", sagt der Würzburger Neuzugang. Hört sich schon einmal kämpferisch an. "Es gibt Tage, da gelingt einem nicht alles. Aber laufen kann man immer."

Bei den Kickers hofft man, dass Munsy häufig etwas gelingt: nämlich ein Tor. Der 31-Jährige ist der Mann, der nach dem Abgang von Luca Pfeiffer zum dänischen Meister FC Midtjylland die Sturmspitze bei den Rothosen bilden soll. "Er bingt eine gewisse Lockerheit auf den Platz", preist Trainer Marco Antwerpen Munsy, der in Luzern in der Schweiz geboren wurde und dessen Eltern aus dem Kongo stammen.

Ein Schweizer mit kongolesischen Wurzeln? Da gibt es bei den Kickers noch einen: Nzuzi Toko, Neuzugang vom IHF Göteborg, der wegen eines Schlags auf die Wade am Sonntag (13.30 Uhr) gegen  Holstein Kiel auszufallen droht, wuchs in Zürich auf. "Wir sind uns schon zu Jugendzeiten häufig begegnet", berichtet Munsy. Allerdings stets als Rivalen auf dem Fußballplatz. "Ich kann gar nicht zählen, wie oft wir schon gegen ihn gespielt habe. Es war immer ein rechter Kampf. Schon deshalb bin ich froh, dass wir jetzt endlich mal in einer Mannschaft sind."

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Mit 31 Jahren ist Munsy nun zum zweiten Mal in der Zweiten Bundesliga angekommen. 2018 spielte er ein halbes Jahr lang als Leihspieler für den FC Erzgebirge Aue. Schon damals wäre er gerne länger in Deutschland geblieben. Die öffentliche Aufmerksamkeit, der Stellenwert des Fußballs, das sei schon eine andere Kategorie als in der Schweiz. "Eine Chance, die ich noch einmal packen will", sagt Munsy über sein Engagement bei den Kickers. Bis 2022 hat er am Dallenberg unterschrieben.

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Noch wohnt er im Hotel, sucht eine Wohnung. Denn bald sollen auch seine Frau und das vier Monate alte Töchterchen nach Unterfranken ziehen. "Ich bin ein Familienmensch", sagt der gläubige Christ über sich selbst. Jüngst habe er noch begonnen, Gitarre zu lernen erzählt er, und lacht dabei: "Aber erst einmal versuche ich es lieber mit dem Fußball."

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Versucht hat es Munsy schon bei vielen Klubs. Es ist eine bewegte Karriere, die er hingelegt hat nachdem er als 17-Jähriger in der höchsten Schweizer Spielklasse beim FC Luzern debütierte. "Meine Zeit in der Türkei war fußballerisch die schlechteste", berichtet er über sein Engagement beim Erstligisten Erzurumspor in der Saison 2018/19: "Da habe ich die Schattenseiten des Fußballs kennengelernt. Aber ich habe auch gemerkt, wie schnell man wieder auf die Sonnenseite zurückkommt, als ich zum FC Thun zurückgekehrt bin." Dort im Berner Oberland blühte Munsy richtig auf. Zwölf Treffer in der Rückrunde der vergangenen Saison machten ihn nach dem Erstliga-Abstieg des Klubs interessant.

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Sebastian Schuppan habe Kontakt mit ihm aufgenommen, berichtet Munsy. Der Ex-Kapitän der Rothosen, der zwar noch nicht offiziell einen Posten am Dallenberg inne hat, aber im Hintergrund schon entscheidend mitredet, habe einige Male mit ihm telefoniert. "Der Verein und der Trainer setzen auf mich. Das hat mich überzeugt", sagt Munsy. Kurz vor Transferschluss war der Wechsel des Angreifers dann perfekt. "Ein schneller Mann, der auch seinen Körper einzusetzen weiß und auch noch ein gutes Kopfballspiel hat", beschreibt Trainer Antwerpen seinen neuen Angreifer.

Seine Verpflichtung soll eines der Puzzlestücke sein, die bei den Kickers noch fehlten. Jetzt soll sich das neue Team zusammenfinden. "Was ich im Training sehe: Wir haben eine zweitligataugliche Mannschaft", sagt Munsy. Am Sonntag gegen Kiel wollen er und seine Kollegen den Beweis antreten.

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