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Rimparer Wölfe klettern auf Tabellenplatz drei

Der frühere Verein von Trainer Ceven Klatt bleibt der Lieblingsgegner der Zweitliga-Handballer. In Ferndorf überstanden sie die schwierigen Schlussminuten bravourös.
Die Abwehr der Rimparer Wölfe um Michael Schulz (Mitte in Gelb) und Philipp Meyer (rechts) mit Torwart Max Brustmann im Rücken war in Ferndorf der Garant für den Sieg.
Foto: Mathias M. Lehmann | Die Abwehr der Rimparer Wölfe um Michael Schulz (Mitte in Gelb) und Philipp Meyer (rechts) mit Torwart Max Brustmann im Rücken war in Ferndorf der Garant für den Sieg.

Zweite Bundesliga
TuS Ferndorf – DJK Rimpar Wölfe 18:21 (10:10)

Der TuS Ferndorf ist und bleibt der Lieblingsgegner der Rimparer Zweitliga-Handballer. Am Samstagabend blieben die Wölfe auch im siebten Zweitliga-Duell gegen den Kreuztaler Stadtteilklub unbesiegt. Weil sich vermeintliche Aufstiegskandidaten wie HSC 2000 Coburg, VfL Lübeck-Schwartau oder TuS N-Lübbecke überraschende Auswärtspleiten leisteten, sind die Wölfe nach dem 21:18 (10:10)-Auswärtserfolg vor 951 Zuschauern nun sogar Dritter.

DJK-Trainer Ceven Klatt war noch am Sonntag hörbar angetan vom Auftritt seiner Mannschaft. "Ich bin glücklich und auch ein wenig stolz", sagte der 36-Jährige nach der erfolgreichen Dienstfahrt an seine frühere Wirkungsstätte. Die Umstände seien schließlich nicht die besten gewesen. Benjamin Herth, Patrick Gempp und Fin Backs waren allesamt angeschlagen – und spielten praktisch keine Minute, Herth warf nur einen Siebenmeter. "Wir wollten und mussten sie schonen", erklärte Klatt.

Somit spielten die restlichen Leistungsträger fast komplett durch. Besonders Steffen Kaufmann und Lukas Siegler hob Klatt hervor. "Steffen hat ein richtig gutes Spiel gemacht, gerade auch in der Abwehr." Sein erstligaerfahrener Gegenspieler Patrick Weber erzielte kein einziges Tor – und auch Jonas Faulenbach und der schwedische Mittelmann Julius Lindskog Andersson kamen aus dem Feld jeweils nur einmal erfolgreich zum Abschluss.

Ohne etatmäßigen Mittelblock kurz vor Schluss

Dabei mussten die Gäste in der entscheidenden Phase fünf Minuten vor Schluss beim Stand von 15:17 in Unterzahl sogar ohne ihren etatmäßigen Mittelblock auskommen. Patrick Gempp? Wie erwähnt nicht einsatzfähig. Michael Schulz? Hatte sich kurz zuvor mit der dritten Zeitstrafe aus der Partie verabschiedet. Und Philipp Meyer? Wurde schließlich ebenso mit zwei Fingern von den Referees auf die Bank beordert.

Es gleicht schon fast einer kleinen Sensation, dass die Wölfe aus dieser Phase sogar als Gewinner hervorgingen. Denn die Defensive ließ nur einen Ferndorfer Wurf zu, den der fast unüberwindbare DJK-Schlussmann Max Brustmann mit einer seiner insgesamt 21 Paraden entschärfte. Und Dominik Schömig verwandelte auf der anderen Seite eiskalt einen Siebenmeter zum 18:15 (56.), nachdem er kurz zuvor noch vom Strich am slowenischen TuS-Schlussmann Marin Durica gescheitert war.

Klatt lobt Abgeklärtheit 

"Wie abgeklärt wir in der zweiten Hälfte geblieben sind, war schon beeindruckend", frohlockte Klatt, dessen Sieben insgesamt 16 Minuten zu Sechst spielen musste. Auch als die Nordsiegerländer am Ende ihr Heil in einer offensiven Abwehr suchten, um möglichst schnell wieder in Ballbesitz zu kommen, ließen sich die Rimparer nicht aus der Ruhe bringen. "Alle Absprachen wurden eingehalten, so dass wir die Bälle festmachen konnten", sagte Klatt, der in einer Auszeit nochmals an das zittrige Ende des Heimspiels vor Wochenfrist gegen Bayer Dormagen (24:23) erinnerte.

TuS-Geschäftsführer Dirk Stenger kommentierte die 18:21-Niederlage aus Sicht der Hausherren gleich nach Abpfiff sinngemäß wie folgt: "Das Spiel wurde von zwei starken Abwehrreihen geprägt. Es war klar, dass es für uns gegen die Rimparer schwer im Angriff werden würde. Max Brustmann hat überragend gehalten." Da müsse man mit einer anderen Konsequenz abschließen.

Nur drei Gegentore in 22 Minuten

Nach der Pause, in welche die Teams mit einem 10:10-Gleichstand gegangen waren, ließen die Gäste bis zur 52. Minute nur noch drei Gegentreffer zu. Zwar zeigte auch der junge TuS-Torwart Tim Hottgenroth 16 Paraden, ein ums andere Mal überwanden ihn die Rimparer dann aber doch. So brachte Kapitän Patrick Schmidt die Wölfe erstmals mit vier Treffern (17:13) in Front.

Am kommenden Samstagabend (19.30 Uhr) empfangen die Wölfe den HC Elbflorenz aus Dresden zum erst zweiten Heimspiel in dieser Saison.

Die Statistik des Spiels

Ferndorf: Hottgenroth (1.-60.), Durica (zwei Siebenmeter) – Faulenbach 1, Lucas Schneider, Michel, Neitsch, Julian Schneider 1, Bornemann 5, Rüdiger, Andersson 6/5, Koloper, Müller, Weber, Rink 5.
Rimpar: Brustmann (1.-60.), Wieser (ein Siebenmeter) – Schömig 6/4, Böhm, Karle, Schmidt 3, Kaufmann 6, Siegler 3, Meyer, Schulz 1, Backs (n.e.), Brielmeier, Herth, Sauer 2, Gempp (n.e.).
Spielfilm: 1:2 (6.), 3:2 (11.), 5:2 (14.), 6:4 (18.), 6:6 (21.), 8:7 (25.), 9:9 (28.), 10:10 (Halbzeit), 10:13 (38.), 12:14 (44.), 13:17 (48.), 15:17 (55.), 15:19 (57.), 18:21 (Endstand).
Siebenmeter: 5/5 : 4/6.
Zeitstrafen: 6:8.
Rot: Schulz (48., drei Zeitstrafen, Rimpar).
Schiedsrichter: Kim von der Beeck/Andreas Briese (beide Köln).
Zuschauer: 951.

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