Escherndorf

"Winzer des Jahres" kommen aus Unterfranken

Winzer Horst Sauer       -  Eine Ausnahmeerscheinung im fränkischen Weinland: der Escherndorfer Winzer Horst Sauer.
Foto: FOTO ddp | Eine Ausnahmeerscheinung im fränkischen Weinland: der Escherndorfer Winzer Horst Sauer.

Die „Winzer des Jahres“ heißen laut „Gault-Millau“ Horst und Sandra Sauer aus dem unterfränkischen Escherndorf, einem Ortsteil von Volkach im Landkreis Kitzingen. Von einem „emotionalen Ausnahmezustand: Bin platt!“ sprach der ausgezeichnete Franke, dessen Silvaner den Testern des Restaurant- und Weinführers am besten schmeckte. Sein „Escherndorfer Lump Silvaner Eiswein 2016“ erhielt die Höchstnote von 100 Punkten.

Der „Weinguide“ des Verlags, für den über 11000 Weine und mehr als 1000 Weingüter bewertet wurden, ist der Weinführer Nummer eins. Der Restaurantführer des „Gault-Millau“ ist neben dem „Guide Michelin“ der zweitbedeutendste. Am Montagabend bekamen die Sauers im Münchner Olympiapark den Preis überreicht. Doch es wurden noch mehr fränkische Köche und Winzer ausgezeichnet.

Bester Silvaner, Spät- und Frühburgunder

Der Winzer Rudolf Fürst aus dem Landkreis Miltenberg erhielt als bester Winzer in Franken fünf von fünf Trauben. Von ihm stammen sowohl der „Beste Spätburgunder Deutschlands“ (zusammen mit einem Spätburgunder aus Baden), als auch der „Beste Frühburgunder Deutschlands“. Es handelt sich um die beiden Weine „2015 Bürgstadter Hundsrück Spätburgunder GG“ und „2015 Bürgstadter Frühburgunder R“.

Vier rote Trauben bekam in Franken neben dem Escherndorfer Horst Sauer auch der Aufsteiger Zehnthof Luckert in Sulzfeld am Main und das Weingut von Rainer Sauer in Escherndorf (beide Landkreis Kitzingen). Der Zehnthof Luckert erhielt für seinen „2016 Sulzfelder Creutz Sylvaner“ die Auszeichnung „Bester Silvaner trocken Deutschlands“. „Bester Silvaner edelsüß Deutschlands“ wurde der Eiswein von Horst Sauer.

Trotz Wetterkapriolen „grandiose Eisweine“

Das „feste Bekenntnis zum Silvaner“ und die „Beschäftigung mit der Heimat“ sei weiterhin das, was die fränkischen Weine ausmache, heißt es in der Begründung des „Gault-Millau“. Ein weiterer Trend sei in Franken erkennbar: Durch die Glyphosat-Diskussion beschäftigen sich immer mehr junge Winzer mit ökologischem Weinbau. Der Jahrgang 2016 habe die Winzer in Franken sehr gefordert und zugleich überrascht, heißt es in einer Pressemitteilung. Denn nach den Wetterkapriolen habe ein sonniger Herbst mit geringem Niederschlag sehr „filigrane Weine“ und „grandiose Eisweine“ in Franken hervorgebracht.

Die besten fränkischen Köche

Mal Ziegenjoghurt, mal Thunfisch mit Brombeeren, Kohlrabi und Miso gefällig? Auch wer in dem Restaurantführer 2018 nach fränkischen Adressen sucht, wird fündig: Erstmals erhielten die drei Nürnberger Stefan Meier vom „Zweisinn – Meiers Fine Dining“, Valentin Rottner vom „Gasthaus Rottner“ und René Stein vom „Schwarzen Adler“ eine Auszeichnung. Sie bekamen von den Restaurantkritikern 15 von 20 möglichen Punkten.

Neu eröffnet oder zum ersten Mal vom „Gault-Millau“ bewertet sind die fränkischen Lokale „Luma“ in Nürnberg (14 Punkte), „Zum Weißen Rössl“ in Burkardroth (Rhön), „Straubs schöne Aussicht“ in Klingenberg am Main sowie der „Gasthof alter Brunnen“ in Marloffstein bei Erlangen (alle jeweils 13 Punkte).

Für ihr „im Mund schmelzendem Lamm mit Brokkoli" heimsten Andree Köthe und Yves Ollech vom Nürnberger „Essigbrätlein“ -  wie einige Münchner Restaurants - 18 Punkte ein. 

Bestes bayerisches Restaurant und Koch des Jahres

Auf Platz eins der kulinarischen Hitparade in Bayern steht allerdings kein Franke, sondern seit sieben Jahren Christian Jürgens von der „Überfahrt“ in Rottach-Egern am Tegernsee. Für seine „Tarte Saint Tropez“ schichtet er kunstvoll ein Türmchen aus knusperndem Blätterteig, Tomate und Rotbarbe. Der Fisch ist auf der Haut gebraten. Die Schuppen werden mit siedend heißem Öl für den Knuspereffekt übergossen. Die Tomate ist in Tomatenbutter und aus Ofentomaten zubereitetem Püree getränkt und mit kaltem Holzkohlerauch aromatisiert. Mit 19,5 Punkten zählt das Lokal zu den Weltklasse-Restaurants.

Eine Mischung aus französischer, japanischer und deutscher Küche bevorzugt der von „Gault-Millau“ ausgezeichnete „Koch des Jahres“ aus dem saarländischen Perl. Christian Bau, der Koch mit drei Michelin-Sternen, überzeugte auch die Kritiker des „Gault-Millau“, unter anderem mit Langoustine (Kaisergranat), gegrillt über Holzkohle von japanischer Steineiche mit einem Hauch süßer Miso glasiert oder mit einem Reh mit japanischer Aubergine, winzigen gerösteten Zwiebeln und einer knusprigen Innereien-Praline.

900 Restaurants in Deutschland getestet

Die Tester beschreiben und bewerten in diesem Jahr insgesamt 900 Adressen bundesweit – davon 143 Restaurants in Bayern. 127 Küchenchefs zeichneten sie mit Kochmützen aus. Neben den Punkten werden kleine Kochmützen vergeben, bei 13 und 14 Punkten erhält das Restaurant eine, bei 15 und 16 Punkten zwei, bei 17 und 18 Punkten drei und ab 19 Punkten vier Mützen.

Der „Gault-Millau“ wurde 1969 in Frankreich von den beiden Journalisten Henri Gault und Christian Millau gegründet. Im Gegensatz zum „Guide Michelin“ beschränkt er sich nicht auf die Auflistung der Restaurants, sondern beschreibt sie zum Teil auch sehr sarkastisch, was den Autoren in der Vergangenheit mehrere Gerichtsverfahren bescherte.

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