Würzburg

Der Pianist als Beleuchter: Beim Festival Lied packen viele mit an

Die neue Konzertreihe trifft auf reges Publikumsinteresse – mit Stars wie Christiane Karg, vor allem aber einem begeisterten Team, das für die Gattung Kunstlied brennt.
Christiane Karg, international gefragte Sopranistin
Foto: Gisela Schenker | Christiane Karg, international gefragte Sopranistin

Im Toskana-Saal der Würzburger Residenz. Oben auf der Galerie hantiert ein Mann in Jeans und Pulli mit den Lampen. Zehn Minuten später betritt eben dieser Mann im Anzug mit Sopranistin Christiane Karg die Bühne und setzt sich ans Klavier: Gerold Huber ist da.

Beim Würzburger Festival Lied, ins Leben gerufen von Alexander Fleischer, Pianist, Klavierbegleiter und Dozent an den Hochschulen in Würzburg und Berlin, legen viele mit Hand an. Und alle brennen sie für das Kunstlied, wollen ihm im Konzertleben zu einem besseren Platz verhelfen.

Nicht nur arrivierte Starts haben ihrem Platz beim Festival

Eröffnet hatte das Festival Jochen Kupfer, neuer Professor für Gesang an der Würzburger Musikhochschule, der quasi über Nacht einsprang und den ersten Abend im Burkardushaus übernahm. Das Programm blieb bei Schubert, Kupfer gab eine tiefe Deutung dieser Lieder. Alexander Fleischer am Flügel folgte ihm genau, nahm Stimmungen vorweg und geleitete den Sänger beseelt und tief empfunden.

Gerold Huber, einer er derzeit führenden Liedbegleiter
Foto: Marion Koell, Avi-Service for music | Gerold Huber, einer er derzeit führenden Liedbegleiter

Nicht nur arrivierte Künstler haben ihren Platz beim Festival: Masterstudenten der Liedklasse der Hochschule präsentierten sich im hoch aufragenden Foyer des Museums im Kulturspeicher mit romantischem und neuerem Repertoire – passend zur Ausstellung "New Order".

Während der ersten Festivalwoche hatten Christiane Karg und Gerold Huber einen Lied-Meisterkurs gegeben, dessen Teilnehmer sich in einem Konzert im Spitäle der Öffentlichkeit stellten. Noch am Abend dieses Konzerts standen beide Dozenten selbst auf der Bühne des Toskana-Saals – ein schwieriges Unterfangen, wie die Sängerin selbst sagte.

Am Samstag ist Abschlusskonzert im Burkardushaus

Karg fesselte nichtsdestotrotz in dem reinen Mahler-Programm von der ersten Sekunde an ihre Zuhörer. Ihre Stimme ist weicher geworden, geschmeidiger, wärmer. Sie evoziert Bilder und schöpft aus tiefstem Inneren den Ausdruck, mit einer Leichtigkeit und Unmittelbarkeit, die man selten findet. Kraftvoll strahlend ihre Höhe, aber ihr Piano, manchmal fast nicht mehr hörbar, packt noch mehr – grandios. Kongenial am Klavier Gerold Huber, der ihr hochkonzentriert in jede noch so kleineste Facette folgte.

Das Festival geht noch weiter: Am Sonntag, 17. Oktober, schließt es mit der jungen Sopranistin Nikola Hillebrand von der Semperoper Dresden. Unter dem Titel "Amore" singt sie im Burkardushaus Lieder von Hugo Wolf, Franz Schubert, Franz Liszt und Wolfgang Amadeus Mozart. Die Konzerte sind durchwegs gut besucht, aber es gibt noch Karten.

Infos zum Festival unter festival-lied-wuerzburg.de

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