Gemünden

Gemünden: Vergnüglicher Chaosflug mit den „Beatles an Bord"

Das Musical feierte am Freitag seine Premiere bei den Scherenburgfestspielen in Gemünden. Wie früher bei den Konzerten der Pilzköpfe blieb kein Platz frei.
Katja Kleinfeller, Isabell Lang und Kudith Djacic (von Links nach Rechts) zeigten als Stewardessen Babette, Raclette und Jeanette besonders bei den Gesangsnummern vollen Einsatz.
Foto: Simon Hörnig | Katja Kleinfeller, Isabell Lang und Kudith Djacic (von Links nach Rechts) zeigten als Stewardessen Babette, Raclette und Jeanette besonders bei den Gesangsnummern vollen Einsatz.

Eines vorweg: John Lennon, Paul McCartney, George Harrison und Ringo Starr kamen nicht. Trotzdem waren die "Fab Four" musikalisch höchst präsent beim zweistündigen, bemerkenswert vergnüglichen Chaosflug "Beatles an Bord". Die gleichnamige musikalische Komödie von Enrique Keil präsentieren aktuell die Scherenburgfestspiele. Und wie früher bei den Konzerten der Pilzköpfe blieb auch bei der Premiere am Freitag auf der Burg in Gemünden kein Platz in den (coronabedingt lichten) Sitzreihen des zum Passagierraum erklärten Innenhofes frei.

Obwohl nach dem "Fasten your seat bell" eindringlich ermahnt "You better pray before you fly", obwohl mit vielen Ausstattungsmängeln (Gurten, Kerosin, Verpflegung) konfrontiert, obwohl fraglich, ob die Uralt-Tupolev 1964 mit dem alkoholbenebelten Kapitän, einem "real nowhere man", tatsächlich am Zielort Paris ankommen würde, zeigte keines der "lieben Flugopfer" Angst. Oder musste bei diesem Trip mit der Airline, die "alle Kosten und Mühen gescheut" hat, gar die Handtasche zwecks Rückgabe des Abendessens öffnen.

Mini-Turbulenzen in Form von Szenenapplaus

Der Grund: Ganz einfach, weil die fabelhaften Flugbegleiterinnen der Airline "Jetbaguette" Babette (Katja Kleinfeller), Jeanette (Judith Djacic) und "Flügel-Azubi" Raclette (Isabell Lang) fest versprachen, nicht nur "alles zu tun, dass möglichst viele überleben". Sondern weil sie die Zeit auch wie im Flug vergehen ließen: Temperamentvoll schwirrten die französelnden Saft-Schubserinnen durch die marode Kiste (Bühnenbild: Klaus Engel). Ihre Streitigkeiten und kleinen Biestigkeiten trugen sie teils handgreiflich ("We can work it out") untereinander aus.

Vor allem aber rockte, jazzte, swingte sich das Trio nahezu profimäßig von (neu interpretiertem) Beatles-Klassiker zu Beatles-Klassiker. Ob mit "Eight days a week", "With love from me to you", "Can’t buy me love" oder "Help me get my feet back on the ground": Immer wieder lösten die text- und tonsicheren Stewardessen innerhalb des Passagierraums Mini-Turbulenzen in Form von Szenenapplaus aus. Keine Frage, dass dieses ausgeklügelte "Unter'altungsprograaam" den Katastrophenflug zum Vergnügen machte – das bei besserer Tonqualität sicher noch größer gewesen wäre.

Aber sei’s drum: Auch wenn lange fraglich war, ob oder wo der Flieger landen würde, am Ende der "Hard day’s night" standen die Erkenntnis "All you need is love" – und zwei vom stehenden Publikum erklatschte Zugaben. 

Alle Aufführungen der Scherenburgfestspiele von "Beatles an Bord" bis zum 15. August sind bereits ausverkauft.

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