Würzburg

Internationale Stars gratulierten dem Mainfranken Theater

Unendliche Weiten: Diese Worte sind im Vorspanntext zu „Star Trek“ enthalten. Für das Philharmonische Orchester Würzburg und das Mainfranken Theater schien die Filmmusik in idealer Weise von einem Aufbruch zu neuen Ufern, von Grenzenlosigkeit, Freiheit und Abenteuer zu künden. Unter dem Motto „Happy Birthday, altes Haus“ feierte man mit einem Galakonzert zwar nicht die 212-jährige Theatertradition in Würzburg, jedoch den 50. Geburtstag des aktuellen Theatergebäudes.

Gefeiert werde zwar das Gebäude, doch erst die Mitarbeiter seien es, die es mit Leben erfüllen, so Intendant Markus Trabusch, der viele „Ehemalige“ begrüßen konnte. Gut gelaunt hielt er eine kurze historische Rückschau, beleuchtete Zeit und Zeitgeist vor der und rund um die Eröffnung am 4. Dezember 1966.

Der Intendant streifte die Vorteile, die Theater mit eigenen Ensembles gegenüber bespielten Häusern bieten und zeigte die Bedeutung kleiner und mittlerer Theater für die Entwicklung von Talenten auf. Ausdrücklich dankte er für das große bürgerschaftliche Engagement – damals wie heute.

Oberbürgermeister Christian Schuchardt betonte, wie wichtig der Geist sei, der vom Theater ausgehe, der Dialog mit der Gesellschaft in der Stadt: In diesem „Raum gleichberechtigter kultureller Teilhabe“ lohne es sich, ein Stück weit Moderne mit Tradition zu verbinden, dazu intellektuelle Freude an einem Zuhause zu bereiten, an dem sich alle erfreuen könnten.

In Videobotschaften gratulierten mit Waltraud Meier, Diana Damrau und Christian Gerhaher internationale Stars, die ihre Karrieren am Mainfrankentheater begonnen haben und sich heute gerne ans Ensemble und die wunderbare Kulturlandschaft rund um Würzburg erinnern. „Bewegen Sie die Menschen!“, so der Aufruf Meiers.

Das Philharmonische Orchester hatte mit Bernd Alois Zimmermanns „Musique pur les soupers du roi Ubu“ eröffnet. Im Streicherbereich nur mit Kontrabässen besetzt, dafür ergänzt um Zupf- und Tasteninstrumente, unternimmt diese skurrile „schwarze Ballettmusik“ einen persiflierenden und fulminanten Husarenritt durch die Musikgeschichte, wobei es zahllose Zitate zu identifizieren gilt. In ihrer bewussten Irreführung, so Markus Trabusch, atme diese überzogen wirkende Collage den Zeitgeist auch der Entstehungszeit des Mainfranken Theaters und die Entwicklung hin zur demokratischen Gesellschaft.

Dirigent Enrico Calesso zeigte viel Temperament, nahm Richard Wagners Ouvertüre zu „Die Meistersinger von Nürnberg“ beherzt und leidenschaftlich, forderte emotionalen und heroischen Gestus von seinen einsatzfreudigen Musikern. Marie Jacquot, Erste Kapellmeisterin, übernahm nicht nur für „Star Trek“, sondern untermalte auch mit Charles Ives' „Central Park in the Dark“ einen filmischen Rundgang durchs Theatergebäude, bei welchem das Augenmerk auf viele Kleinigkeiten eines Theaterbetriebs gerichtet wurde. Künstlerisch wirkungsvoll in Szene gesetzt, wurde sogar das Erkunden des Schnürbodens oder das Wahrnehmen von simplen Garderobenmarken zu einem schillernden Abenteuer.

Jacquot, die für edle und überzeugende orchestrale Ergebnisse mit wesentlich geringerem Körpereinsatz auskommt als Calesso, marschierte mit dem bläsergewaltigen Orchester fröhlich durch die Popkultur eines „Yellow Submarine“, begleitete die energiegeladene Mezzosopranistin Barabara Schöller bei „Life is a Cabaret“ (Beifallsstürme), und unternahm gemeinsam mit Tenor Roberto Ortiz einen Ausflug in die Welt der Operette.

Der festliche Ausklang lag bei Chor und Extrachor (Einstudierung: Anton Tremmel). „Wacht auf, es naht gen den Tag“ – damit verband Intendant Trabusch seinen Dank an alle, die diesen eindrucksvollen Abend möglich gemacht hatten.

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