LESERANWALT

Der doppelte Olympiasieger blieb unbemerkt

Olympiasieger Thomas Röhler aus der Zeitung vom 9.1.2017       -  Den ganz großen Wurf von Thomas Röhler zum Olympiasieg in Rio durften Leser der Main-Post in einer Woche gleich zweimal gleichlautend ganz groß nachlesen. Die Sportredaktion entschuldigt sich für die doppelte Veröffentlichung.
| Den ganz großen Wurf von Thomas Röhler zum Olympiasieg in Rio durften Leser der Main-Post in einer Woche gleich zweimal gleichlautend ganz groß nachlesen.
"Merkt das denn keiner?" So hat ein Leser gefragt, der es im Gegensatz zur Redaktion gleich bemerkt hatte: Im Sportteil der gedruckten Zeitung - und damit auch im ePaper - war innerhalb einer Woche zweimal derselbe Bericht über den Olympiasieger im Speerwurf, Thomas Röhler, erschienen.
 

Eine lesenswerte Serie

Und dieser Artikel war in der Zeitung kaum zu übersehen. Er nahm mit seinen Fotos jeweils deutlich mehr als eine halbe Seite ein. Montag, 9. Januar war er unter der Überschrift "Der ganz große Wurf" zu lesen. Freitag, 13. Januar, war er mit "Der Zweifelsfreie" überschrieben. Beide Beiträge gehören zur lesenswerten Serie im Sportteil, "Gold in Rio - und dann?"
 

Kein Platz für Aberglaube

Ja, zumindest das war kaum zu übersehen: Der überflüssige Artikel erschien am Freitag, den 13.. Wer aber - wie ein Anrufer - deshalb abergläubisch meint, die Ursache für das Missgeschick liege im Datum, der irrt. Schließlich entstand die Seite schon am Donnerstag, den 12..
Ursache für Fehler ist oft die hohe Belastung der Redaktion, hervorgerufen durch Veränderungen und neue Aufgaben in Jahren des medialen Wandels. Und der vorliegende Fauxpas hat ja sogar noch unnötig mehr belastet, denn die Wiederholung erschien nicht einfach als sogenannte „Doublette“, sondern war mit anderen Bildern und einer anderen Überschrift neu präsentiert.
Olypiasieger Röhler am 13.1.17 in der Zeitung       -  Dieser Artikel am 13.1.17 in der Zeitung war überflüssig. Der Beitrag war schon am 9.1. erschienen....
| Dieser Artikel am 13.1.17 in der Zeitung war überflüssig. Der Beitrag war schon am 9.1. erschienen....
Der Serien-Beitrag über den Olympiasieger Thomas Röhler wie er ordnungsgemäß schon am 9.1.17 erschienen war.
| Der Serien-Beitrag über den Olympiasieger Thomas Röhler wie er ordnungsgemäß schon am 9.1.17 erschienen war.



 

Ein Kollege aus Münster

Die Sportredaktion hat mittlerweile eingestanden, dass der Fehler die Folge einer Nachlässigkeit ist. Die Röhler-Veröffentlichung sei nicht - so wie im Rahmen der Serie vorgesehen - registriert worden. Das hätte nämlich selbst unter Zeitdruck sofort sichtbar gemacht, wann welcher Olympiasieger in der Zeitung vorgesehen oder schon erschienen ist. Diese Aufzeichnung ist im vorliegenden Fall sogar besonders wichtig. Entsteht die Serie doch aus dem sehr förderlichen Zusammenwirken von 14 Sportredaktionen von Regionalzeitungen in ganz Deutschland. So ist der Autor des Artikels über Thomas Röhler (Jürgen Beckgerd) bei den Westfälischen Nachrichten in Münster beschäftigt, nicht bei dieser Zeitung. Vielleicht wäre sonst der „Der Zweifelsfreie“ an noch redaktionellen Zweifeln gescheitert.
 

Gute Beispiele gesucht

"Menschliches Versagen" pflegt man bei Unglücksfällen nach solchen Umständen verantwortlich zu machen. Passiert ist hier aber nichts, lediglich für mehr Sportnachrichten ging Platz in der Zeitung verloren. Ein Problem, dass für Digital-Kunden von mainpost.de kaum entstehen kann. Für eine Korrektur unter dem für Zeitungsleser leider allzu hinreichend bekannten "So ist's richtig" passt das nicht. Falsch war schließlich nichts. So gebe ich als Leseranwalt die Entschuldigung der Sportredaktion an die Leser der Zeitung weiter.
Es macht mir freilich keinen Spaß, über solche Fehler zu schreiben. Um journalistische Grundsätze erklären und redaktionelle Arbeit transparent zu machen, sind mir gute Beispiele wesentlich lieber. Auch für Hinweise darauf und Anfragen dazu bin ich jederzeit offen.

Anton Sahlender, Leseranwalt
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