Das Virus kennt keine juristischen Feinheiten

Zum Artikel „Von Impfverordnung abgewichen“ (19.2.):

Frau Göbel kritisiert bei unklarer Faktenlage die Impfstrategie am Uniklinikum Würzburg und fordert mehr Impfgerechtigkeit ein. Um es vorauszuschicken: Ich bin weder am Uniklinikum beschäftigt noch sonst irgendwie verbandelt. Also Frau Göbel, welchen Nebenkriegsschauplatz machen Sie da auf und verunsichern die Bürger? Wir erleben gerade eine skurrile Gerechtigkeitsdebatte um den Covid-19-Impfstoff, die genau eines bewirken soll, nämlich vom Beschaffungsdebakel in Berlin und Brüssel abzulenken. Hier sollten Sie als investigative Journalistin Ihrem journalistischen Ehrgeiz freien Lauf lassen, anstatt dem wichtigsten Versorger von Schwerkranken und vor allem Covid-19-Patienten in der Region einen Verstoß gegen die Impfverordnung zu unterstellen. Damit bewirken Sie vor allem eines: die positive Nachricht einer erfolgreichen Impfkampagne am Uniklinikum Würzburg mit einem vermeintlichen Skandälchen zu diskreditieren. Aus meiner Sicht wird der wenige Impfstoff fair und entsprechend der Impfverordnung (die man in der jetzigen Form durchaus hinterfragen darf) verteilt, und wenn irgendwo in diesem Land mit 82 Millionen Bürgern irgendwer die Impfung zu früh gekriegt hat – so what?

Dr. Thomas Jarausch, 97080 Würzburg

Seit Monaten predigen Politik und Medien Kontakte einzuschränken, damit die Corona-Pandemie ein Ende hat. Es gibt aber Berufe, die stehen an der Front – am Krankenbett. Besonders in einem Krankenhaus oder in einem Dialyse-Zentrum macht das Virus keinen Unterschied zwischen unseren juristischen Feinheiten. Also ist es sinnvoll, alle in einem Krankenhaus zu impfen und auch den Pflegebonus an alle Akteure auszubezahlen. Neid und Spitzfindigkeiten sind also nicht angebracht. Söder und Co. sollten sich ihrer (im Moment) großen Mehrheit nicht so sicher sein.

Eckhard W. K. Beck, 97084 Würzburg

Seit einem Jahr wird uns ständig vorgeführt, was alles faul ist, aber nun durch Corona aufgedeckt wird. Wir glaubten immer, es geht hierbei um Unzulänglichkeiten, Versäumnisse und nichts Dazulernen. Ja, das auch, aber viel schwerwiegender ist, dass in jeder Situation die Kriminellen die Macht ergreifen. Vom Balkan, von Bulgarien, von Sizilien und von vielen Staaten in Afrika und Mittel- und Südamerika werden uns immer Geschichten von Manipulationen und Korruptionen erzählt. Nicht nur vor unserer Haustür, sondern mitten unter uns gilt, wer die Gelegenheit und die Beziehungen hat oder mächtig genug ist, dem ist das alles egal. Was da immer aufhorchen lässt? Politiker, leitende Beamte und Angestellte, Bischöfe, zumindest einer ist bekannt, Fußballprofivereine und die Herrgötter in weißen Kitteln glauben, sich über Gesetzte und Verordnungen hinwegsetzen zu können, ja sogar zu müssen, denn sie rechtfertigen ihr Verhalten auch noch. Wenn da nicht alles aufgeklärt wird, stirbt der Rest an Vertrauen bei jenen, die ohnmächtig sind.

Franz Kemmer, 97268 Kirchheim

Ich bin 68 und lebe zusammen mit zwei pflegebedürftigen, hochgradig gefährdeten Menschen. Ich halte mich an Abstandsregeln, die Pflicht zum Tragen eines Mund-und-Nasen-Schutzes und an die Ausgangsbeschränkungen. Zum Einkaufen und für die verschiedenen Erledigungen muss ich öfter unter Leute. Ich selbst sehe für mich keine Chance, mich bald impfen zu lassen. Wieder musste ich lesen, dass sich immer noch Menschen, die laut Prioritätenliste noch nicht dran sind, gegen Covid impfen ließen. Darunter auch Geistliche und Bürgermeister. Das macht mich innerlich wütend. Ich frage mich, welches Recht nehmen diese Leute für sich in Anspruch? Sind wir nicht alle gleich? Mit welchen Konsequenzen müssen diese Mitmenschen, die sich vordrängelten, eigentlich rechnen? Gibt es ein Bußgeld wie für diejenigen, die ohne Maske sich mit anderen treffen? Zahlen sie zumindest die Kosten ihrer Impfung? Nur die Dosis? Ohne den Aufwand, der mit der Impfung verbunden ist? Darüber habe ich in den Medien noch nichts vernommen.

Ingeborg Volk, 97440 Werneck

Eigentlich verständlich, dass gerade Personal in den Kliniken geimpft wird. Schließlich halten diese jeden Tag ihren Kopf für uns alle hin. Aber auch für Büropersonal? Da müssten alle, die in irgendwelchen Büros arbeiten, auch geimpft werden. Dazu hat schon Schiller gewusst: An der Quelle saß der Knabe!

Heinrich Hain, 97218 Gerbrunn

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