Scheurings Wort zum Samstag: Der Unaufdringliche

CDU und CSU haben diese Woche das größte Problem Deutschlands gelöst und sich nach langem Hängen und Ringen und Würgen auf einen Kanzlerkandidaten geeinigt. Zwei hochkarätige Bewerber standen zur Auswahl: CDU-Chef Armin Laschet, der direkt von Karl dem Großen abstammt, und CSU-Chef Markus Söder, der zu noch Höherem berufen ist. Viele halten Söder für einen eiskalten Machtpolitiker, der Konkurrenten gnadenlos aus dem Weg räumt. Horst Seehofer warf ihm einst vor, er sei von „Ehrgeiz zerfressen“. Aber stimmt das auch? Nein. Denn siehe: Markus Söder hielt sich immer bescheiden im Hintergrund, von Anfang an. So wurde er Landesvorsitzender der Jungen Union, CSU-Generalsekretär und ließ sich widerwillig dazu drängen, das Amt des CSU-Chefs und bayerischen Ministerpräsidenten zu übernehmen. Wahrlich, ich sage euch: Nach all dem hatte er nie gestrebt. Auch nicht nach der Kanzlerkandidatur. Bis er sich dann doch bereit erklärte – aber nur, falls die CDU ihn wolle. Als die CDU ihn dann nicht wollte, wollte Söder doch – natürlich nicht aus persönlichem Ehrgeiz, sondern nur, um der Union und dem Land zu dienen. Doch er zog sich demütig wieder zurück, denn Markus Söder ist die Unaufdringlichkeit in Person. Verzicht liegt in seiner edlen Natur begründet. Er hofft inständig, dass er nicht eines Tages doch noch Kanzlerkandidat werden muss oder gar Kanzler, König und Kaiser. Doch selbst wenn, dann wird Markus Söder wie einst Kaiser Karl V. die Herrschaft in andere Hände legen, sich als Eremit zurückziehen und allem Weltlichen entsagen. Ganz bestimmt.

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