Unterm Strich: Die Liebe als sichere Aktie

Ein Klassiker, der noch geschrieben werden müsste über diese pandemische Zeit, wäre „Die Liebe in den Zeiten von Corona“. Ist sie geschwunden, weil sich Männlein und Weiblein in den entvölkerten Flaniermeilen nicht mehr begegnen? Oder ist sie gewachsen, weil die Sehnsucht nach Bindung, nach den Werten von Treue und Zusammenhalt, gewachsen ist durch das beängstigende Virus? Letzteres wird wohl zutreffen. Denn wie zu lesen ist, ist die Liebe weiterhin eine Angelegenheit, die vielen Menschen teuer ist. Sie steht tatsächlich hoch im Kurs, auch wenn man sich heutzutage nicht mehr in einen anderen verguckt, sondern parshipt. Ein Rhöner Leser, eine Rhöner Leserin mag denken, dass dabei zwei Menschen gemeinsam den Hof von Schnee freischippen. Tatsächlich handelt es sich aber um eine Partnervermittlung, die ein Medienkonzern seit einigen Jahren erfolgreich betreibt. Gefühle und Geld sind ja eine oft verwobene Sache, die sich erst dann zu einem lästigen Knäuel vor dem Scheidungsrichter verknotet, wenn das Geld mehr und die Gefühle weniger geworden sind. Auf jeden Fall ist die Partnervermittlung Parship so erfolgreich, dass sie nun an die Börse gehen will. Wer also glaubt, dass die Liebe eine Macht ist, die sich nicht greifen lässt, die vielmehr wie ein zarter Windhauch die Menschen trifft, der irrt also – weil sich die Liebe auf Heller und Pfennig berechnen lässt. Etwas traurig macht die Erkenntnis schon, dass Amors Pfeil bloß der Flugbahn einer Aktienkurve folgt. Aber die Liebe und die Börse haben offenbar mehr gemein als nur die Aufs und Abs, bis es zum Crash kommt.

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Gerhard Fischer
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