Unterm Strich: Ein Papst für jeden Geschmack

Die Zeit der Sedisvakanz hat begonnen. Der Papstthron ist unbesetzt. Heißt es. Doch stimmt das auch? Keineswegs: Der Stuhl des Papstes ist sogar mehrfach besetzt, wie Experten in diversen Fachpublikationen verkünden. Noch immer verwest Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki sein Amt. Der Sprachpapst heißt Wolf Schneider, der Grammatikpapst Bastian Sick. Als Autopapst gilt neben Andreas Keßler auch Ferdinand Dudenhöffer. Ob die Weisungsbefugnisse des Bremsenpapstes Roland Martin in dieser unübersichtlichen Gemengelage der Papamobilität ebenso weitreichend sind wie die der Autopäpste, ist theologisch noch nicht abschließend geklärt. Als Kochpapst ausgewiesen sind Paul Bocuse, Eckart Witzigmann oder Wolfram Siebeck – gegen die kann der Suppenpapst kaum anstinken. Modepäpste gibt es haufenweise: Karl Lagerfeld, Pierre Cardin oder auch Calvin Klein, der gleichzeitig als „König der Unterhosen“ fungiert – so wie Kaiser Franz vice versa als Fußballpapst. Auf solch unheiligen Allianzen jedoch ruht Gottes Segen nicht, denn weltliche und geistliche Macht sollten getrennt bleiben. Die Idee vom Leben als Pilgerreise verkörpern die Wanderpäpste Rainer Brämer, Manuel Andrack und Thomas Widmer – vermutlich handelt es sich um eine Art Triumvirat. Mit Fug und Recht könnten all diese ausgewiesenen Fachkräfte rechtzeitig vor Beginn des Konklaves geltend machen: „Wir sind Papst!“ Inzwischen gibt es sogar, selbst als Gläubiger glaubt man es kaum, einen Nordic-Walking-Papst: Er heißt Bernd Schäufle und kann vermutlich mit seinen Stöcken übers Wasser gehen.

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