Unterm Strich: Kiffen für die Wissenschaft

Es gibt Wunderliches aus Würzburg zu erzählen, wo man jetzt fürs Kiffen bezahlt wird – im Dienst der Wissenschaft. Wer sich gerne mal die Birne benebelt und aus der Praxis plaudert, kann 300 Euro verdienen. Mit klarem Kopf kriegt man nur 200 Euro. Forscher der Universität gehen (mit Kollegen in 19 Ländern) der Frage nach, welche Drogen wie häufig im Straßenverkehr vorkommen. „Es geht nicht darum, den Konsum zu verteufeln, sondern darum, die Grundlage für eine vernünftige Diskussion über Drogen im Straßenverkehr zu liefern,“ betont man im fächerübergreifenden Zentrum für Verkehrswissenschaften. Testpersonen sollen vier Wochen lang täglich Drogenkonsum und Fahrverhalten in einem Computers protokollieren. Zur Leistungsfähigkeit der Befragten macht man sich wohl keine Illusionen. Denn schon zitieren die Schreiber des Würzburger Internet-Tagebuches www.wuerzblog.de (denen wir das Wissen um die Studie verdanken) freudig aus den Anweisungen an die Probanden: Der Computer „ermöglicht es Dir, den Fragebogen bequem zu Hause auszufüllen, wann immer Du Zeit findest.“ Im Sandmännchen-Ton geht es weiter: „Du kannst das Ausfüllen über den ganzen Tag verteilen und den Fragebogen zwischenspeichern, Spätestens am nächsten Tag solltest Du die Angaben für den Vortag gemacht haben, damit Du Dich beim Ausfüllen möglichst gut an alle Situationen und Wege erinnerst.“ Respektlos lästert ein Leser im Internet-Forum: „Da hat einer an die Kiffer gedacht.“

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