Standpunkt: Den Euro nach Athen tragen

Ein Publikumsmagnet ist die griechische Tragödie schon lange nicht mehr. Die oftmals quälenden Beratungen der Euro-Finanzminister, ob man die nächste Rate auszahlt oder nicht, ziehen sich immer wieder hin.

Wenn die jetzt anstehenden sieben Milliarden Euro überwiesen wurden, beginnt der Machtpoker beim nächsten Mal wieder von vorne. Denn genau darum geht es. Zutiefst enttäuscht und vor den Kopf gestoßen von der hellenischen Führung haben die Geldgeber 2015 ein drittes Hilfspaket geschnürt und an noch strengere Bedingungen geknüpft. Gleich mehrfach hatten Premier Alexis Tsipras und sein damaliger Finanzminister Giannis Varoufakis das eigene Land vor die Wand gefahren.

Das zeigt die aktuelle Entwicklung: Griechenland steht heute erstmals seit Jahren wieder so da wie vor der Amtsübernahme der Regierung Tsipras. Um es anders zu sagen: Hellas hätte sich viel ersparen können, wenn der damalige Kurs fortgesetzt worden wäre. Insofern ist die oft kalt erscheinende Härte der Eurogruppe nicht nur verständlich, sondern sogar notwendig, um den Reformdruck aufrechtzuerhalten. Schließlich geht es am Ende immer auch um das Geld der Steuerzahler. Und für Tsipras um das Überleben bei den Wahlen 2018.

Themen & Autoren
Detlef Drewes
Alexis Tsipras
Giannis Varoufakis
Tragödien
Lädt

Damit Sie Schlagwörter zu "Meine Themen" hinzufügen können, müssen Sie sich anmelden.

Anmelden

Das folgende Schlagwort zu „Meine Themen“ hinzufügen:

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits.

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
Kommentare (3)
Aktuellste Älteste Top

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!