Würzburg

Mein Lieblingsladen: Online bestellen, offline kaufen

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Foto: oneinchpunch (iStockphoto) | Women and shopping

Bequem von zu Hause im Internet schauen, was der örtliche Einzelhandel so in seinen Geschäften hat, das Gesehene gleich reservieren und in den nächsten Tagen abholen? „Mein Lieblingsladen“ macht’s möglich.

Immer mehr Menschen shoppen im Internet. Dank Zalando, Amazon und Co. war das noch nie so einfach wie heute. Was für die Onlineriesen gut ist, ist schlecht für die traditionsreichen Einzelhändler in den Innenstädten. Immer wieder gibt es Stimmen, die den Untergang des Einzelhandels prophezeien. Nicht ganz richtig, wie die aktuellen Umsatzzahlen für 2016 des Statistischen Bundesamtes zeigen.

So konnte der Einzelhandel im Vergleich zum Vorjahresmonat im Februar knapp 4 Prozent mehr Umsatz machen. Außerdem hat Total Retail Studie eine Studie der Wirtschaftsprüfgesellschaft Pricewaterhouse Coopers herausgefunden, dass 41 Prozent der Onlinekäufer trotzdem mindestens einmal die Woche im stationären Einzelhandel einkaufen gehen.

Fest steht allerdings auch: Der Online-Handel wächst deutlich schneller als der stationäre Einzelhandel.

Ein neuer Trend bringt offline und online jetzt zusammen – Click and Collect: also im Internet per Klick reservieren und im Laden „einsammeln“. Dass dieser Trend Sinn macht, zeigt auch eine GfK-Studie. Laut dieser informieren sich 41 Prozent der Kunden erst online über Produkte, die sie dann offline kaufen. Außerdem fand der Local Listing Report 2015, eine europäische Studie, die das Verhalten von Konsumenten untersuchte, heraus, dass drei von vier Deutschen (76 Prozent) online nach Informationen zu Geschäften in ihrer Stadt suchen.

In Deutschland ist das Click-and-Collect-Konzept noch nicht so verbreitet. Das wohl größte Pilotprojekt dieser Art startete 2014 mitten im Ruhrpott. Online City Wuppertal verspricht das Beste aus beiden Welten.

Auch die Main-Post präsentiert nun ihre Lösung, um den lokalen Handel zu stärken: „Mein Lieblingsladen“ ist die Weiterentwicklung der Aktion „Lass den Klick in deiner Stadt“ und der Brückenschlag vom Offline- hin zum Online-Handel. Click and Collect ist die Basis: Die örtlichen Einzelhändler präsentieren Produkte auf einer gemeinsamen Internet-Plattform. Dabei können Kunden bei einigen Anbietern auch schon die Click-and-Collect-Funktion nutzen.

Ein Einkauf, zwei Kanäle

Die Idee hinter Click and Collect ist, den Einkaufsprozess zu erleichtern und ihn über zwei Kanäle hinweg zu ermöglichen. Der Wunsch nach diesem Angebot ist groß. Wie das unabhängige Technologieunternehmen Trbo schon vor zwei Jahren in einer Umfrage herausfand, wünscht sich knapp jeder Zweite ein Click-and-Collect-Angebot.

Dabei liegen die Vorteile für den Kunden auf der Hand: Sie können sich ganz bequem von zu Hause aus 24 Stunden – 7 Tage die Woche und unabhängig von den Ladenöffnungszeiten über die Produkte ihrer Lieblingsläden informieren, diese reservieren und am nächsten Tag zum Beispiel in der Mittagspause im Laden abholen. Das heißt vor dem Kauf, kann das Produkt noch einmal angeschaut, angefasst bzw. anprobiert werden.

Weitere Gründe: Durch die Abholung im Geschäft muss der Kunde keine Versandkosten bezahlen. Auch die Wartezeiten auf die Päckchen bzw. bei der Postfiliale fallen weg. Daneben gibt es noch weitere Gründe, die für Click and Collect sprechen: Zum einen wird der örtliche Einzelhandel unterstützt. Dieser bezahlt Gewerbesteuer, die wiederum in die Infrastruktur für alle, wie zum Beispiel einen neuen Kindergarten oder den Straßenbau fließt.

Click and Collect bietet aber auch zum andern dem Verkäufer einige Vorteile: Er hat mit dem Internetauftritt die Möglichkeit, seinen Kunden dort abzuholen, wo er sich über Produkte informiert und stöbert – im Internet. Gleichzeitig ersetzt Click and Collect eine eigene Homepage, die viele kleinere Einzelhändler gar nicht haben. Außerdem kann es dabei helfen, den Kunden wieder ins Geschäft zu holen.

Kein Risiko

Bei Click and Collect gehen beide Seiten keinerlei Risiko ein. So kann der Kunde unverbindlich online ein Produkt reservieren, das der Händler für eine bestimmte Zeit im Laden zurücklegt. Der Kunde hat aber keinen rechtlichen Anspruch auf die Ware. Gleiches gilt für den Händler: Dieser hat ebenfalls keinen rechtlichen Anspruch darauf, dass der Kunde die Ware tatsächlich kauft. Dass sich das Konzept lohnt, zeigt auch Online City Wuppertal. Die Förderung für das Pilotprojekt läuft im September aus. Trotzdem wollen die Einzelhändler weitermachen, wie die Westdeutsche Zeitung berichtet.

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