Würzburg

VR-Banken in Unterfranken: Drei Fusionen in diesem Jahr

Die 22 Volks- und Raiffeisenbanken in Unterfranken sind in der Corona-Krise stabil geblieben. Allerdings geht der Konzentrationsprozess weiter. Filialschließungen nicht ausgeschlossen.
Neues Gesicht an der Spitze: Markus Merz ist unterfränkischer Bezirkspräsident des Genossenschaftsverbandes Bayern. Er vertritt 22 Volks- und Raiffeisenbanken.
Foto: GVB/Erhard Driesel | Neues Gesicht an der Spitze: Markus Merz ist unterfränkischer Bezirkspräsident des Genossenschaftsverbandes Bayern. Er vertritt 22 Volks- und Raiffeisenbanken.

Obwohl der Niedrigzins nach wie vor auf die Geschäfte drückt, sind die Volks- und Raiffeisenbanken in Unterfranken gut durch das Corona-Jahr 2020 gekommen. Das wurde am Mittwoch anhand der Bilanzzahlen deutlich, die die Regionaldirektion des Genossenschaftsverbandes Bayern (GVB) vorlegte.

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Demnach ging das Zinsergebnis gegenüber dem Vorjahr um 1,2 Prozent auf 246,2 Millionen Euro zurück. Der Überschuss bei den Provisionen blieb mit 103,2 Millionen Euro nahezu unverändert. Das operative Ergebnis stieg um 6,1 Prozent auf 126,6 Millionen Euro.

Die 22 in Unterfranken dem GVB angeschlossenen Volks- und Raiffeisenbanken "haben den Corona-Stresstest bestanden", bilanzierte der scheidende Bezirkspräsident Rainer Wiederer. Die regionale Ausrichtung der Bankengruppe habe sich als robust erwiesen.

Nach turnusmäßigen Wahlen im März ist Wiederer von Markus Merz abgelöst worden. Wiederer war acht Jahre lang Chef des GVB-Regionalverbandes gewesen und hatte aus Altersgründen nicht mehr kandidiert.

Wer der neue VR-Regionalpräsident ist

Nachfolger Merz (52) ist Vorstandsvorsitzender der Volksbank Raiffeisenbank (VR) Rhön-Grabfeld. Der in Aubstadt aufgewachsene Banker wird es gleich mit drei Fusionen zu tun bekommen: Die VR-Bank Alzenau schließt sich rückwirkend zum Jahresbeginn mit der Frankfurter Volksbank zusammen. Wohl im Juni werde die Ehe der VR-Bank Volkacher Mainschleife mit den VR-Banken Kitzinger Land und Frankenwinheim in trockenen Tüchern sein, so Merz am Mittwoch. Im Juli stehe dann die Fusion seiner VR-Bank Rhön-Grabfeld mit der in Schweinfurt an.

Nach den Fusionen werden noch 18 VR-Banken dem GVB-Regionalverband angehören. Wie sich die Zahl der momentan 219 mit Personal besetzten Filialen verändern werde, sei noch nicht klar, so Merz.

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Der neue Regionalpräsident schloss nicht aus, dass die Filialschließungen der Vergangenheit weitergehen. Üblich sei, "alle zwei bis drei Jahre zu hinterfragen, ob die Filialkonzepte so noch greifen". Es könne nicht sein, dass Niederlassungen künstlich am Leben erhalten werden, "die extrem unter der Kostendecke liegen". Der VR-Bankenverbund stehe aber nach wie vor zu seiner Verwurzelung in der Fläche, sagte Merz gegenüber dieser Redaktion.

Trotz der Corona-Krise sei die oft heraufbeschworene Insolvenzwelle mit vielen Kreditausfällen in der Region "bisher nicht erkennbar", hieß es bei der Präsentation der Geschäftszahlen am Mittwoch. Merz sieht die Digitalisierung des Bankengeschäfts als eine der Hauptaufgaben seines neuen Amtes an. Eine Kooperation mit den Sparkassen sei an der einen oder anderen Stelle "gar nicht schlecht".

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