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Zukunftssichere Immobilie: Wetterfestes Haus - Tipps für die Sanierung

Zukunftssichere Immobilie

Wetterfestes Haus - Tipps für die Sanierung

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    Wärmepumpen können dazu beitragen, ein Gebäude im Sommer zu kühlen.
    Wärmepumpen können dazu beitragen, ein Gebäude im Sommer zu kühlen. Foto: Jan Woitas/dpa/dpa-tmn

    Bei Starkregen und Überschwemmungen wird das Untergeschoss am ehesten in Mitleidenschaft gezogen. Voll gelaufene Keller sind geradezu zum Sinnbild für die Folgen des Klimawandels geworden. Aber auch das Dach, Fenster und Fassaden müssen insbesondere an exponierten Orten zeitweise extremem Wind und Wetter standhalten.

    Am besten wäre es natürlich, wenn die Immobilie von Anfang an entsprechend geplant wird: «Man spricht hier von resilienten Gebäuden», sagt Markus Hennecke von der Bayerischen Ingenieurkammer-Bau. «Sie werden so gebaut, dass sie extremen Klimageschehnissen widerstehen und nach Wetterereignissen wie Starkregen oder Hochwasser schnell wieder in Betrieb kommen können», erklärt Hennecke. Doch was können Eigentümer einer älteren Bestandsimmobilie unternehmen, um ihr Haus zu schützen?

    Oft ein Kompromiss - Prioritäten setzen

    Eines vorweg: Das perfekt ans Klima angepasste Haus, das jedem Wetter trotzt, wird man bei einer Sanierung kaum erreichen, so Alexander Steinfeldt, Energieexperte der gemeinnützigen Beratungsgesellschaft co2online. Denn anders als bei einem Neubau, den Bauherren von Anfang an klimagerecht planen können, ist die Sanierung von Bestandsgebäuden immer ein Kompromiss. «Aber jeder Schritt dahin ist sinnvoll», sagt Steinfeldt.

    Wer die Sanierung seines Eigenheims plant, sollte an mögliche Wetterereignisse denken und entsprechende Schutzmaßnahmen einbeziehen.

    Reihenfolge der Maßnahmen planen - und wer dabei hilft

    Welche Maßnahmen sinnvoll sind, kann zum Teil von der Lage der Immobilie abhängen. Besondere Schutzmaßnahmen lohnen sich vor allem dort, wo jetzt oder künftig mit Extremwetter zu rechnen ist, etwa in Starkregen-Gebieten oder Hochwasserzonen.

    «Eine erste Einschätzung über eventuelle Risiken bieten Gefahrenkarten», sagt Alexander Steinfeldt. Solche Karten stellen viele Bundesländer oder Kommunen online bereit. Auch Umwelt- und Bauämter sowie lokale Wasserverbände geben dazu Auskunft.

    Was möglich ist und was nicht, bestimmten aber auch die vorhandene Bausubstanz und das eigene Budget. Ist das Budget begrenzt, ist es laut Steinfeldt besonders wichtig, «zuerst die Maßnahmen anzugehen, die das Haus für Klimaveränderungen fit machen und wirtschaftlich sinnvoll sind.»

    Da dies je nach Zustand des Hauses variieren kann, ist in der Regel eine individuelle Beratung vorab sinnvoll. Um erste Anhaltspunkte zu bekommen und mögliche Schwachstellen am Haus zu erkennen, sollte am besten ein unabhängiger Experte die Immobilie gründlich durchchecken.

    Für eine genauere Bewertung hilft eine Klimarisiko- oder Starkregen-Beratung. Vielerorts wird sie kostenlos oder dank Förderung vergünstigt angeboten, etwa durch Kommunen, Verbraucherzentralen oder Energieberatungsstellen.

    Mehrere Maßnahmen kombinieren - vom Klima profitieren?

    Optimalerweise verbinden Eigentümer, wenn sie sanieren, mehrere Maßnahmen miteinander: Wer das Dach sturmsicher machen möchte, kann sich überlegen, ob er bei dieser Gelegenheit auch gleich eine Photovoltaikanlage installiert oder einen Teil der Dachfläche begrünt. Damit lässt sich der Gebäudeschutz von morgen mit Anpassungen an aktuelle Klimaveränderungen verbinden - und manchmal können Eigentümer zusätzlich profitieren, indem sie Energiekosten reduzieren.

    Denkt man etwa an konkrete Maßnahmen, ist in älteren Immobilien der Hitzeschutz oft ein großes Thema - zumindest wenn das Gebäude nicht für hohe Temperaturen gerüstet ist, die mittlerweile hierzulande im Sommer herrschen. «Hier ist nicht nur an Markisen und Rollläden zu denken», sagt Andreas Köhler, Architekt und Bauberater beim Bauherren-Schutzbund.

    Seltener bekannt: Auch eine Heizung kann Abkühlung bringen. Wer seine Heizungsanlage erneuern will, sollte die Kühlung also schon mitplanen. «Hier ist eine Wärmepumpe praktisch», so Köhler. Denn sie kann Räume auch passiv durch das Heizungssystem kühlen. «Damit lassen sich die Innentemperaturen um drei bis fünf Grad reduzieren.»

    Eine ausreichende Dämmung hilft ebenfalls. Sie hält nicht nur im Winter die Kälte draußen, sondern auch die Hitze im Sommer, erklärt Köhler. Wichtig sei: Die Dämmung durch gute Fenster zu ergänzen, am besten dreifach verglast und mit einer äußeren Wärmeschutzbeschichtung. Wer die Maßnahmen so aufeinander abstimmt, profitiert davon besonders.

    Vorausschauend handeln - Keller auf Hochwasser vorbereiten

    Beim Thema Starkregen und Hochwasser wird in vielen Fällen der Keller der sensibelste Ort sein. «Hilfreich kann es sein, größere Flächen des Grundstücks zu entsiegeln. Dann kann ein Teil des Wassers im Boden versickern, statt in den Keller zu fließen», sagt Christian Handwerk, Energieexperte bei der Verbraucherzentrale NRW.

    Außerdem kann man darüber nachdenken, seine Kellerfenster nachzurüsten. «Im Keller sollten die Fenster druckwasserdicht sein», rät Handwerk. Idealerweise lassen sich diese nur nach außen öffnen, sodass Hochwasser sie im Zweifelsfall zudrückt. In Risikogebieten sollten am besten auch der Boden und die Wände wasserdicht sein.

    Den Keller gegen drückendes Wasser gut abzusichern ist Christian Handwerk zufolge sinnvoll, doch es ist keine Garantie, dass er in allen Fällen trocken bleibt. Je nach Risiko sollten Eigentümer in hochwassergefährdeten Gebieten also darüber nachdenken, ob sie die Infrastruktur des Hauses, wie die Heizung oder die Haustechnik dauerhaft ins Obergeschoss verlegen wollen.

    Zudem ist es ratsam, bewegliches Interieur - bevor das Wasser kommt - in Sicherheit zu bringen. Das ist besonders wichtig bei kritischen Stoffen, wie Lacken und Farben, die das Wasser sonst kontaminieren könnten.

    Fazit: Das zeigt, nicht alle Schutzmaßnahmen müssen immer teuer sein. Wichtig ist vorausschauend zu planen und die Sanierung bedarfsgerecht und ganzheitlich anzugehen - damit man Sturm, Starkregen und Hitze künftig etwas gelassener entgegensehen kann.

    Haben Häuser einen Keller, sollte das Untergeschoss besonders in hochwassergefährdeten Gebieten aus wasserdichtem Beton bestehen sowie gut abgedichtet sein.
    Haben Häuser einen Keller, sollte das Untergeschoss besonders in hochwassergefährdeten Gebieten aus wasserdichtem Beton bestehen sowie gut abgedichtet sein. Foto: Armin Weigel/dpa
    Starkregen und Hochwasser: Voll gelaufene Keller sind zum Sinnbild für die Folgen des Klimawandels geworden.
    Starkregen und Hochwasser: Voll gelaufene Keller sind zum Sinnbild für die Folgen des Klimawandels geworden. Foto: Roberto Pfeil/dpa/dpa-tmn
    Wer sein Dach sanieren lassen will, kann im Rahmen dieser Maßnahmen auch über die Installation einer Solarthermie-Anlage nachdenken.
    Wer sein Dach sanieren lassen will, kann im Rahmen dieser Maßnahmen auch über die Installation einer Solarthermie-Anlage nachdenken. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn
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