Seit fünf Jahren diskutiert die Region darüber, ob im bayerischen Spessart ein Biosphärenreservat entstehen soll. Beteiligen wollten sich die Landkreise Main-Spessart und Miltenberg sowie Landkreis und Stadt Aschaffenburg. Doch jetzt machte der Aschaffenburger Landrat Alexander Legler eine überraschende Aussage, die das Ende des Projekts vermuten lässt. Gegenüber dem Main-Echo sagte der CSU-Landrat, es sei sinnlos, die Pläne weiterzuverfolgen. Es gebe nicht genügend Flächen für die Kernzone..
Main-Spessart
Herr Rößner: Das Biosphärenreservat Rhön ist Beispiel für die Entwicklung und den Umgang mit dem Kernzonendefizit in Biosphärenreservaten. Das Biosphärenreservat Rhön erstreckt sich über Bayern, Hessen und Thüringen. Trotz der UNESCO-Anerkennung seit 1991 gab es lange ein Defizit bei der Kernzonenfläche, besonders in Hessen und Thüringen. Thüringen hat 2023 begonnen, die Kernzone zu vergrößern – ausschließlich mit staatlichen Waldflächen, die bereits nicht mehr forstwirtschaftlich genutzt wurden. Hessen entwickelte ein detailliertes Konzept mit konkreten Flächenvorschlägen – darunter auch kleinere Flächen, die ökologisch wertvoll sind. 55 Kommunen von 76 (insg. 72 %) möchten sich an einem Reservat beteiligen. Verantwortungsbewusste Stadt- und Gemeinderäte haben das entschieden. Die Presse hat darüber berichtet. Angesichts dieser Dilemmasituation wäre eine bewusste Phase der Besinnung und des Innehaltens wertvoll – eine Art Pausetaste, ein Raum für Reflexion und respektvollen Dialog.
Hallo Johannes, als Gräfendorfer und damit Nichtbetroffener würde ich vielleicht ähnlich argumentieren. Ich kenne als ehemaliger, 30jähriger Bürgermeister die Geschichte des Spessarts recht gut. Und gerade deshalb bin ich, wie alle Gemeinden des Hochspessarts, ein entschiedener Gegner des "Reservats". Wer das nicht respektieren und anerkennen will, muss nur noch die Kommunalwahlen 2026 abwarten. denke mal an Deine Erfahrungen aus Deiner Bürgermeisterzeit mit den Schonderfelder!!! Soll/Will Deine Tochter die gleichen Erfahrungen machen?
Die Information der Öffentlichkeit zum Bioshärenreservat ist spärlich. Wo soll die angesprochenen Kernzone mit 5.000 Hektar liegen? Welche Anfangskosten und welche Dauerkosten entstehen? Personalbedarf? Die Medien sollten nicht nur agitieren, sondern auch informieren. Dazu gehört die Veröffentlichung der geografischen Struktur einschlieslich Lage der Kernzone. Das ist für Personen, wie mich wichtig, die nicht mit dem Spessart vertraut sind. Sofern das Projekt noch nicht definiert ist, kann es der außenstehende Bürger nicht bewerten. Insbesondere an die Befürworter gerichtet: Erst mal einen soliden Lösungs- und Finanzierungsvorschlag unterbreiten! Das Vorhaben ist offensichtlich und tatsächlich keine regionale Initiative, sondern eine Vorgabe "von oben". Das ist ein grober Eingriff in die regionale Identität und das Heimatgefühl der Bevölkerung. Mangelnde Akzeptanz und aktive Ablehnung ist die erwartbare Reaktion. Auftrag an die Medien: Fakten statt Emotionen!
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