Maßbach

Maßbach: Die einstigen jüdische Mitbürger im Blick

Die Geschichten, mit denen die Besucher der Ausstellung in der Maßbacher Synagoge konfrontiert werden, sind sehr anrührend.
Foto: Klaus Bub | Die Geschichten, mit denen die Besucher der Ausstellung in der Maßbacher Synagoge konfrontiert werden, sind sehr anrührend.

Im Rahmen der Jüdischen Kulturtage Bad Kissingen veranstaltet die Marktgemeinde Maßbach am Sonntag, 6. September, eine Führung durch die Ausstellung in der örtlichen Synagoge sowie einen Besuch des Israelitischen Friedhofs, heißt es in einer Pressemitteilung.

Weit geht die Geschichte der jüdischen Bevölkerung in der Gemeinde zurück. Sie reicht bis zum Jahr 1942, als auch jüdische  Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Maßbach und Poppenlauer deportiert und ermordet wurden.

Interessante Ausstellung

In der vor ein paar Jahren sozusagen wiederentdeckten ehemaligen Synagoge in Maßbach ist in jüngster Vergangenheit die Ausstellung "Maßbach unterm Davidstern" entstanden. Bei der Führung durch die Räume dort sind bedeutende Zeugnisse der jüdischen Kultur und Geschichte zu sehen.

Die anschließende Führung über den israelitischen Friedhof in Maßbach steht ganz unter dem Motto der Stolpersteinverlegung, die Ende September 2020 in Poppenlauer stattfindet, so die Mitteilung weiter. Denn ab 1918 bestattete auch die Jüdische Gemeinde Poppenlauer ihre Verstorbenen in Maßbach.

Der Jüdische Friedhof in Maßbach wurde in den Jahren 1903/04 angelegt. Es finden sich dort 41 Grabsteine.
Foto: Archiv Isolde Krapf | Der Jüdische Friedhof in Maßbach wurde in den Jahren 1903/04 angelegt. Es finden sich dort 41 Grabsteine.

Es gibt auch leere Gräber

Aus Poppenlauer stammte beispielsweise auch Jette Grünbaum, die im Juni 1942, kurz vor der bevorstehenden Deportation, verstarb und als Letzte im Maßbacher Friedhof begraben wurde. Viele Gräber blieben auch leer, weil Ehepartner, Geschwister und die Kinder ermordet wurden, heißt es weiter.

Klaus Bub, der sich intensiv mit der Geschichte der Juden auseinandersetzte,  wird an so manchem Grabstein die Geschichte der jeweiligen Familienangehörigen erzählen, die während der Naziherrschaft deportiert und ermordet wurden. Opfer waren sie alle, die als Juden diese Zeit erlebt haben, selbst wenn sie manchmal durch Flucht überleben konnten. Für sie wird der Künstler Gunter Demnig am 29. September 21 Stolpersteine vor ihren jeweiligen Häusern in Poppenlauer verlegen.

Mit Maske und Kopfbedeckung

Die Führungen am Sonntag sind kostenfrei. Die Veranstalter weisen darauf hin, den nötigen Abstand zu halten und den Mund-Nasen-Schutz aufzusetzen. Wegen der begrenzten Teilnehmerzahl sollte man sich anmelden unter Tel: (0 97 35) 1269. Treffpunkt ist um 14 Uhr an der Poppenlaurer Straße 4. Gegen 15.30 Uhr geht's dann zum Jüdischen Friedhof. Männliche Teilnehmer werden gebeten, eine Kopfbedeckung mitzubringen.

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