Haßfurt

Amtsgericht Haßfurt: Bewährungsstrafe für Bedrohung mit Holzlatte

Ein 50-Jähriger hatte verbotenerweise seine Ex-Freundin aufgesucht, eine andere Frau bedroht und Polizisten beleidigt. Dafür gab es vor Gericht die Quittung.
Am Amtsgericht Haßfurt gab es einen Bewährungsstrafe für einen mehrfach vorbestraften 50-Jährigen, der unter anderem eine Frau mit einer Holzlatte bedroht hatte.
Foto: Jochen Reitwiesner | Am Amtsgericht Haßfurt gab es einen Bewährungsstrafe für einen mehrfach vorbestraften 50-Jährigen, der unter anderem eine Frau mit einer Holzlatte bedroht hatte.

Völlig danebenbenommen hat sich ein 50-Jähriger aus dem Landkreis Kitzingen im Januar vergangenen Jahres. Eine Autofahrerin bedrohte er vor dem Haßfurter Bahnhof mit einer rund einen halben Meter langen Holzlatte. Die Frau traute sich nicht, aus ihrem Fahrzeug auszusteigen, und wählte den Polizeinotruf. Die eintreffenden Beamten beleidigte er, wie er es bereits einen Tag zuvor getan hatte, als ihm die Beamten in Hofheim ein Platzverbot erteilt hatten, weil er seine Ex-Freundin verbotenerweise aufgesucht hatte. Am Dienstag bekam der 50-Jährige am Amtsgericht die Quittung für seine Ausraster.

Wegen Nötigung und Beleidigung erhielt er eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten, die für drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt ist. Von seiner Ex-Lebensgefährtin muss er sich nach Weisung des Gerichts auch weiterhin fernhalten.

Eine Nacht in der Ausnüchterungszelle

Los gingen die Eskapaden des Angeklagten am 24. Januar vergangenen Jahres, als er am späten Abend ein Vereinslokal in Hofheim aufsuchte, in dem seine Ex-Freundin damals arbeitete. Die war über den unerwarteten Besuch nicht erfreut und rief die Polizei, die gleich mit zwei Streifen anrückte, um den Betrunkenen in die Ausnüchterungszelle in der Dienststelle in Haßfurt zu bringen. Dabei beleidigte sie der damals 49-Jährige mit Schimpfworten, von denen "Maulaffen" noch das höflichste war.

Kaum aus der Ausnüchterungszelle entlassen, frönte der Angeklagte am nächsten Tag wieder dem Alkohol. Gegen 19.40 Uhr abends hielt er sich vor dem Bahnhofsgebäude in Haßfurt auf, mit später ermittelten 0,86 Promille intus und bewaffnet mit einer Holzlatte. Als eine 32-Jährige mit ihrem Auto vorfuhr, fuchtelte er damit herum, weil er sich von dem Abblendlicht geblendet fühlte, wie er in der Verhandlung sagte. Die Autofahrerin bekam Angst und fuhr in Richtung des westlich gelegenen Parkplatzes, wohin ihr der Angeklagte folgte. Als die 32-Jährige anhielt, baute er sich vor der Kühlerhaube auf. Die Frau bekam es mit der Angst zu tun und rief die Polizei, die wenig später eintraf und den Lattenschwenker wieder in die Zelle brachte – wiederum unter wüsten Beschimpfungen des Angeklagten.

Lange Liste an Vorstrafen

Der räumte vor Gericht alle Vorwürfe ein und entschuldigte sich für sein Verhalten. Alkohol trinke er seitdem nicht mehr, versicherte seine Verteidigerin. Ein Unbekannter ist er vor Gericht nicht. Acht Einträge stehen in seinem Sündenregister, von Verkehrsdelikten über Diebstahl, Betrug bis hin zu Raub mit Körperverletzung. Im Jahr 2016 wurde er zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt, weil er einen Supermarkt in Kitzingen überfallen hatte. Im Jahr 2019 wurde er entlassen.

Seitdem habe sich der Angeklagte gebessert, sagte sein Bewährungshelfer im Zeugenstand. Seine Alkohol- und Spielsucht habe er seitdem im Griff. Immer wieder sei sein Klient in früheren Zeiten in die Psychiatrie in Werneck eingeliefert worden. Dies sei nun nicht mehr nötig. Die Anklagevertreterin sah daher eine günstige Sozialprognose vorliegen und plädierte auf eine sechsmonatige Bewährungsstrafe, die der Vorsitzende Richter Christoph Gillot so übernahm. "Ich möchte sie dienstlich nicht mehr wiedersehen", verabschiedete er den Verurteilten aus dem Gerichtssaal.

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