Haßfurt

Anti-Masken-Demo in Haßfurt: Presse steht unter Beobachtung

Erstmals haben in Form der Initiative "Eltern stehen auf" Gegner von Corona-Auflagen auch in Haßfurt demonstriert. Die Wortführer waren allerdings weiter angereist.
Erstmals fand in Haßfurt eine Demo gegen die Maskenpflicht statt. Wortführer war Marco Kister aus Schweinfurt.
Foto: Peter Schmieder | Erstmals fand in Haßfurt eine Demo gegen die Maskenpflicht statt. Wortführer war Marco Kister aus Schweinfurt.

Am Donnerstagnachmittag lud die Initiative "Eltern stehen auf" zu einer Kundgebung auf dem Haßfurter Marktplatz. Sie kämpfen gegen die Maskenpflicht, die sie für gesundheitsschädlich halten – vor allem in Schulen. "Die Kinder sind unser höchstes Gut", betonen sie in mehreren Reden. Rund 100 Menschen hatten sich auf dem Marktplatz eingefunden, 190 waren angemeldet; eine Zahl, die den Verdacht nahelegt, dass die Veranstalter knapp unter der Marke von 200 Menschen bleiben wollten, ab der in Bayern auch im Freien die Maskenpflicht gilt.

Bei der Kundgebung ging es auch musikalisch zu: Ein altes indisches Mantra sollte als Mutmacher dienen.
Foto: Peter Schmieder | Bei der Kundgebung ging es auch musikalisch zu: Ein altes indisches Mantra sollte als Mutmacher dienen.

Personen aus dem rechtsextremen Spektrum, die sich vielerorten unter die Teilnehmer bei "Corona-Demos" gemischt hatten, waren in Haßfurt nicht zu erkennen. Der Umgang mit den Medien war dennoch teilweise ruppig: Als zwei Reporter um ein Gespräch mit den Verantwortlichen am Rande der Demo baten, kamen diese gleich im Pulk von sechs Personen, von denen drei vor allem damit beschäftigt waren, die Medienvertreter mit ihren Handys zu filmen, was als ein Mittel gilt, Journalisten einzuschüchtern.

Kaum Redner aus Haßfurt

Das Gespräch lief dennoch freundlich ab. Von den Rednern der Demo kommt mit Nicole Graf nur eine von der Kreisgruppe Haßfurt der Elterninitiative. Die anderen stammen aus Nachbarlandkreisen, überwiegend aus Schweinfurt.

Unter den Rednern war Nicole Graf von der Kreisgruppe Haßfurt von 'Eltern stehen auf'.
Foto: Peter Schmieder | Unter den Rednern war Nicole Graf von der Kreisgruppe Haßfurt von "Eltern stehen auf".

In den Reden erzählten Graf und zwei Schweinfurter Väter vor allem Schauergeschichten von Kindern, die unter den Masken zusammengebrochen sein sollen, weil sie keine Luft bekommen hätten. Schulleiter, die auf die Maskenpflicht in der Schule bestehen, wurden mit recht heftigen Schimpfworten beleidigt. 

Kritik an "Mainstream-Medien"

Immer wieder wurden die "Mainstream-Medien" kritisiert, die angeblich keine Kritik am "Trio Drosten, Lauterbach, Spahn" zulassen – so als hätte es beispielsweise die Hart-aber-fair-Sendung nie gegeben, in der mehrere Gäste dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach Panikmache vorwarfen.

Ein CO2-Messgerät soll beweisen, dass unter der Maske schon nach wenigen Atemzügen kritische Grenzwerte für eine Vergiftung überschritten sind. Fachleute haben dagegen längst darauf hingewiesen, dass diese Art von Messgeräten für solche Versuche gänzlich ungeeignet sind.
Foto: Peter Schmieder | Ein CO2-Messgerät soll beweisen, dass unter der Maske schon nach wenigen Atemzügen kritische Grenzwerte für eine Vergiftung überschritten sind.

"Wir sind keine Leugner", sagt Marco Kister aus Schweinfurt, Wortführer der Demonstranten. Das Virus gebe es, nur die Maßnahmen seien unverhältnismäßig. Unter den Menschen, die sich auf dem Marktplatz versammelt haben, trägt allerdings mindestens einer ein T-Shirt mit dem bei Verschwörungstheoretikern beliebten Aufdruck "Gib Gates keine Chance".

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