Knetzgau

Doppelt Grund zu feiern

Die glückliche Jubilarin vor „ihrer“ abWG St. Martha. Angelika Krines sagt: „Wenn ich könnte, würde ich nochmal 25 Jahre dranhängen.“
Foto: Christine Vogl | Die glückliche Jubilarin vor „ihrer“ abWG St. Martha. Angelika Krines sagt: „Wenn ich könnte, würde ich nochmal 25 Jahre dranhängen.“

Kaffee und Kuchen, Beisammensitzen, gemeinsam Fotobücher anschauen und in Erinnerungen schwelgen. So wurde der zehnte Geburtstag in St. Martha gefeiert. Coronabedingt ganz ohne weitere Gäste. Dabei hätte dieses Erfolgsmodell sicherlich ein rauschendes Fest verdient gehabt.

Am 1. April 2011 wurde die ambulant betreute Wohngemeinschaft (abWG) für pflegebedürftige Menschen St. Martha in Knetzgaus Dorfmitte feierlich eröffnet. Das Konzept „Sicherheit und Selbstbestimmung im Alter“ wird hier gelebt im gemeinsamen Alltag, der sich in den großen und hell gestalteten Gemeinschaftsräumen abspielt. Zwölf Mieterinnen und Mieter können sich in ihrem Zimmer individuell gemütlich einrichten und in der familienähnlichen Gruppe einen weitestgehend gewohnten Tagesablauf genießen. Die Bewohner werden rund um die Uhr liebevoll unterstützt, selbst bei schwerer Pflegebedürftigkeit kann diese WG ihr Zuhause bleiben. Getragen wird das Konzept von seinen Mietern und den Angehörigen, die im Gremium gemeinsam über die Abläufe bestimmt.

Angelika Krines für langjährige Betriebszugehörigkeit geehrt

Ein weiterer Garant für dieses erfolgreiche Pflegekonzept in Knetzgau ist Angelika Krines. Sie ist seit Gründung der Einrichtung dabei und feierte kürzlich ihr 25-jähriges Dienstjubiläum bei der Caritas-Sozialstation, die die abWG als ambulanter Pflegedienst betreut. Neben der Zuwendungen gemäß der Caritas-Arbeitsvertragsrichtlinien, erhielt die leitende Mitarbeiterin Blumengrüße und zahlreiche wertschätzende Worte vom Führungsduo der Sozialstation, Sabine Paeth und Petra Brand, sowie von der Geschäftsführerin des Caritasverbandes Haßberge, Anke Schäflein. „Wir sind so froh, Sie hier bei uns zu haben. Ich weiß noch genau, als wir das erste Mal über das Projekt Senioren-WG gesprochen haben. Sie waren anfänglich sehr zögerlich, ob Sie sich die Leitung zutrauen können. Und heute? Heute können wir uns St. Martha ohne Sie gar nicht mehr vorstellen. Herzlichen Dank für Ihren Einsatz“, betont die Geschäftsführerin.

Ein Blick zurück: Als Angelika Krines als gelernte Kindergärtnerin seinerzeit in die Erziehungspause ihrer eigenen Kinder ging, wusste sie, „wenn ich wieder anfange zu arbeiten, dann will ich in die Altenpflege. Meine Nachbarin war in der ambulanten Pflege tätig und hatte so ein Caritas-Auto. Das wollte ich auch.“ Und so kam es schlussendlich dann auch. Während der Zeit in der Bamberger Altenfachschule hat sie fast alle Praxiseinsätze in der Caritas-Sozialstation absolviert, wo sie dann auch nach ihrer Ausbildung blieb. Später folgte die Weiterbildung zur Gerontopsychiatrischen Fachkraft, bevor sie schließlich den großen Schritt zu mehr Führungsverantwortung wagte. Sie hielt in der Phase des Aufbaus der abWG alle Fäden in der Hand und ist bis heute als leitende Mitarbeiterin das Herz der Einrichtung. Über ihre anfänglichen Zweifel kann die Jubilarin heute nur noch schmunzeln: „Bis heute habe ich keinen einzigen Tag bereut. Wenn ich könnte, würde ich noch weitere 25 Jahre dranhängen.“

Wie schon das zehnjährige Jubiläum der Einrichtung wurde das Dienstjubiläum im gemeinsamen Kreis der WG gefeiert. Alle können zumindest diesem Punkt in der Corona-Pandemie etwas abgewinnen „Uns geht es hier gut. Wir sind ja hier wie eine Familie. Nicht so, wie bei vielen Senioren 'da draußen', die in diesen Zeiten weniger Gesellschaft haben, nahezu isoliert sind, weil vieles einfach nicht mehr stattfindet. Wir haben hier ja 'uns', also die anderen Mieter und die Mitarbeitenden. Was natürlich allen sehr fehlt, sind die Kinder. Ob es die eigenen (großen und kleinen) Kinder und Enkel sind, oder diejenigen aus den  Kindergärten und Schulen, die uns regelmäßig besucht haben“, fasst Angelika Krines die Stimmung im Haus zusammen. „Aber auch das kriegen wir bald in den Griff – wir sind ja alle geimpft.“

Schließlich danken alle „von der Caritas“ noch sehr herzlich dem stets sehr aktiven und kreativen Angehörigengremium. „Zu allen Zeiten haben wir gemeinsam so viel Gutes aus unserem Auftrag gemacht, ein völlig neues und selbst bestimmtes Versorgungskonzept in Knetzgau umzusetzen, das aus unserer Sicht viel mehr Nachahmer finden sollte“, so Frau Schäflein.

Von: Christine Vogl, Caritasverband für den Landkreis Haßberge, Haßfurt

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