Kirchaich mit Nützelbach

Dorfrocker danken den Helden der Corona-Krise mit einem Lied

Die Band aus dem Steigerwald hat zusammen mit zwei Sängerinnen einen alten Hit neu aufgenommen. Mit "Stille Helden" wollen die Dorfrocker allen Helfern in der Krise danken.
Die Dorfrocker sind vor allem als Partyband bekannt. Doch in ihrem Lied 'Stille Helden' schlagen sie ruhigere Töne an. Damit wollen sie allen Alltagshelden in der Corona-Krise danken.
Foto: Dorfrocker | Die Dorfrocker sind vor allem als Partyband bekannt. Doch in ihrem Lied "Stille Helden" schlagen sie ruhigere Töne an. Damit wollen sie allen Alltagshelden in der Corona-Krise danken.

Die Dorfrocker aus Kirchaich im Landkreis Haßberge sind vor allem als Party-Band bekannt. Doch nun schlagen die drei Brüder ganz andere Töne an: In ihrem Lied "Stille Helden" geht es um Menschen, die nicht im Mittelpunkt stehen und kaum Aufmerksamkeit bekommen, obwohl sie für die Gesellschaft einen wichtigen Beitrag leisten. Ein Lied also, das gerade während der Corona-Krise gut passt. Und so hat der Song, den die Band am 24. März auf Youtube und einen Tag später auf Facebook veröffentlichte, in kürzester Zeit sehr viel Aufmerksamkeit bekommen.

"In drei Tagen hatten wir eine Million Aufrufe auf Facebook", erzählt Tobias Thomann begeistert. Zusammen mit seinen Brüdern Philipp und Markus, die Gitarre, Bass und Akkordeon spielen, tritt der Sänger seit 2005 als Dorfrocker auf. Dabei ist das Lied nicht neu. Erstmals erschien es 2016 auf einem ihrer Alben. Nun hat das Trio das Lied neu aufgenommen und sich dafür zwei Gastsängerinnen dazugeholt: Mia Julia und Frenzy Blitz, die seit kurzem zusammen als Duo SchoKKverliebt auftreten.

Das Lied "Stille Helden" hat viel Aufmerksamkeit bekommen

Auch die beiden Frauen sind ansonsten eher für ausgelassene Party-Musik bekannt. Sie gelten als Ballermann-Stars und stehen sonst eher leicht bekleidet auf der Bühne. Im Video zu "Stille Helden" zeigen sie sich dagegen sehr gefühlvoll. Für Mia Julia ist es nicht die erste Zusammenarbeit mit den Dorfrockern: 2017 hat sie bereits das Duett "Dorfkind" mit ihnen gesungen.

Über die große Aufmerksamkeit, die "Stille Helden" in den vergangenen Tagen bekommen hat, sagt Tobias Thomann im Gespräch mit dieser Redaktion: "Wir freuen uns natürlich. Aber letztlich ist die Botschaft das Entscheidende." In einer Pressemitteilung der Musiker heißt es: "Es ist Zeit, Danke zu sagen. Aus tiefstem Herzen Danke an alle, die in einer ungewissen Zeit im Jahr 2020 den Laden am Laufen halten."

Zusammenarbeit der Musiker ohne direkten Kontakt

Etwa eine Woche hat es gedauert, bis der Song neu aufgenommen und das Video dazu fertig war. Auch das Abmischen der Musik und das Schneiden des Videos haben die Dorfrocker selbst übernommen. Da sie sich in Zeiten von Ausgangsbeschränkungen nicht mit ihren beiden Gastmusikerinnen treffen konnten, nahmen diese sich selbst auf.

Video

Die Thomann-Brüder schnitten dann die Ton- und Bildaufnahmen, die sie von den beiden Sängerinnen bekamen, mit ihren eigenen zusammen. Dazu kam allgemein zugängliches Bildmaterial, das unter anderem Polizisten, Krankenschwestern, Pflegekräfte oder Feuerwehrleute bei der Arbeit zeigt, ebenso wie Menschen, die Supermarkt-Regale einräumen oder sich um ihre Familie kümmern. Also genau die Menschen, die etwas dazu beitragen, die Gesellschaft auch während der Corona-Krise am Laufen zu halten.

Party-Musik und "Herzens-Song" - das ist kein Widerspruch

Die Dorfrocker schreiben in ihrer Pressemitteilung von einem "Herzens-Song", ein Wort, das auch Mia Julia auf ihrer Website verwendet. Darin, dass fünf Musiker, die ansonsten vor allem für Party-Musik bekannt sind, nun ein solches Lied aufnehmen, sehen die Musiker keinen Widerspruch. Auch die weit über tausend Kommentare, die der Song auf Facebook und Youtube bekommen hat, sind überwiegend positiv und loben, dass viele Berufsgruppen, die sonst oft vergessen werden, nun endlich etwas Anerkennung bekommen.

"Als Künstler können wir aktuell nicht so viel geben", sagt Markus Thomann, der bei den Dorfrockern den Bass spielt. "Wie viele andere sitzen wir daheim. Die Veranstaltungen sind im Moment alle abgesagt, und das ist gut so, damit die Sache so schnell wie möglich wieder vorüber ist."

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