Sand am Main

Kampf ums Rathaus: Die Freien Sander Bürger schicken Jörg Kümmel ins Rennen

Der 55-Jährige wurde ohne Gegenstimme zum Kandidaten gekürt. Warum er sich diesmal größere Chancen für einen Sieg ausrechnet als bei der Bürgermeisterwahl 2017.
Der zweite Anlauf: Wie bereits 2017 ist Jörg Kümmel auch bei der Bürgermeisterwahl 2023 Kandidat der Freien Sander Bürger. 
Foto: Lukas Reinhardt | Der zweite Anlauf: Wie bereits 2017 ist Jörg Kümmel auch bei der Bürgermeisterwahl 2023 Kandidat der Freien Sander Bürger. 

Was seit Wochen bereits bekannt war, ist nun auch offiziell: Jörg Kümmel will Bürgermeister der Gemeinde Sand werden. Bei der Nominierungsveranstaltung der Freien Sander Bürger (FSB) am Dienstagabend wurde der 55-Jährige einstimmig zum Kandidaten der Gruppierung gekürt. 

Damit steht auch fest: Die Sanderinnen und Sander werden am 7. Mai 2023 eine Wahl haben, anders etwa als zuletzt die Stimmberechtigten von Hofheim. Denn Kümmel ist nach Julian Müller (CSU) der zweite offizielle Bewerber im Kampf um die Nachfolge des amtierenden Bürgermeisters Bernhard Ruß (SPD/Sander Bürgerliste). Dessen Parteikollege Matthias Zink soll Anfang kommenden Jahres bei einer Nominierungsversammlung ins Rennen um das Rathaus geschickt werden. Pro Forma, denn wie schon bei Kümmel gilt auch seine Kandidatur bereits jetzt als sicher.

Große Ambitionen im Ringen um das Rathaus

Für Jörg Kümmel – promovierter Chemiker, Unternehmer, Vorsitzender der FSB und der Lebenshilfe Haßberge – ist es bereits der zweite Anlauf um das höchste Amt in Sand. 2017, bei der letzten Bürgermeisterwahl, hatte er mit 21,85 Prozent der Stimmen den zweiten Platz belegt – noch vor der CSU-Kandidatin Andrea Rippstein, aber hinter dem damaligen Amtsinhaber Bernhard Ruß. Auch damals war der heute 55-Jährige von den FSB ohne Gegenstimme zum Kandidaten gekürt worden.

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Diesmal, erklärte Kümmel am Rande der Nominierungsveranstaltung, seien die Vorzeichen andere, genauso wie die Aussicht auf einen Sieg, seinen Sieg: "Der amtierende Bürgermeister tritt nicht mehr an, dadurch sehe ich größere Chancen als noch 2017." Vom Votum seiner Anhängerinnen und Anhänger zeigte er sich "begeistert". Eine wirkliche Überraschung war das Ergebnis von Dienstag aber auch für Kümmel nicht, der seit 2014 Mitglied des Sander Gemeinderats ist. Er war an diesem Abend der einzige, der seinen Hut in den Ring geworfen hatte. 

"Die großen Weichen sind in den vergangenen Jahren vom Gemeinderat gestellt worden. Jetzt geht es um die Frage: Wem trauen die Sanderinnen und Sander die Umsetzung zu?"
Jörg Kümmel, Bürgermeisterkandidat FSB

Vor der endgültigen Kür zum Kandidaten der FSB hatte Jörg Kümmel den rund 50 Anwesenden seine Ziele für die Gemeinde Sand präsentiert. Wenn auch in groben Zügen. Mit Blick auf die galoppierende Inflation sprach Kümmel davon, dass Sand für alle Bewohnerinnen und Bewohner bezahlbar bleiben müsse; dass Seniorinnen und Senioren nicht alleingelassen und an den Ortsrand gedrängt werden dürften; dass Vereine sinnvoll unterstützt werden müssten, ohne dabei die Gemeinde finanziell zu überlasten. 

Kümmel ging außerdem auf die Sanierung der Sander Kanalisation ein, die in den kommenden Jahren Millionen verschlingen und nicht nur der Gemeinde, sondern vor allem den Anwohnerinnen und Anwohnern viel Geld kosten werde. "Ich verspreche, alles Mögliche in meiner Macht zu tun, damit die Kosten so niedrig bleiben wie möglich", erklärte er.

Wahlkampf dürfte schon bald an Fahrt aufnehmen

Kümmel präsentierte sich als Pragmatiker. Als jemand, der Kompromisse findet, anstatt Konflikte zu suchen. "Die großen Weichen sind in den vergangenen Jahren vom Gemeinderat gestellt worden", erklärte er. "Jetzt geht es um die Frage: Wem trauen die Sanderinnen und Sander die Umsetzung zu?" Tatsächlich dürfte das Rennen um das Rathaus nach dem Ende der Ära Ruß so offen sein wie schon lange nicht mehr. Ob das den Wahlkampf belebt, wird sich zeigen. Nach der zweiten Kandidatenkür könnte er schon bald an Fahrt aufnehmen. Wie ernst es den Bewerbern ist, offenbarte sich bereits am Dienstagabend. Denn unter den Anwesenden war auch CSU-Bürgermeisterkandidat Julian Müller. "Um Respekt zu zeigen", wie er betonte. Vielleicht aber auch als Zeichen an den politischen Rivalen.  

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