Lußberg

Lußberger wünschen sich ein Baugebiet

In der Bürgerversammlung im Breitbrunner Ortsteil Lußberg forderten viele Bürger zu ihrer Entwicklung ein entsprechendes Baugelände.
Foto: Günther Geiling | In der Bürgerversammlung im Breitbrunner Ortsteil Lußberg forderten viele Bürger zu ihrer Entwicklung ein entsprechendes Baugelände.

Groß war die Palette an Themen, die die Besucher bei der Bürgerversammlung im Feuerwehrhaus in Lußberg ansprachen. Sie reichten von der Forderung nach einem Baugebiet über die intensivere Pflege der Grünanlagen entlang des Lautergrundbaches bis hin zu der Meinung, dass man auf das "Prestigeobjekt Sandsteinwelten" in der jetzigen Zeit verzichten solle.

Mit den Fragen "was gibt es für Themen, die für euch in Lußberg wichtig sind? Warum habt ihr euch auf den Weg zu mir gemacht? Was interessiert euch und was für Wünsche habt ihr?" hatte Bürgermeisterin Ruth Frank gleich zu Beginn herausgestellt, dass sie keine Präsentation zeigen, sondern mit den Bürgern ins Gespräch kommen wolle. Dies sei bei der derzeitigen Corona-Pandemie ja auch gar nicht so einfach und sicher werde die Krise noch länger andauern. Dabei müsse man sich auch die Frage stellen, was man organisieren könne, damit das Gemeindeleben nicht ganz lahmgelegt werde.

"Ohne Baugebiet geht es rückwärts"

Ein Bürger erinnerte gleich an die letzte Bürgerversammlung, in der es auch etwas Streit wegen eines neuen Baugebietes gegeben hatte. "Wo gebaut wird, geht es aufwärts und ohne Baugebiete geht es rückwärts." Dabei ging auch der Blick auf die anderen Gemeindeteile "Breitbrunn hat sich inzwischen verdoppelt und selbst in Kottendorf gibt es ein größeres Baugebiet, aber nicht in Lußberg."

"Hättet ihr gerne ein Baugebiet?", stellte Bürgermeisterin Ruth Frank die konkrete Frage und meinte dazu: "Rückwärts geht es dabei nicht unbedingt. Aber wenn wir uns entwickeln wollen, ist diese Frage berechtigt. Wir haben auch Nachfragen und Bedarf. Nur stellt sich die Frage, an welchem Standort das in Lußberg geschehen soll. Hier gibt es nicht so viele Möglichkeiten."

Vorschläge für einen Standort

Aus den Reihen der Bürger kamen aber Vorschläge wie von Breitbrunn kommend rechts und links der Straße oder auch oberhalb des Friedhofs, wo die Gemeinde sogar ein Grundstück habe. Nötig seien auch noch weitere Flächen als Tauschflächen – und den Landwirt, der weiteres Bauland zur Verfügung stelle.

Die Bürgermeisterin versprach, zu schauen, ob es eine Möglichkeit gebe. "Mir ist auf jeden Fall klar geworden, dass ihr euch entwickeln wollt und dann muss eine Möglichkeit geschaffen werden. Dabei sollte man auch an Leerstände denken, aber da gibt es ja nicht viele." Auf jeden Fall sehe auch sie oberhalb des Friedhofs eine Möglichkeit.

Mehr Pflege für den Spazierweg

Auch die Grünanlage und der Fußweg entlang des "Lauterbaches" waren ein Thema und die Bürger erinnerten daran, dass der einmal durch den gesamten Ort geschaffene Spazierweg immer mehr zuwachse und der Weg auch für Kinder nicht mehr einfach zu nutzen sei. "Nur einmal mähen jährlich, genügt einfach nicht." Auch die Holzbrücke sehe böse aus und sei in einem Zustand, der geändert werden müsse. Bürgermeisterin Frank versprach, mit dem Gemeinderat einmal eine Begehung zu machen und die Priorität für diesen Bereich entlang des Baches höher zu setzen.

Die 'Lauter' begleitet durch das Dorf ein Fußweg mit Grünanlagen, für die sich die Bürger mehr Pflege wünschen.
Foto: Günther Geiling | Die "Lauter" begleitet durch das Dorf ein Fußweg mit Grünanlagen, für die sich die Bürger mehr Pflege wünschen.

Obwohl die "fränkischen Sandsteinwelten" in Breitbrunn entstehen sollen, brachte ein Bürger das Thema auch in Lußberg zur Sprache und vor allem den Beschluss des damaligen Gemeinderates, dass der Zuschuss der Gemeinde Breitbrunn dazu auf 100 000 Euro begrenzt wurde. "Die Gemeinde soll aber jetzt das doppelte und dreifache bei 300 000 Euro zahlen. Könnte man das Geld nicht besser anlegen und für andere Sachen in der Gemeinde einsetzen? Auf das Prestigeobjekt sollte man in der jetzigen Zeit verzichten."

Schwierige Entscheidung bei der Sandsteinwelt

Bürgermeisterin Ruth Frank gestand ein, dass das eine schwierige Entscheidung sei, bei der auch sie noch nicht wisse, was richtig und was falsch sei. Man müsse sich das gut überlegen und der Gemeinderat müsse demnächst entscheiden, ob er in die nächste Phase gehen wolle. Hier sei sie auch dankbar für Bürgermeinungen. Auf jeden Fall solle es nicht so viel kosten, aber man habe nun weitere Positionen einrechnen müssen wie ausstehende Spendengelder, die Steigerung der Baukosten oder die Forderung nach einer Bushaltestelle. Hier sei auch die Förderung noch nicht abgeklärt. Wenn man aber jetzt nicht baue, gingen auch 600 000 Euro an Fördergeldern verloren – bei derzeitigen Planungskosten von 1 011 500 Euro).

Auch Kanal und Wasser waren Themen, die von den Bürgern zur Sprache gebracht wurden. Schon am Montag findet die Sitzung des Zweckverbandes der "Veitensteingruppe" statt, deren Vorsitzende nun auch die Bürgermeisterin ist. "In der Sitzung wird es auf jeden Fall auf eine Erhöhung der Wassergebühren hinauslaufen. Wir sind angehalten, kostenrechnende Einrichtungen entsprechend zu kalkulieren. Nach einer Kalkulation ist der aktuelle Preis auf jeden Fall nicht haltbar."

WLAN in Zeiten des Homeoffice

Bei der Abwasserbeseitigung, bei welcher der Ortsteil an die Kläranlage in Richtung Oberfranken bei Appendorf angeschlossen ist, sei noch nichts spruchreif. "Auf jeden Fall will die Gemeinde Lauter ihre Kläranlage ertüchtigen. Was das für uns bedeutet, ist noch nicht klar."

Aus der Runde heraus wurde auch eine WLAN-Grundausstattung für das Feuerwehr gewünscht. Bürgermeisterin Frank informierte dazu, dass derzeit in der VG eine Markterkundung laufe, wie viele Anschlüsse gewollt seien. Ziel sei es auf jeden Fall, jeden Interessenten anzuschließen. In Zeiten von Homeschooling und Homeoffice sei dies nötig.

"Parksituation" ohne Parkplätze

Als Probleme wurden auch die "Parksituationen" am alten Schulhaus und der Haltestelle sowie auf dem Wanderparkplatz "zum Veitenstein" in die Runde geworfen. Bürgermeisterin Frank bat darum, den Gehweg und Platz vor der Bushaltestelle frei zu halten. Bei dem Parkplatz Richtung Veitenstein gehe es auf keinen Fall an, dass dieser privat zugeparkt werde und damit für Gäste und Wanderer keine Möglichkeit zum Parken gegeben sei.

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