Eltmann

Sankt Hedwig Eltmann agiert unter dem Dach der Sozialstation Haßberge

Von diesem Gebäude am Fichtenbach 1 in Eltmann aus wurde die Sozialstation Sankt Hedwig seit vielen Jahren organisiert. Es wird auch weiter Stützpunkt im östlichen Landkreis bleiben.
Foto: Günther Geiling | Von diesem Gebäude am Fichtenbach 1 in Eltmann aus wurde die Sozialstation Sankt Hedwig seit vielen Jahren organisiert. Es wird auch weiter Stützpunkt im östlichen Landkreis bleiben.

Die Sozialstation Sankt Hedwig Eltmann konnte gerade ihr 45-jähriges Bestehen begehen: Sie versorgt seit 1975 viele bedürftige Bürger von Koppenwind im Steigerwald bis Breitbrunn/Kottendorf in den Haßbergen. Mit Beginn des Jahres 2021 fand aber eine Neuorganisation der Einrichtung statt. Die pflege- und betreuungsbedürftigen Menschen werden weiterhin wie bisher in ihrer Wohnung versorgt, aber unter dem gemeinsamen Dach der "Sozialstation Haßberge".

Ein Blick zurück: Als erste Sozialstation in Deutschland wurde im Jahre 1970 Sankt Lioba in Worms eingerichtet. Aber auch die "Sozialstation Sankt Hedwig" in Eltmann nahm eine Vorreiterrolle ein. Vor allem ältere Bürger können sich daran erinnern, als Mitte des vergangenen Jahrhunderts die "Erlöser-Schwestern" ambulante Krankenstationen errichteten und mit dem Fahrrad oder gar zu Fuß hinausgingen, um kranken und alten Menschen in den Orten zu helfen.

Als 1973 vom Mutterhaus in Würzburg die Nachricht kam, dass es keine ambulanten Stationen mehr geben könne, handelten die beiden Kirchen im Raum Eltmann/Ebelsbach zusammen mit den Kommunen und gründeten 1975 die Caritas-Sozialstation "Sankt Hedwig" in Eltmann. Mit einer Schwester ging es los, bevor noch eine weitere Schwester und eine Familienpflegerin hinzukamen.

Familienentlastender Dienst

Im Jahre 1985 teilten sich schon sechs „Schwestern“ den Dienst im Wirkungsbereich von 35 Orten mit knapp 20 000 Einwohnern. Sie betreuten dabei 514 Patienten im Jahr mit 25 055 Hausbesuchen. Mit den Jahren breitete die Sozialstation ihre Angebote immer weiter aus mit familienentlastenden Diensten. So wurde ein Menü-Service eingerichtete, der die älteren Bürger auch zu Hause mit einem warmen Mittagessen versorgte, und es gab auch die Tagesbetreuung für pflegebedürftige Menschen und zahlreiche Beratungsdienste.

Bürgermeister Michael Ziegler, gleichzeitig stellvertretender Caritas-Vorsitzender, Christl Langjahr, Teamleiterin in Eltmann, und Pflegedienstleiterin Sabine Paeth informierten über die Umorganisation der Sozialstation Sankt Hedwig.
Foto: Günther Geiling | Bürgermeister Michael Ziegler, gleichzeitig stellvertretender Caritas-Vorsitzender, Christl Langjahr, Teamleiterin in Eltmann, und Pflegedienstleiterin Sabine Paeth informierten über die Umorganisation der ...

Das Betreuungsgebiet umfasste inzwischen 45 Ortsteile der Gemeinden Breitbrunn, Ebelsbach, Eltmann, Oberaurach, Rauhenebrach, Sand und Stettfeld. Bis zu 40 Mitarbeiterinnen waren dabei mit bis zu zehn Fahrzeuge täglich unterwegs, legten im Jahr fast 200 000 Kilometer zurück und versorgten dabei bis zu 450 Patienten. Dies führte auch zu entsprechenden Kosten, zumal manche Dienste wie der "Menü-Kurier" oder die Tagesbetreuung für pflegebedürftige Menschen wie in einer Wellenbewegung unterschiedlich genutzt und deswegen teilweise auch defizitär wurden.

Bei der Aufstellung der Haushalte kam man deswegen immer mehr an Grenzen, musste liebgewonnene Angebote wieder aufgeben und kam auch bis an den Punkt, dass eine kleine Einrichtung mit ihrer Struktur an ihre Grenzen stieß und man sich deswegen nach anderen Lösungen bemühen musste.

"Ein Glücksfall"

Bürgermeister Michael Ziegler, gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender des Kreis-Caritasverbandes, unterstrich die Notwendigkeit, dass für den Bereich der Sozialstation Sankt Hedwig eine neue Lösung gefunden werden musste. "In dieser Situation war es ein Glücksfall für unsere Sozialstation und auch für unsere Patienten, dass der Caritas-Kreisverband in Absprache mit der Diözese eingesprungen ist. Auch von den Mitgliedern und von allen Mitarbeitern wurde dieser Weg mitgegangen und mitgetragen.“

Die Mitglieder seien in einer Versammlung unterrichtet und der Verein aufgelöst worden. Nach 45 Jahren wäre es an der Zeit gewesen, der Sozialstation eine andere Struktur zu geben und sie auf wirtschaftliche Beine zu stellen.

Pflegedienstleiterin Sabine Paeth vom Caritas-Kreisverband betonte, dass man durch die Zusammenlegung nur eine Geschäftsführung benötige und auch vom Pflegemanagement her von der größeren Struktur profitiere. Dies gehe von Vorteilen bei Einkauf und Beschaffung über das Fuhrparkmanagement bis hin zu gemeinsamen Fortbildungen, wo vieles viel effizienter organisiert werden könne. Im Moment bleibe die Struktur mit der Zweigstelle in Eltmann am Fichtenbach 1 erhalten. Die Kunden der Sozialstation seien darüber auch rechtzeitig informiert worden.

Das Personal bleibt das gewohnte

Natürlich gelte es auch von der Geschäftsführung und Organisation her einiges umzustellen, und „wenn Corona nicht wäre, wären wir auch schon weiter. Wir wollen ja auch so manches in unserer Software, in der Rufbereitschaft und bei den Ansprechpartnern ändern.“

Teamleiterin in Eltmann ist weiterhin Christl Langjahr, und sie hielt es für wichtig, dass auch die Kunden und Patienten weiter von ihrem gewohnten Personal betreut würden. „Unsere Mitarbeiter kennen ja ihre Kunden und dieser soziale Kontakt ist äußerst wichtig. Man wächst ja bei vielen in die Familien mit rein.“

Natürlich, so Christl Langjahr, erlebe man derzeit auch erschwerte Bedingungen in der Pandemie, habe aber bisher Glück gehabt mit den Patienten. „Auch unsere Mitarbeiter tragen schon länger FFP2-Masken, unsere Patienten werden regelmäßig getestet und lassen sich auch testen. Es sind auch schon die ersten Mitarbeiter geimpft, aber noch keine Patienten. Dabei ist die Impfbereitschaft beim Personal sehr groß und unsere Patienten warten darauf.“

Pflegedienstleiterin Sabine Paeth stellte fest, dass viele ältere Mitbürger in ihrer Alltagskompetenz sehr stark abbauten, auch weil sie von Kindern oder Enkel nicht besucht würden und oft alleine seien. „Ebenso findet keine Abwechslung durch Stammtische, Seniorennachmittage oder andere Veranstaltungen statt. Auch wir haben ja nur Augenkontakt, wo manchmal auch ein körperlicher Kontakt mit Händedruck schon etwas bewegen würde. Für Pflegebedürftigen ist es eine sehr harte Zeit, und die soziale Entbehrung ist noch schlimmer als die Pflege.“

Sozialstation Haßberge

Die Pflege bedürftiger Menschen war jahrhundertelang eine Aufgabe der Kirche und der vielen Ordensgemeinschaften. Ihr Rückgang und die Veränderung der Gesellschaftsstruktur ließen seit den 1970er-Jahren viele Sozialstationen unter dem Dach der Caritas entstehen. Mit Beginn des neuen Jahres hat sich nun auch die „Sozialstation Sankt Hedwig“ aus Eltmann unter das Dach der „Caritas Haßberge“ begeben.
Mit der bisherigen Sozialstation Sankt Hedwig Eltmann mit ihren 29 Mitarbeitern kümmern sich in der „Caritas-Sozialstation Hassberge“ nun 92 Mitarbeiter – darunter Pflege-, Hauswirtschafts- und Betreuungskräfte – um alte, kranke und demente Menschen und beraten diese und ihren Angehörigen, damit Bürger so lange wie möglich daheim leben können. Mit der Eingliederung der Orte des östlichen Landkreises ist die „Caritas-Sozialstation“ damit nahezu flächendeckend über den gesamten Landkreis tätig.
Information: Caritas-Sozialstation Haßberge, Haßfurt, Tel.: (09521) 926500; Caritas-Sozialstation Ebern, Tel.: (09531) 941 4850; Caritas-Sozialstation Eltmann, Tel.: (09522) 70940.
(gg)
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