Haßfurt

Streiflicht: Hopp oder top für Eltmanner Schaeffler-Mitarbeiter

Der Schaeffler-Standort Eltmann steht trotz der schwarzen Zahlen, die er schreibt, vor dem Aus. Der Konzern bietet eine Verlagerung der Arbeitsplätze nach Schweinfurt an.
Rund 200 Menschen protestierten in Eltmann gegen die geplante Schließung des Schaeffler-Werks.
Foto: Christian Licha | Rund 200 Menschen protestierten in Eltmann gegen die geplante Schließung des Schaeffler-Werks.

Das Schaeffler-Werk in Eltmann schreibt schwarze Zahlen. Die IG Metall drückt das so aus: "Eltmann war noch nie nicht profitabel." Dennoch will das Unternehmen den Standort dichtmachen. In den nächsten zehn Werktagen soll die Entscheidung über das Schicksal von rund 400 Arbeitnehmern fallen. 70 von ihnen demonstrierten deshalb am Donnerstag vor dem Werk, in dem weitere 120 Mitarbeiter die Arbeit aus Protest niederlegten.

Insgesamt möchte der Konzern in Deutschland 4400 Arbeitsplätze an 17 Standorten wegrationalisieren, sechs Standorten soll es dabei komplett an den Kragen gehen. Nach den Plänen des Unternehmens sollen die Eltmanner Arbeitsplätze nach Schweinfurt verlagert werden. Dort ist dann die Produktion von Tonnenrollen für Pendellager vorgesehen.

Die Arbeitnehmer haben nicht zuletzt mit ihrer Aktion vom Donnerstag deutlich gemacht, dass sie natürlich am liebsten alles so lassen würden, wie es auch bislang recht erfolgreich gelaufen ist. Leider aber ist Erfolg, ausgedrückt durch schwarze Zahlen, alleine noch kein Schutz vor arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen. Der Konzern entwickelt Werkzeuge, die global gesehen, entweder das Überleben des Unternehmens sichern, einfach nur Gewinne erzielen oder Überschüsse gar maximieren. In Zeiten von Corona spielt alles ein bisschen eine Rolle. Dem betroffenen Arbeitnehmer kann das in seiner Auswirkung egal sein, er ist in diesem Plan ohnehin nur Rochiermasse, ein nackter Produktionsfaktor. 

Für den Betriebsrat wird es jetzt eng. Zum einen wollen die Arbeitnehmervertreter versuchen, soweit möglich den Willen ihrer Kollegen durchzusetzen. Auf der anderen Seite steht das Angebot von Schaeffler, die Arbeitsplätze zwar nach Schweinfurt zu verlegen, so aber doch zu erhalten. Das Angebot könnte durch zu geringe Kompromissbereitschaft zunichte gemacht werden. Wahrlich ein Ritt auf der Rasierklinge.

Einen gewissen Spielraum für die Arbeitnehmer ermöglicht allerdings die Tatsache, dass im Landkreis Haßberge derzeit gleich mehrere größere Unternehmen - zum Beispiel Maincor und Schlemmer - händeringend neue Leute suchen. Fachleute aus Eltmann würden sie wohl mit Handkuss nehmen. Die müssen sich also nicht alles von Schaeffler gefallen lassen.

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