Wonfurt

Wie ein Dorf im Landkreis Haßberge an seine jüdische Geschichte erinnert

Einst machten Juden 20 Prozent der Bevölkerung von Wonfurt aus. Mit einer Veranstaltung erinnerte die Gemeinde jetzt an sie – und an eine Frau, die von den Nazis ermordet wurde.
Mehr als 80 Besucher kamen zum Rundgang zur jüdischen Geschichte von Wonfurt. Die Häuserreihe neben der Kirche im Hintergrund war einst von Juden bewohnt, denen vorgeworfen wurde, die Fundamente der Kirche zu zerstören.
Foto: Peter Schmieder | Mehr als 80 Besucher kamen zum Rundgang zur jüdischen Geschichte von Wonfurt. Die Häuserreihe neben der Kirche im Hintergrund war einst von Juden bewohnt, denen vorgeworfen wurde, die Fundamente der Kirche zu zerstören.

Wenn vom Judentum die Rede ist, denken viele Menschen gerade in Deutschland zuerst an Verfolgung und Vernichtung in der Nazizeit. Doch nicht allen gefällt das. Holger Baunacher (CSU), Bürgermeister von Wonfurt (Lkr. Haßberge) sagte am Samstag: "Es fehlt ein größeres Maß an Erinnerungskultur. Nicht nur, was schlecht gelaufen ist, sondern auch, was gut gelaufen ist." Damit leitete er eine Veranstaltung ein, die versuchte, beiden Seiten gerecht zu werden: Dem Gedenken an die Opfer der Nazis ebenso wie der Erinnerung an das jüdische Leben in Deutschland in den Jahrhunderten davor.

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