Kitzingen

Treibt das Coronavirus die Zahl der Briefwähler in die Höhe?

Der Trend zur Briefwahl ist keine Überraschung, doch nun schießt er in die Höhe. Ein Ort im Landkreis Kitzingen hat am Montag schon die 50-Prozent-Marke geknackt.
So sah es bei der Kommunalwahl 2014 aus: Wahlhelfer sortieren die eingeschickten Briefwahlstimmen. Deren Anteil wird diesmal noch deutlich höher ausfallen.
Foto: Nicolas Armer, dpa | So sah es bei der Kommunalwahl 2014 aus: Wahlhelfer sortieren die eingeschickten Briefwahlstimmen. Deren Anteil wird diesmal noch deutlich höher ausfallen.

Über einen Meter breit ist er, der Wahlzettel für den Kreistag. Auf einem kleinen Küchentisch wird's da schon eng. Aber schießt deshalb die Zahl der Briefwahlanträge derzeit so in die Höhe? Oder ist die große Auswahl von 62 Bürgermeisterkandidaten im Landkreis Kitzingen der Grund für die hohe Nachfrage? Mutmaßen könnte man allerdings auch, dass die Verunsicherung rund um das Coronavirus noch mehr Bürger zur Briefwahl motiviert. Großlangheim hatte Montagmittag sogar schon die 50-Prozent-Marke geknackt.

Wie Jana Bernard von der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Großlangheim informierte, habe der Ort damit deutlich die Nase vorn vor den beiden anderen Mitgliedsgemeinden der VG. Sowohl in Kleinlangheim als auch in Wiesenbronn hatten bis zu diesem Zeitpunkt rund 36 Prozent der Wahlberechtigten für die Kommunalwahl am 15. März die Briefwahlunterlagen beantragt. Rückschlüsse auf die Anzahl der Bürgermeisterkandidaten, das zeigt schon dieses Beispiel, sind somit nicht sinnvoll. Während etwa in Kleinlangheim Amtsinhaberin Gerlinde Stier die einzige Kandidatin ist, bewerben sich in Wiesenbronn zwei Männer und eine Frau um die Nachfolge von Doris Paul.

Stadt Dettelbach ist gut gerüstet

Also doch das Coronavirus? Claudia Bräuer von der Stadt Dettelbach möchte nicht ausschließen, dass die "allgemeine Verunsicherung wegen des Virus'" zur hohen Quote der Briefwahlanträge beiträgt. Auch dort waren es Montagmittag schon fast die Hälfte (49,7 Prozent) der 5800 Wahlberechtigten, die ihr Kreuzchen lieber zuhause am großen Tisch machen wollen als im Wahllokal. Überrascht hat Bräuer dieser große Andrang jedoch nicht. "Wir hatten mit maximal 3000 gerechnet." Das dürfte überschritten werden. Aber man sei gut vorbereitet, habe noch Unterlagen nachbestellt. "Die sollten wirklich reichen."

Auch die drei Gemeinden der VG Volkach, zu der noch Nordheim und Sommerach zählen, liegen laut Wahlleiterin Margit Krämer schon bei rund 50 Prozent Briefwählern. Für sie überraschend sei dabei die anhaltend hohe Nachfrage. "Normalerweise beantragen in der Woche vor der Wahl nicht mehr viele Briefwahl." Die Unterlagen zu verschicken, sei etwas schleppend angelaufen, da man die Stimmzettel für den Kreistag erst am Rosenmontag, 24. Februar, erhalten habe. "Da lagen schon über 1000 Anträge vor." Das habe zu Nachfragen geführt, aber letztlich sei ja alles noch rechtzeitig rausgegangen.

Unterschiede zwischen den Gemeinden

Bleibt noch der Blick auf die drei anderen großen VG im Landkreis: Iphofen, Kitzingen und Wiesentheid. Alle drei verzeichnen einen ähnlichen Trend zur Briefwahl, wobei es deutliche Unterschiede zwischen den Orten gibt. Die VG Kitzingen meldete Montagmittag einen Schnitt von rund 40 Prozent Briefwählern, die gleiche Quote hatten Wiesentheid und Castell. Abtswind und Rüdenhausen, ebenfalls VG Wiesentheid, lagen Sibylle Karl zufolge nur bei rund 30 Prozent. Ähnlich schaut es bei der VG Iphofen aus. Spitzenreiter war dort Iphofen mit 44 Prozent, gefolgt von Rödelsee (43), Markt Einersheim (34) und Willanzheim (39). Doch auch in Iphofen war Montagnachmittag laut Claudia Demmler kein Ende in Sicht: "Es reißt nicht ab. Seit heute Mittag sind es schon wieder mehr Anträge."

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