Kitzingen

Ver.di-Aktionstag fordert mehr Personal in der Pflege

Mehr als 70 Pflegekräfte nahmen am Aktionstag der Gewerkschaft ver.di vor der Klinik Kitzinger Land teil, um das Einhalten gegebener Versprechen in der Politik einzufordern.
Foto: Gerhard Bauer | Mehr als 70 Pflegekräfte nahmen am Aktionstag der Gewerkschaft ver.di vor der Klinik Kitzinger Land teil, um das Einhalten gegebener Versprechen in der Politik einzufordern.

Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) rief am Montag zu einer bundesweiten Protestaktion auf, um sich für einen bedarfsgerechten Personalstandard stark zu machen. Anlass war die Bundestagsanhörung zum Gesetz zur Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung. Beteiligt waren auch 70 Pflegekräfte vor der Klinik Kitzinger Land in Kitzingen.

Vor dem Haupteingang begrüßte Gewerkschaftssekretär Stefan Kimmel die Teilnehmer, denen er nicht lange erklären musste, dass die Kolleginnen und Kollegen in den Krankenhäusern überwiegend am Ende ihrer Kräfte seien. Schon seit Jahren mache ver.di darauf aufmerksam, dass es an allen Ecken und Enden an Personal fehle. Außer leeren Versprechungen komme in den Kliniken aber nichts an, kritisierte Kimmel.

Daher hatte ver.di die Protestaktion auch unter das an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn gerichtete Schlagwort "Versprechen muss man halten" gestellt. Spahn habe immer wieder betont, für Abhilfe sorgen zu wollen, nur geschehen sei nichts, konstatierte die Gewerkschaft. In einer konzertierten Aktion seien die Deutsche Krankenhausgesellschaft, der Deutsche Pflegerat und ver.di beauftragt worden, ein Instrument zur Personalbemessung zu erarbeiten. Das liege nun vor, aber Spahn lasse die Gelegenheit verstreichen, die Arbeitsbedingungen in der Krankenhauspflege grundlegend anzugehen. Inzwischen sei die Geduld der Pflegekräfte aufgebraucht; sie hätten es satt, sich immer wieder vertrösten zu lassen.

Pflegende fühlen sich dauerüberlastet

Kimmel machte deutlich, dass jeder Beschäftigte so pflege, wie er selbst im Bedarfsfall gerne gepflegt werden wolle. Doch zeige die Dauerüberlastung Wirkung, denn die Krankheitsquote liege bei Pflegekräften neun Prozent über der in anderen Berufen. Da inzwischen rund 9000 Pflegekräfte ihren Beruf verließen, steige die Personalnot. Schon in wenigen Jahren fehle es an rund 500 000 Pflegekräften, hatte die Gewerkschaft ermittelt.

Daher wolle ver.di mit ihren rund zwei Millionen Mitgliedern Einfluss auf die Politik nehmen, um endlich das zu bewegen, was ihrer Ansicht nach für das Gesundheitswesen unerlässlich ist. Bereits seit 2015 mache ver.di regelmäßig auf die Missstände, besonders im Pflegebereich, aufmerksam, wobei sich die schwergewichtigen Anliegen zwischen Personalbedarf, Überstunden und Überlastung ständig wiederholten, so hieß es beim Aktionstag.

Daher fordert ver.di von der Gesundheitspolitik unter Hinweis auf die im Herbst anstehenden Bundestagswahlen die Anliegen nicht nur ernst zu nehmen, sondern geleistete Versprechen endlich einzulösen. Nur so könne eine bedarfsgerechte Versorgung mit guten Arbeitsbedingungen erreicht werden.

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