Mittelsinn

Antrag der Firma Sachs sorgte für Gebrüll im Gemeinderat

Ein erneuter Antrag der Burgsinner Firma Sachs-Entsorgung für ihr nördlich des Mittelsinner Bahnhofs gelegenes 2,8 Hektar großes Grundstück sorgte in der Gemeinderatssitzung wieder einmal für Riesenwirbel und Verbalattacken. Diesmal wünscht die Firma die Änderung des Flächennutzungsplanes, der ‚Fläche für die Landwirtschaft‘ vorgemerkt. Insgesamt interessierten sich zwölf Bürger für die "heiße Thematik". Erst im Sommer 2020 sorgte ein Bauvorhaben der Firma auf dem unmittelbar an der Bahnlinie gelegenen Grundstück für Unterschriftensammlungen, sodass der Gemeinderat seine bereits erteilte Billigung später wieder zurück zog.

Dem Antrag zufolge sollen auf dem Grundstück Hackschnitzel, Grünschnitt, Erdnebenprodukte und Bauschutt gelagert werden – eine Kostenübernahme wird zugesichert. Der Vormerkung des Bauamtes zufolge werde erneut der Charakter eines Gewerbegebietes angestrebt. Nach Bürgermeister Peter Pauls Worten schaffe die Änderung des Flächennutzungsplans allein kein Baurecht und legalisiere auch nicht einen bestehenden Lagerplatz.

Stellvertretender Bürgermeister Dirk Schiefer stellte zur Diskussionseröffnung fest, dass "wir seit 2009 mit der Legalisierung des Lagerplatzes rummachen". Einmal sind es Hackschnitzel, einmal Grünschnitt und dann irgendwas Ähnliches. Trotz aller klaren Ablehnungsbescheide mache die Firma, was sie wolle. "Ich habe kein Vertrauen mehr in die Firma Sachs", zog Schiefer ernüchternd Bilanz.

Firma im Gewerbegebiet

Firmenchef Udo Sachs verdeutlichte, dass er das ehemalige Bahngelände als land- und forstwirtschaftliche Fläche gekauft habe. Dort möchte er nur einen Lagerplatz für holzige Grünabfälle zur Kompostierung lagern. Seine eigentliche Firma wird er im Gewerbegebiet südlich von Burgsinn neu ansiedeln. "Leider gehen die Interessen der Gemeinde und der Mittelsinner Bürger nicht mit denen der Firma Sachs konform", kommentierte pathetisch Bürgermeister Paul. Juniorchef Philip Sachs hingegen sagte, "ihr könnt' uns doch nicht einen banalen Lagerplatz verweigern", und erinnerte an das völlig andere Konzept als der zuletzt geplante Recyclingpark. Für Fabian Klein ist das gegenseitige Vertrauen eminent wichtig.

Auf Anfrage erklärte der vormalige Petitionsführers Jürgen Beckmann, dass die Angst der Bürger dadurch genährt werde, dass immer durch die Hintertür andere Dinge am Lagerplatz passieren. "Gegen eine reine Hackschnitzellagerung hat niemand etwas." Urplötzlich wurden gegenseitige Vorwürfe und Einwände heftiger, Gesprächston und Lärmpegel und besonders deren Schärfe zwischen Zuhörern und Räten nahm derart zu, dass nur noch gebrüllt wurde. Bürgermeister Peter Paul nahm das Tohuwabohu nur schweigend zur Kenntnis. Nur Gemeinderat Steffen Künstler rief laut die Streithähne zur Vernunft, was auch funktionierte.

Keine Schlupflöcher 

Deutlich formulierte Peter Paul, dass der ablehnende Beschluss vom 25. August 2020 zu diesem Platz nach wie vor Gültigkeit habe. Dieser sollte aufrecht erhalten bleiben und keine etwaigen Schlupflöcher oder neuerliche Unklarheiten geschaffen werden. Marco Blum verstand die Bedenken der Bürger. Er rief in Erinnerung, dass gerade die Firma Sachs die in den vergangenen drei Jahren angefallenen gewaltigen Mengen Käferholz verwertete. Peter Paul meinte hierzu: "Vielleicht könnte das Landratsamt eine temporäre Lagerung von Hackschnitzeln billigen." Das Gremium einigte sich einvernehmlich, keinen erneuten Beschluss zum Sachs-Antrag zu fassen und vielmehr auf diesen vom August 2020 zu verweisen.

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