Zellingen

Anwohner wollen die Sperrpfosten behalten

Seit über einem Jahrzehnt verhindern zwei Stahlpfosten ein Durchfahren der Hinteren Gasse in Zellingen. Jetzt beantragte die Zellinger Feuerwehr ihre Entfernung, die Anwohner wollen sie dagegen behalten. 
Foto: Jürgen Kamm | Seit über einem Jahrzehnt verhindern zwei Stahlpfosten ein Durchfahren der Hinteren Gasse in Zellingen. Jetzt beantragte die Zellinger Feuerwehr ihre Entfernung, die Anwohner wollen sie dagegen behalten. 

Braucht es die Sperrpfosten in der Hinteren Gasse in Zellingen noch? Die Zellinger Feuerwehr beantragte, sie zu entfernen. Das wurde im Gemeinderat kontrovers diskutiert und lockte auch rund zehn Anwohner in die Sitzung. Entschieden wurde aber nichts.

Ihren Antrag zu den Sperrpfosten in der Hinteren Gasse begründete die Feuerwehr damit, dass oft von unten und oben Autos vor den Pfosten parken, so dass kein Durchkommen für Feuerwehr- und Rettungsfahrzeuge sei. Bürgermeister Stefan Wohlfart erinnerte daran, dass die Pfosten eingelassen wurden, als die alte Mainbrücke noch offen war, um Abkürzungsverkehr, Umgehung der Turmstraße, zu unterbinden. Die Situation habe sich mit Sperrung der Brücke für den Autoverkehr geändert. Zudem gäbe es viele andere enge Ortsstraßen, wo sich Anwohner solche Pfosten wünschen könnten: "Was soll ich denen sagen?". Die letzten Wochen waren die Pfosten zugunsten des Winterdienstes entfernt. Inzwischen wurden sie wieder eingesetzt.

Ohne Pfosten würde der Durchgangsverkehr wieder zunehmen, prophezeite Sonja Rupp. Sie habe sich selbst schon ertappt, bei der Parkplatzsuche für Arzttermine da durchfahren zu wollen. Dass Pfosten in anderen Straßen gewünscht würden, sei ein seit 15 Jahren nicht existentes Problem. Es gehe darum, störend geparkte Autos loszuwerden, nicht die Pfosten.

Auch Werner Küffner sagt, er würde die "Stickel" belassen. Die geparkten Autos seien ja wohl die der Anwohner, denen müsse man drastisch sagen: "Dein Haus brennt als erstes ab". Zudem begänne das Problem schon mit ungünstig geparkten Autos in der Turmstraße, die ein Abbiegen der Löschfahrzeuge in die Burgergasse erschwerten.

Rigoroses Abschleppen

Florian Heßdörfer, selbst Brandmeister, schlug eine Beschilderung "Rettungsweg" und rigoroses Abschleppen vor. In Retzbach sei man an solchen Stellen schon mal mit einem Löschfahrzeug vorgefahren und habe gehupt, bis jemand aus dem Haus kam.

Der Ort sei für Menschen da, nicht für Autos, und man müsse eben einem Strafzettel verteilen, befand Volker Wingenfeld. Die Situation habe sich seit Einführung der Pfosten grundsätzlich nicht geändert, befand Jürgen Keller. Er könne sich nicht vorstellen, dass sich Anwohner anderer Straßen beschweren, wenn nichts geändert würde.

Sie sehe kaum Argumente, die Pfosten zu belassen, sagte dagegen Susanne Gehrig, auch wenn sie die Anwohner verstehen könne. Gut fand sie die Idee für einen Verkehrsberuhigten Bereich. Dazu erklärte die Zweite Bürgermeisterin Andrea Heßdörfer, dann wäre Parken grundsätzlich nur auf markierten Parkplätzen erlaubt. Es blieb offen, ob die Gestaltung der hinteren Gasse das rechtlich gesehen erlaubt. Zuhörer Karl-Heinz Dannhorn, pensionierter Polizist, bezweifelte das. Andrea Heßdörfer hielt dagegen, die als Verkehrsberuhigter Bereich ausgewiesene Schlossgasse sei mit asphaltiertem Fahrstreifen und gepflasterten Rändern auch nicht anders gestaltet.

"Wir wollen den Anliegern nicht schaden", sagte Philipp Kromczynski, aber der Antrag der Feuerwehr sei schon gut nachvollziehbar. Letztlich schlug Bürgermeister Stefan Wohlfahrt nach längerer Diskussion vor, die Entscheidung über den Antrag zu vertagen, auch im Hinblick auf das geplante Integrierten Städtebauliche Entwicklungskonzept samt Verkehrskonzept.

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