Gemünden

Bahnhof Gemünden: Entsteht eine neue Passage zum Radweg?

Der Bahnhof soll barrierefrei werden. Deswegen entsteht dort auch eine neue Unterführung. Diese könnte bis zum Mainradweg verlängert werden – doch das kostet ordentlich Geld.
Die bestehende Unterführung am Bahnhof Gemünden endet an Bahnsteig neun. Dies wird auch bei der geplanten neuen nicht anders sein, denn der Stadtrat hat einer möglichen Verlängerung zum Mainradweg aus Kostengründen eine Absage erteilt.
Foto: Wolfgang Dehm | Die bestehende Unterführung am Bahnhof Gemünden endet an Bahnsteig neun. Dies wird auch bei der geplanten neuen nicht anders sein, denn der Stadtrat hat einer möglichen Verlängerung zum Mainradweg aus Kostengründen ...

Jetzt steht endgültig fest: Die geplante neue Bahnsteigunterführung am Bahnhof Gemünden wird nicht zum Mainradweg hin verlängert. In seiner Sitzung am Montag in der Scherenberghalle ließ der Stadtrat diese Möglichkeit aus Kostengründen einstimmig (23:0) sterben.

Verlängerung zum Mainradweg hätte rund elf Millionen Euro gekostet

Hintergrund: Im Juli 2019 bekam der Stadtrat die Planung der Bahn zur barrierefreien Umgestaltung des Bahnhofes vorgestellt. Demnach soll auf Höhe des Busbahnhofes eine neue Unterführung mit Treppenanlagen und vier Aufzügen zu den Gleisen errichtet werden. Neu gebaut und dabei verkürzt werden sollen auch die überdachten Bahnsteige. Die alte Unterführung soll anschließend verfüllt werden. Die Kosten für dieses Projekt schätzte die Bahn vor knapp anderthalb Jahren auf 17,8 Millionen Euro netto. Schon damals ließ die Bahn wissen, dass eine Verlängerung der Unterführung zum Mainradweg möglich wäre, allerdings nur, wenn die Stadt sämtliche Kosten für den Mehraufwand übernehme.

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Auf Anfrage der Stadt Gemünden teilte die Bahn (DB Netze) nun mit, dass die neue Unterführung zu den Bahnsteigen eine Länge von 45 Metern haben werde. Im Falle einer Verlängerung zum Mainradweg kämen weitere 70 Meter Unterführung hinzu, was zusätzliche Kosten von schätzungsweise elf Millionen Euro bedeuten würde. Diese elf Millionen müsste die Stadt alleine tragen, mit Fördergeldern sei nicht zu rechnen, machte Bürgermeister Jürgen Lippert (Bündnis für Bürgernähe) deutlich.

Barriefreier Umbau des Bahnhofs wohl erst 2026 abgeschlossen

Seinen Worten zufolge hat sich der Zeitplan für den barrierefreien Umbau des Bahnhofs etwas nach hinten verschoben; aktuell gehe die Bahn von einem Baubeginn 2024 und Bauabschluss 2026 aus. Bernd Rützel (SPD) sprach mit Blick auf die vorgesehenen Bahnsteigkürzungen von einem "Kardinalfehler"; man müsse sich dafür einsetzen, dass zumindest ein Bahnsteig in seiner jetzigen Länge erhalten bleibe.

Parallel zum barrierefreien Ausbau des Bahnhofs soll auch der Busbahnhof barrierefrei umgestaltet werden, wofür die Stadt Gemünden alleine zuständig ist. In diesem Zuge müssten auch Überlegungen zum Bau einer öffentlichen Toilette im Bahnhofsbereich mit einbezogen werden, sagte Lippert, da im Bahnhof derzeit keine vorhanden und auch künftig keine vorgesehen sei. Aktuell sei man dabei, Fördermöglichkeiten für die Umgestaltung des Busbahnhofs ausfindig zu machen.

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