Rieneck

Das Sparkassengebäude in Rieneck hat den Besitzer gewechselt

Fast drei Jahrzehnte prägte das Logo der Sparkasse das Gebäude in der Rienecker Altstadt. Jetzt ist die Bank ausgezogen.
Foto: K-H. Wiesenfelder | Fast drei Jahrzehnte prägte das Logo der Sparkasse das Gebäude in der Rienecker Altstadt. Jetzt ist die Bank ausgezogen.

Lange war es befürchtet worden, dann wurde es mehr und mehr zur Gewissheit, und heute ist es Fakt: die Sparkasse Mainfranken nahm auch Rieneck in die Liste der Filialen auf, die geschlossen wurden. Seit 1. Januar endgültig geschlossen, ist die lange Zeit der Sparkasse in der Innenstadt Vergangenheit. Ein neuer Besitzer will jetzt versuchen, nach fast 30 Jahren Geld- und Anlagengeschäfte im Erdgeschoss des Hauses, ein anderes Gewerbe- oder Gastronomieangebot an bester Lage im Stadtkern zu offerieren.

Mit Stefan Müller hat sich ein Käufer gefunden, der mit dem Städtchen Rieneck familiär eng verbunden ist. Seine Oma Maria Müller, die "Stöffles-Marie", wie sie im Ort gerufen wurde, bewohnte und hegte das historische Haus an der Läwer, das in früheren Jahren Anlaufpunkt für die Reparatur von Fahrrädern war und dann verschiedene Geschäfte wie den Quelle-Laden beherbergte. Heute verwöhnt im Erdgeschoss das "Kleine Cafe" Gäste mit Kaffee- und Kuchenangeboten, wenn auch derzeit coronabedingt nur im Straßenverkauf.

Der Sohn von Maria Müller, Siegfried Müller, bewohnte bis vor einigen Jahren das historische Haus. Es ist inzwischen an dessen Sohn Stefan Müller übergegangen, der es renoviert hat und im oberen Bereich an eine junge Familie vermietete. Als jetzt das benachbarte Gebäude der Sparkasse zum Verkauf stand, griff er zu. "Ich bin beruflich in Würzburg und Umgebung vorwiegend mit der Instandhaltung, Grundrenovierung und Vermietung alter oder historischer Häuser selbständig beschäftigt, und so habe ich das nun auch auf meine Heimatstadt Rieneck ausgedehnt", freut sich Müller über den Kauf.

Erdgeschoss soll weiter für Gewerbe zur Verfügung stehen

"Es ist mir ein besonderes Anliegen, die historische Altstadt rund um die Kirche zu bewahren, einen attraktiven Stadtkern zu schaffen, das hat mich insbesondere zum Kauf bewogen", sagt er. Nach dem Auszug der Sparkasse bis Ende März, kann er ab 1. April über die Räume im Erdgeschoss verfügen, zu denen auch der hinten liegende große Hof gehört.

Die Wohnung im Obergeschoss ist vermietet, was auch so bleiben wird, führt Müller aus. Wie der Hof, der bisher von den Mietern genutzt werden konnte, in Zukunft verwendet wird, komme auf die möglich Mieter oder Pächtern und deren Pläne an: "Ob ein Lokal mit Weinlaube, ein Restaurant, ein Geschäft, ein Handwerksbetrieb, ein Kunstgewerbe ? Ich lasse die Angebote erst mal kommen", zeigt sich der neue Besitzer optimistisch. Ausgeschrieben zur Vermietung hat er das Gebäude jedenfalls bereits.

Die Verantwortlichen der Stadt Rieneck freut's, wenn wieder Leben in die ehemaligen Sparkassenräume einkehrt, betont Bürgermeister Sven Nickel. Die Altstadtsanierung stehe auf der Agenda aller Fraktionen im Stadtrat ganz oben. Vor einem Jahr war sie als vordringliches Ziel in allen Wahlbroschüren genannt worden, genauso wie der Ausbau der kulturellen und wirtschaftlichen Angebote im Rahmen eines integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes.

Früher stand hier der Gunkelshof

Das Sparkassengebäude steht auf dem Gelände des früheren Gunkelshof, wie er im Volksmund hieß. Bis zum Abriss wurde er von Elise Preisendörfer, ihrem Mann und Sohn Herbert bewohnt. Dieser zog nach dem Tod der Eltern nach München. Die große Scheune wurde bis Oktober 1989 nach und nach abgerissen, was den Heimatforscher und Kreisheimatpfleger Richard Elzenbeck damals sehr aufbrachte. Er wollte die Scheune, in der Balken mit den Jahreszahlen 1688 verbaut waren, als Denkmal geschützt sehen.

Doch es wurde Platz geschaffen von der Hauptstraße bis zum Haus Lechner, das heute unter Schutz steht. Bis 1992 entstand das heutige Gebäude der Sparkasse, die ihre Adresse vorher im Haus Lind am Parkplatz hatte. Der neue Besitzer Stefan Müller ist sich sicher: Bald wird das Erdgeschoss des Hauses mit seinem großen Hof vor geschichtlicher Kulisse wieder Anlaufpunkt und Treff werden.      

Der Gunkelshof der Familie Preisendörfer, der sich bis vor seinem Abriss 1988 fast vom alten Schulhof bis zur Hauptstraße erstreckte. Auf dem alten Foto sind Toreinfahrt, Stallung und Wohnhaus zu sehen.
Foto: Repro K-H. Wiesenfelder | Der Gunkelshof der Familie Preisendörfer, der sich bis vor seinem Abriss 1988 fast vom alten Schulhof bis zur Hauptstraße erstreckte. Auf dem alten Foto sind Toreinfahrt, Stallung und Wohnhaus zu sehen.
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