Rieneck

Die Stadt Rieneck lässt ein Verkehrskonzept erarbeiten

Die Stadt Rieneck versucht, Autofahrer zwischen Innenstadt und Umgehungsstraße zum Einhalten von Tempo 30 zu bringen. Als Sofortmaßnahme wurden mobile Straßenverengungen auf der Sinnbrücke aufgestellt.
Foto: Helmut Hussong | Die Stadt Rieneck versucht, Autofahrer zwischen Innenstadt und Umgehungsstraße zum Einhalten von Tempo 30 zu bringen. Als Sofortmaßnahme wurden mobile Straßenverengungen auf der Sinnbrücke aufgestellt.

Durch den Bau der Umgehungsstraße und die damit verbundenen neuen Zufahrt in die Rienecker Innenstadt hat die Verkehrsbelastung in der engen Straße Rotenberg deutlich zugenommen. Um eine Lösung für das Problem zu finden, entschied sich der Stadtrat vor kurzem, im Rahmen des Integrierten nachhaltigen städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (Insek) zusätzlich ein Gesamtkonzept für den ruhenden und fließenden Verkehr in der Stadt erstellen zu lassen.

Damit soll eine ganzheitliche Betrachtung aller Verkehrsarten in Rieneck erfolgen. Man will also sowohl die Auslastung der öffentlich zugänglichen Stellplätze analysieren, als auch Verbesserungen für Fußgänger und Radfahrer prüfen. Weitere Untersuchungen gelten der Anbindung der Altstadt und der "Geschwindigkeitsdämpfung" auf den Straßen dorthin.

Transportable Straßenverengungen sollen Autofahrer bremsen

Dies betrifft somit auch die Strecke vom Rotenberg bis zum Kreisverkehr am Sportheim. Dort werde laut Klagen der Anwohner die vorhandene Geschwindigkeitsbeschränkung von Tempo 30 vielfach nicht eingehalten. Als Sofortmaßnahme hat die Stadt ransportable Straßenverengungen und Verkehrsschilder auf der Sinnbrücke aufgestellt, die die Geschwindigkeit der Autos reduzieren sollen.

Entsprechend ihrem Angebot soll die Bernard-Gruppe für rund 14 850 Euro ein Gesamtverkehrskonzept für Rieneck erstellen. Dieses wird mit 80 Prozent staatlich gefördert. "Aktuell fällt wegen Corona ein Großteil des sonst üblichen Verkehrs über den Rotenberg zu den Sport- und Tennisplätzen weg", erklärten Matthias Hörnis und Wolfgang Küber. Darauf sollte man bei der Untersuchung das Ingenieurbüro zusätzlich hinweisen.

Das Gremium stimmte ferner einer Verlängerung des Wartungs- und Betreuungsvertrages der AKDB mit der Stadtverwaltung auf weitere fünf Jahre zu. Dies bezieht sich auf alle bisherigen und einige neu hinzugekommene EDV-Verwaltungsmodule, die bei der Kommune im Einsatz sind. Insgesamt entrichtet die Stadt dafür künftig Gebühren von rund 25 600 Euro jährlich.

Rastplatz für Radwanderer am Kreisverkehr

Der Stadtrat überlegt bereits seit einiger Zeit, im Rahmen des Ausbaues des neuen Parkplatzes am Kreisverkehr der Umgehungsstraße oder auf der gegenüberliegenden Parkfläche neben dem Kinderspielplatz eine Rastmöglichkeit mit Infopavillion für Radfahrer einzurichten. Denn der Sinngrund-Radweg führt direkt an diesen Flächen vorbei. Nun bietet sich die Möglichkeit, dieses Vorhaben über das Förderprogramm "Radnetz Deutschland" des Bundesamtes für Güterverkehr zum Großteil mitfinanzieren zu lassen.

Denn die Sinngrundallianz beabsichtigt momentan eine Bewerbung für die Förderung von drei Rastpunkten für Radler bei Mittelsinn, Burgsinn und Rieneck einzureichen. Durch die Beteiligung der Stadt Rieneck an diesem Projekt könnte man die bereits angedachte Realisierung des Infopavillions in deutlich umfangreicheren Rahmen verwirklichen, berichtete Bürgermeister Sven Nickel in der Stadtratssitzung.

"Eventuell könnten wir zudem parallel zum Vorhaben der Sinngrundallianz für zwei weitere geplante Projekte eine Förderung erreichen", erklärte Nickel weiter. Das wäre zum einen der bereits besprochene Anschluss des Radweges an das Gleis 2 des Rienecker Bahnhofes. Zum Anderen ist ein etwa 1700 Meter langes Teilstück des Sinntal-Radwegs vor der Gemeindegrenze zu Burgsinn in schlechtem Zustand. Für die Ertüchtigung des Belages sei mit einem finanziellen Aufwand von 65 000 Euro zu rechnen.

Der Stadtrat entschied, sich am Allianzprojekt "Radrast Sinngrund" mit einem Eigenanteil von bis zu 35 000 Euro zu beteiligen. Entsprechende Mittel waren bereits für den ursprünglich geplanten Infopavillion im Haushalt eingestellt worden. Zur Abklärung der beiden städtischen Radwegeprojekte will man das Allianzbüro Toponeo um Unterstützung bitten.

Bundesförderprogramm "Radnetz Deutschland"

Das "Radnetz Deutschland" wird von Radrouten von nationaler Bedeutung quer durch Deutschland gebildet. Dazu gehören unter anderem die zwölf sogenannten D-Routen. Im Rahmen des Klimaschutzprogramms 2030 stellt der Bund Zuschüsse für den Ausbau und die Erweiterung des "Radnetzes Deutschland" zur Verfügung. Die Förderung umfasst drei Säulen: Infrastruktur, Marketing und Digitalisierung.
Die drei Sinngrundgemeinden Rieneck, Burgsinn und Mittelsinn liegen an der Route D9 (Weser - Romantische Straße). Diese Route durchquert Deutschland auf der direktesten Nord-Süd-Linie. Sie besteht in Bayern aus den Radfernwegen Romantische Straße, Mainradweg und Rhön-Sinntal-Radweg. In Hessen nutzt die Route die Hessischen Fernradwege R2 und R1. Beschildert sind alle mit dem dem Zeichen der D-Routen. Ab Nordhessen entspricht die D-Route 9 dem Weserradweg.
Quellen: Bundesamt für Güterverkehr sowie Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Rheinland-Pfalz
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