Gemünden

Kleines Mädchen missbraucht? Angeklagter äußert sich nur schriftlich

Er soll ein kleines Mädchen sexuell missbraucht haben und war deswegen vor dem Amtsgericht Gemünden angeklagt. Die Verhandlung wurde jedoch ausgesetzt.
Das Amtsgericht in Gemünden. (Symbolbild)
Foto: Michael Mahr | Das Amtsgericht in Gemünden. (Symbolbild)

"Ich habe denen nichts getan" und "ich habe sehr viel vergessen aufgrund meines Lebens und meiner Krankheiten". Dies waren die einzigen beiden Sätze, die der 45-jährige Angeklagte vor dem Amtsgericht in Gemünden von sich gab. Und dies nicht einmal mündlich, sondern in schriftlicher Form durch seinen Verteidiger. Der Mann soll im Jahr 2004 ein damals sieben- oder achtjähriges Mädchen sexuell missbraucht haben.

Die betroffene Familie des Mädchens und der im Raum Gemünden lebende Angeklagte pflegten einst ein sehr freundliches Miteinander. Regelmäßig gab es gegenseitige Besuche, Ausflüge und andere Unternehmungen. So waren der jetzt angeklagte Mann und die beiden Mädchen der Familie sehr gut miteinander bekannt.

Insgesamt fünf Übergriffe angeklagt

So war es auch scheinbar an der Tagesordnung, dass man sich bei verschiedenen Gelegenheiten gegenseitig berührte. Die Anklageschrift der Staatsanwaltschaft Würzburg begann damit, dass eines der Mädchen an einem Tag von seinem Hochbett aus den Angeklagten angesprungen hat. Dieser fing es auf und berührte es anschließend im Intimbereich.

An einem anderen Abend sollen der Angeklagte und das Mädchen mit einer Decke zugedeckt auf einem Sofa gelegen haben, als der Angeklagte sie wieder im Intimbereich berührte. Er soll ihr das Versprechen abgenommen haben, nichts den Eltern zu erzählen. Insgesamt soll es zu fünf sexuellen Übergriffen gekommen sein.

Gleich zu Beginn der Verhandlung vor dem Schöffengericht am Amtsgericht Gemünden äußerte der Verteidiger des Mannes Bedenken zur Verhandlungsfähigkeit seines Mandanten. Er legte dem Gericht unter Vorsitz von Dr. Sven Krischker ein ärztliches Schreiben mit Angaben zu den Krankheiten des Angeklagten vor. Er selbst, betonte der Jurist, habe auch die letzten ein bis eineinhalb Jahre keinen Kontakt mehr zu seinem Mandanten gehabt. Weiter betonte der Verteidiger, dass der Angeklagte "wenig bis gar keine Erinnerungen" mehr habe und auch nicht mit einem Geständnis von ihm zu rechnen sei.

Amtsärzte sollen Gutachten erstellen

In einem vom Vorsitzenden angeregten Rechtsgespräch erörterten Richter, Staatsanwältin, Verteidiger sowie die Vertreterin der Nebenklage die Situation und das weitere Vorgehen in nichtöffentlicher Beratung. Zusammenfassend äußerte Strafrichter Dr. Krischker, dass es Bedenken gibt, dass der Angeklagte aufgrund seiner gesundheitlichen Situation in der Lage ist, seine Interessen wahrzunehmen. Demnach sei eine gutachterliche Untersuchung erforderlich. So soll der Angeklagte entsprechenden Amtsärzten vorgestellt werden.

Damit wurde die Verhandlung bis zum Vorliegen des Gutachtens ausgesetzt. Genau so, wie die bereits im Vorfeld angesetzte Fortsetzungsverhandlung. Diese war für den 16. März anberaumt.

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