Marktheidenfeld

Mit Drohne 57 bedrohte Kitze aufgespürt

Diese beiden Rehkitze dürfen nach einem kurzen Aufenthalt in einer mit Gras belegten Wanne bald wieder zu ihrer Mutter zurück in die Natur.
Foto: BJV | Diese beiden Rehkitze dürfen nach einem kurzen Aufenthalt in einer mit Gras belegten Wanne bald wieder zu ihrer Mutter zurück in die Natur.

Die „Aktion Kitzrettung“ war ein Erfolg: Marc Deivel, Vorstandsmitglied in der Kreisgruppe Marktheidenfeld des Bayerischen Jäger- und Jagdschutzverbandes (BJV), ist mit seinen ehrenamtlichen Helfern rundum zufrieden.

Zwei Monate lang war er in der Region Marktheidenfeld unterwegs, um mit einer Drohne nach Rehkitzen zu suchen, die von ihrem Muttertier“ nach der Geburt ins hohe Wiesengras abgelegt worden waren. Dabei konnten 57 kleine, tierische Vierbeiner vor dem Mähtod gerettet werden.

Der Einsatz einer mit einer Wärmebildkamera ausgerüsteten Drohne machte es möglich, dass fast fünf Dutzend kleine Vierbeiner am Leben blieben. Mac Deivel, der selbst Jäger ist, war mit seinem Team in vielen Fällen oft schon nach dem ersten Hahnenschrei in den Revieren unterwegs, um auf den Wiesen nach Rehkitzen zu suchen. Die Tiere sind nach ihrer Geburt noch nicht mit einem Fluchtinstinkt ausgestattet und deshalb nicht in der Lage, vor einem Mähwerk das Weite zu suchen.

Rehgeis beobachtete Rettung

In vielen Fällen, so berichtet Deivel, befand sich die Rehgeis in Sichtweite des Drohneneinsatzes, was als echte Mutterliebe verstanden werden darf. Mit Argusaugen wurden die Helfer immer wieder von der Ricke beobachtet und quasi „überwacht“, wo die Kitzretter den Nachwuchs ablegten. Mit großer Sorgfalt wurde vermieden, dass auf die Rehkitze menschlicher Geruch übertragen wurde. Zum anderen, so Deivel, habe der natürliche Mutterinstinkt anfängliches Misstrauen besiegt, als die Rehgeis den abgelegten Nachwuchs bald wieder abgeholt oder angenommen habe. Überrascht waren die Kitzretter in einigen Fällen, als sich die Rehgeis sogar noch in Anwesenheit des Helferteams dem „Neugeborenen“ näherte.

Rund 400 Stunden waren Deivel und seine Helfer, die sich über das große Interesse in den Medien und den sozialen Netzwerken freuen, in den Jagdrevieren der Region unterwegs gewesen. Besonders erfreulich fand man die Unterstützung durch engagierte Tierschützer. Nicht immer sei es nämlich gelungen, Helfer aus der örtlichen Jägerschaft und aus der Landwirtschaft zu gewinnen.

Die vom BJV Marktheidenfeld erstmals gestartete „Aktion Kitzrettung“ soll 2019 fortgesetzt werden. Eine weitere Drohne wäre nach Deivels Meinung äußerst hilfreich. Nachdem die Finanzierung nicht unproblematisch sei, hoffe man auf weitere Spenden.

Fernsehen war auch dabei

Gerne erinnert sich Deivel an einen Termin mit dem Bayerischen Fernsehen in der Waldzeller Flur, wo in aller Herrgottsfrühe die gefährdeten Flächen abgesucht und mehrere Kitze gefunden wurden.

Wie wichtig die Kitzrettung per Drohne ist, erklärt Marc Deivel an folgendem Beispiel: Ein erst wenige Tage altes Kitz war so gut von der Mutter in der Wiese versteckt worden, dass es erst nach mehrmaligem Einweisen des Helfers durch den „Drohnen-Pilot“ gefunden werden konnte. Sogar als der Mann direkt neben dem Kitz stand, konnte er es nicht sehen.

Marc Deivel berichtet während der Aktion „Kitz-Rettung“ von zwei Notrufen von Jagdpächtern, die den Verlust von „sichtbar säugenden Rehgeisen“, die im Straßenverkehr getötet worden waren, beklagten. Die Jäger baten um Hilfe bei der Suche nach den „Waisenkindern“, die selbstständig noch nicht lebensfähig waren.

Die verdächtigen Flächen wurden mühsam ohne Erfolg abgesucht, jedoch im Anschluss relativ rasch mit der Drohne gefunden. Beide Kitze wurden zu einer Auffangstation gebracht, wo sie nach erfolgreicher Betreuung wieder in Natur entlassen werden.

Wer die „Aktion Kitz-Rettung“ unterstützen möchte, kann spenden:
BJV Marktheidenfeld - Stichwort „Rehkitzrettung“ – Sparkasse Mainfranken Würzburg – IBAN: DE 69 7905 0000 0240 40 33 11; BIC: BYLADEM1SWU.

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