Marktheidenfeld

Nachhaltiger Genuss statt des schnellen Kicks

Schüler vollziehen den Weg einer Jeans nach.
Foto: Martin Glückert | Schüler vollziehen den Weg einer Jeans nach.

Die Woche der Gesundheit und Nachhaltigkeit bot den Schülern der Staatlichen Realschule Marktheidenfeld ein interessantes und vielfältiges Programm. Biologielehrer Peter Hartmann lud zusammen mit dem Klimaschutzbeauftragen des Landkreises, Michael Kohlbrecher, einige Referenten der Energieagentur Unterfranken in die Schule ein.

Alle Schüler der 6. Klassen konnten dann den ganzen Vormittag drei Workshops durchlaufen. Sehr anschaulich gelang es den Referenten Sarah Bittlingsmaier und Sybille Ruf-Seubert die Schüler über die Themen „Konsum, Klima und Müllvermeidung“ zu informieren. Hier erkannten die Sechstklässler auf handlungsorientierte Weise, wie stark unser globalisierter Konsum das Klima beeinflusst. So legt beispielsweise eine Jeans während ihres gesamten Produktionsprozesses von der Baumwollproduktion, über das Spinnen des Garns, das Weben, das Färben und das Nähen insgesamt 50.000 Kilometer zurück, bis sie schließlich in einem Marktheidenfelder Schaufenster landet. 

Ebenso beeindruckt zeigten sich die Kinder vom Workshop „Ernährung“, den Stefanie Ritter leitete. In diesem wurde aufgeklärt, inwieweit unsere Ernährung zum Klimawandel beitragen kann. Ein extremes und eindrucksvolle Beispiel sind Erdbeeren, die wir im Winter aus Südafrika herfliegen lassen. Ein Kilogramm solcher Erdbeeren verbraucht Energie in Form von 5 Litern Erdöl und verursacht somit einen erheblichen Ausstoß an Kohlendioxid. Nicht minder schlägt der Fleischkonsum mit weiteren Treibhausgasen zu Buche. Denn durch die Düngung und Viehhaltung entstehen Lachgas und Methan. Verstärkt aber werden solche Effekte noch zusätzlich, wenn das Fleisch über weitere Strecken - sei es aus Südamerika oder Australien - zu uns transportiert wird.

Für Strom in die Pedale treten

Sehr anstrengend ging es bei den „Energiedetektiven“ zu. Julia Stubenrauch und Regina Dietel ließen bei dieser Station die Kinder auf einem Energie-Fahrrad selbst Strom produzieren. Sie konnten unterschiedliche Geräte wie einen Haartrockner, einen Toaster, ein Radio oder einen Mixer mit Energie versorgen. So erkannten die Schüler mithilfe der eigenen Muskelkraft, was unser Strom denn eigentlich wert ist. Kaum einer der Schüler war in der Lage das Radio solange zu betreiben, dass es für ein ganzes Lied gereicht hätte. Schon für einen Milchshake mussten die Kinder eine Minute lang schwitzen.

Matteo Schebler muss ganz schön strampeln, damit seine Mitschüler einen Milchshake bekommen können.
Foto: Martin Glückert | Matteo Schebler muss ganz schön strampeln, damit seine Mitschüler einen Milchshake bekommen können.

Zum Abschluss wurden an einer Stellwand gemeinsam Vorschläge gesammelt, wie man selbst nachhaltiger konsumieren kann. So könnte man auf Plastikverpackungen verzichten, defekte Produkte reparieren lassen, etwas wiederverwenden (recyclen) oder aufwerten (upcyclen), Dinge auf dem Flohmarkt verkaufen, tauschen oder verschenken, Neuanschaffungen teilen. Ein Leitgedanke des ganzen Tages war es, dass Nachhaltigkeit nicht Verzicht bedeutet, sondern ein Gewinn für die eigene Gesundheit und die Umwelt. Statt des schnellen Kicks soll der bewusste, qualitativ-hochwertige und damit auch nachhaltige Genuss im Vordergrund stehen.

Abgerundet wurde die Woche der Nachhaltigkeit noch durch weitere Aktionen an der Realschule. So sorgte die Fachschaft Sport für eine tägliche Verlängerung der Pause um jeweils fünf Minuten. Diese verlängerte Pause nutzten die Schüler, die vielen bereitgestellten Sportgeräte aus der „Spiele-Tonne“ auszuprobieren. Bei den Verkaufsständen der Fachschaft „Ernährung und Gesundheit“ wurden faire Schokolade des „Weltladens“ Marktheidenfeld und selbstgemachte Apfelringe angeboten.

Bei einer Ausstellung zum Kaloriengehalt von Lebensmitteln konnten die Schüler das Lesen von Zutatenlisten üben. Hier waren viele davon überrascht, dass ein Liter Ketchup rund 90 Stück Würfelzucker enthält. Doch noch irritierender war es, dass selbst in manchem Mineralwasser mit besonderem Geschmack über zehn Stück Würfelzucker stecken.

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