Bad Neustadt

Auch heute noch kein Vorzeigebereich

Dass die ländlich anmutende Szene direkt neben dem Schloss spielt, war nicht leicht zu erraten. Foto Paul Köttnitz
| Dass die ländlich anmutende Szene direkt neben dem Schloss spielt, war nicht leicht zu erraten. Foto Paul Köttnitz

Unser Sommerrätsel „damals und heute“ war am vergangenen Dienstag wieder nur schwer zu lösen. Wir nahmen an, dass vielleicht die Hinweise im Text hilfreich sein konnten, als von Aristokratie und prunkvollem Erscheinungsbild die Rede gewesen ist. Tatsächlich gab es nur eine einzige richtige Zuschrift, als der Verfasser mutmaßte, dass der Bezirksassessor Paul Köttnitz dem Kurviertel und Neuhaus einen Besuch abgestattet hatte.

Man mag sich eigentlich nicht vorstellen, dass die etwas heruntergekommenen Häuser kaum 100 Meter entfernt vom Schloss in Neuhaus liegen. Andererseits sieht der Bereich hinter der Wandelhalle auch heute noch nicht besonders gefällig aus, was immer wieder zu Kritik aus der Bevölkerung führt.

Nicht vergleichbar mit Bad Kissingen

Die Kureinrichtungen von Neuhaus konnten ohnehin nicht im mindesten mit dem mondänen Bad Kissingen konkurrieren. Während sich dort Regenten aus aller Welt die Klinke in die Hand gaben, blieb Neuhaus dagegen eine unbedeutende Einrichtung in der Provinz. Auch die Einwohnerzahl war zu der Zeit, als die Aufnahme entstand, gegenüber dem Jahr 1850 um bald zwei Drittel auf rund 130 zurückgegangen.

Die Entwicklung zu einem Heilbad wurde von Elisabeth Gräfin von Haxthausen 1853 eingeleitet, als sie vier Quellen fassen und ein Badehaus errichten ließ, und das Schloss zu einem Kurhaus umgewandelt wurde. Die Aufnahme von Köttnitz entstand wahrscheinlich kurz vor dem Bau der Wandelhalle und eines neuen Badehauses. Neuhaus hatte zu dieser Zeit auch seinen Titel „Bad“ erhalten.

Kurgastzahlen stiegen

Zu jener Zeit wurde weiter versucht, etwa durch Umgestaltung des Kurparks und der Umgebung des Schlosses das Erscheinungsbild aufzuwerten. Tatsächlich stiegen die Kurgastzahlen von Beginn des 20. Jahrhunderts bis kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs von 1000 auf 2260, wie es in der Chronik von Bad Neustadt heißt. Von berühmten Persönlichkeiten, die in dem Kurbad abstiegen, ist allerdings nie die Rede. Durch Vererbung gelangte das ehemalige Schloss in den Besitz der Familie Guttenberg, die wiederum vor einigen Jahren ihr Eigentum an die Rhön-Klinikum AG veräußerte.

Bei unserer heutigen Aufgabe haben wir eine Aufnahme gewählt, die ein wenig aus dem Rahmen fällt. Dem Beamten ist wohl das außergewöhnliche sogenannte „Nasenschild“ aufgefallen. Die Schmiedearbeit diente einst als Werbemittel, wird aber heutzutage in dieser Aufwändigkeit längst nicht mehr angewandt. Welches Haus war nun aber mit diesem Kunstwerk versehen, das im Gegensatz zum Gebäude nicht mehr existiert. Ein Blick auf den Hintergrund dürfte sehr hilfreich sein, um herauszufinden, wo das Gebäude steht.

Sommerserie, Teil 8

Auch in diesem Sommer haben wir für Sie unsere Sommerserie vorbereitet. Wir präsentieren Ihnen diesmal historische Fotos des Bezirksamtsassessors Paul Köttnitz aus den Jahren kurz nach dem Wechsel ins 20. Jahrhundert. Die Originale befinden sich im Stadtarchiv von Bad Neustadt. Sie sollen die Aufnahmen mit Motiven aus dem Landkreis Rhön-Grabfeld nun lokalisieren oder Fragen beantworten, die sich auf das Foto beziehen.

Antworten bitte per E-Mail an redaktion.rhoen-grabfeld@mainpost.de oder Postkarte an Main-Post, Industriestraße 8, 97616 Bad Neustadt. Unter allen Teilnehmern verlosen wir am Ende der Sommerserie Bücher und Sporthandtücher.

Der Bereich hinter der Wandelhalle von Neuhaus hat sich zwar stark verändert, besonders einladend wirkt er aber nach wie vor nicht.
Foto: Eckhard Heise | Der Bereich hinter der Wandelhalle von Neuhaus hat sich zwar stark verändert, besonders einladend wirkt er aber nach wie vor nicht.
Kunstwerke wie dieses sogenannte „Nasenschild” als Werbemittel einzusetzen, ist heutzutage nicht mehr üblich. Foto Paul Köttnitz
| Kunstwerke wie dieses sogenannte „Nasenschild” als Werbemittel einzusetzen, ist heutzutage nicht mehr üblich. Foto Paul Köttnitz
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