BAD KÖNIGSHOFEN

Ausgezeichnet und bestens etabliert

Nicht nur aus der Luft beeindruckend: Der Wohnmobilstellplatz ist fester Bestandteil des Kurzentrums-Ensembles geworden.
Foto: johannes Stuhl | Nicht nur aus der Luft beeindruckend: Der Wohnmobilstellplatz ist fester Bestandteil des Kurzentrums-Ensembles geworden.

(hf) 20 Jahre sind es in diesem Jahr, dass die Kurverwaltung in Bad Königshofen einen Wohnmobilstellplatz vorzuweisen hat. Das unterfränkische Kommunalbad war 1990/91 eines der ersten Kureinrichtungen, die solch ein Angebot auf die beine stellte. Heute ist der Wohnmobilstellplatz an der Frankentherme ein Zugpferd und hat schon einige Auszeichnungen geholt. Dazu gehört der Titel „Stellplatz des Jahres 2009/2010“.

Er ist mittlerweile Deutschlands beliebtester Wohnmobilstellplatz und verzeichnet jährlich bis zu 34 000 Übernachtungen. „Das war vor 20 Jahren nicht voraussehbar“, sagt Kurdirektor Werner Angermüller. Er war es nämlich, der damals, als Angestellter der Kurverwaltung die Idee hatte, die dann umgesetzt wurde.

Angefangen hat alles mit einem asphaltierten Platz mit eingezeichneten Stellflächen, der heute noch vorhanden ist. „Das war einmal ein Eisstockschießplatz und die ersten Gäste kamen mit ihren kleinen Gefährten.“ Es waren damals zunächst selbstausgebaute Fahrzeuge der Marken James Cook oder Sven Hedin mit denen die ersten Wohnmobilisten unterwegs waren. Kein Vergleich zu den heutigen komfortablen Fahrzeugen. „Diese kleine Bulli-Fahrzeuge waren da und die Gäste haben dann hier begonnen zu übernachten, haben unser Bad besucht.“

Schmunzelnd erinnert sich der Kurdirektor an die Gespräche in der Kurverwaltung. Damals habe man gerechnet und überlegt, dass, wenn jeden Tag ein Reisemobil da wäre, oder auch mal drei, kämen pro Jahr an die 2000 Übernachtungen zusammen. Heute sind es bis zu 34 000 Übernachtungen jährlich und statt der einst 18 gibt es heute 77 Stellplätze.

Eine echte Erfolgsstory. Das Erfolgskonzept ist übrigens nach wie vor recht einfach, so Werner Angermüller. Man habe eigentlich nur genau hingehört, was die Gäste wollen, was sie brauchen. Das erste war ein Stromanschluss. Mit eigenen Kräften und einem Minibagger wurde dieser Wunsch schnell erfüllt. Man erwarb gebrauchte Stromsäulen und stellte sie auf.„Die Gäste waren begeistert“ Ein Vorteil ist die Nähe zum Kurzentrum, zu den Anwendungen und zum Schwimmbad.

Wichtig war und ist es heute noch, genau zu wissen, was die Gäste brauchen. So entstand die Ent- und Versorgungsanlage. Damals mit finanzieller Unterstützung der heimischen Wirtschaft. Noch heute sieht die Geschäftswelt im Wohnmobilstellplatz an der Therme ein beachtliches Wirtschaftspotenzial. Einer der dies erkannt hat, ist Hubert Mauer von der gleichnamigen Bäckerei. Der hat sogar einen Wohnmobil-Service zu bieten. Morgens um 8 Uhr fährt er mit seinem Auto zum Stellplatz und liefert Brötchen, Hörnchen, Laugenstangen und Gebäck, was halt so zum Frühstück gebraucht wird. So etwas gefällt den Gästen, denn daneben bekommen sie noch frei rollendem Haus Gaslieferungen oder auch heimische Produkte, wie zum Beispiel Getränke oder Honig. Mit so viel Service ist zu erklären, dass die Gäste, die nicht nur aus ganz Deutschland, sondern auch aus dem Ausland kommen, zufrieden sind. Bei einer Umfrage stellte sich dies schnell heraus. Man schätzt die Nähe zum Kurzentrum.

„Man kann mit Bademantel zu den Anwendungen gehen und die Leute sind alle nett“, ist immer wieder zu hören. Drei Wochen Kur, das ist heute keine Seltenheit. Auf die Frage, wie man das nur im Wohnmobil aushält bekommt man die Antwort: „Man hat ja Beschäftigung, Bad und Anwendungen. Dann kann man auch in den Ort gehen, einkaufen, sich es gut gehen lassen und wenn es geht in der Sonne liegen.“

Eigentlich sind Wohnmobilisten ja Selbstversorger, meint man und trotzdem sieht die Gastronomie in Bad Königshofen keine Konkurrenz. Wolfgang Berwind von Wolfgangs Weinstube verweist darauf, dass Wohnmobilisten natürlich sich selbst versorgen, viele aber trotzdem zum Essen gehen. „Die Gäste, die ausgehen, die verteilen sich auf ganz Bad Königshofen. Sie kaufen ein, sie gehen in die Gaststätten. Wir profitieren alle vom Wohnmobilstellplatz.“ Das unterstreicht auch Hubert Mauer, der nicht nur Morgens als Lieferant am Wohnmobilstellplatz ist, sondern auch immer wieder Gäste in der Stadt bewirtet. Bad Königshofens Wohnmobilstellplatz ist damit ein wichtiges Standbein für die Kur, aber auch für die Geschäftswelt der Stadt geworden. Auszeichnungen hat der Platz viele bekommen, wobei die größte Auszeichnung für Kurdirektor Werner Angermüller die ist, „dass die Gäste, die einmal da waren, immer wieder zu uns kommen und auch neue Wohnmobilisten mitbringen.“

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