Bad Königshofen

Bad Königshofen: Die Türmergilde ist ein Aushängeschild

Die Türmer von Bad Königshofen sind nicht mehr aus dem kulturellen Leben der Stadt weg zu denken. Nachwuchssorgen gibt es aktuell nicht.
Foto: Hanns Friedrich | Die Türmer von Bad Königshofen sind nicht mehr aus dem kulturellen Leben der Stadt weg zu denken. Nachwuchssorgen gibt es aktuell nicht.

"Corona hat auch die Auftritte unserer  Türmergilde in Bad Königshofen eingeschränkt." Wie Clemens Behr, Initiator der Türmergilde, mitteilt, sind größere öffentliche Auftritte derzeit nicht möglich und auch beim Turmblasen in luftiger Höhe gilt es, den vorgegebenen Abstand einzuhalten und Hygienevorschriften zu beachten. "Wir machen aber natürlich weiter und spielen nun wieder sonntags vom Kranz des Bad Königshofener Kirchturms", sagt Behr. Mit 16 Musikerinnen und Musikern aus den verschiedenen Musikergruppen im Grabfeld fing vor 14 Jahren alles an. "Das war doch eine stolze Zahl und ein Erfolg." Gegründet wurde die Türmergilde, nachdem es keinen Stadttürmer mehr gab, man aber eine Tradition fortführen wollte. Heute ist die Türmergilde nicht mehr aus dem kulturellen Leben der Stadt Bad Königshofen wegzudenken.

Neben der Stadt Bad Königshofen unterstützt der Verein für Heimatgeschichte im Grabfeld die Türmergilde mit dem traditionellen jährlichen Türmeressen und einer finanziellen Zuwendung von 300 Euro. Coronabedingt fielen die Abschlusstreffen der Türmer im letzten Jahr aus. Clemens Behr verspricht: "Wenn wieder alles möglich ist, werden sie ganz sicher nach geholt."

33 Auftritte der Türmer sind in diesem Jahr geplant

Der Spielplan 2021 wurde von Michael Katzenberger und Clemens Behr unbürokratisch aufgestellt. Natürlich werden zuerst die Lieblingstermine der Türmer eingeplant. Der Plan 2021 sieht  vom 28. März  bis 31. Oktober insgesamt 33 Auftritte vor. Kümmerer Clemens Behr ist stolz auf "seine Türmer". In diesem Jahr geht es in die 15. Saison. Immer wieder hört man von den Musikanten, dass jeder Auftritt ein besonderes Erlebnis ist, denn wenn kirchliche und weltliche Lieder über den Dächern von Bad Königshofen hinaus in das Grabfeld gespielt werden, das sorge für Gänsehaut.

Die Kontakte innerhalb der Türmergilde sind sehr wichtig, so gibt es für die Spielerinnen und Spieler zum Geburtstag und zum Neujahr immer eine kleine Überraschung. Ein besonderer Dank geht an die Küster Michael Löhr und Christoph Steinert, die die sonntägliche  Öffnung und Schließung der Turmtür übernommen haben. Clemens Behr verweist in einem Gespräch mit dieser Zeitung darauf, dass man sonntags natürlich auch das Museum, das auf vier Stockwerke verteilt ist, ebenso die Türmerstuben den Gästen zeigt. Sie bekommen dabei alle notwendigen Informationen von hoher Warte aus über das Grabfeld, die Stadt Bad Königshofen, die Rhön, die Haßberge und das Thüringer Land.

Liebevoll gestaltet sind die einzelnen Abteilungen im Bad Königshöfer Kirchturm. Es ist das kleinste und höchste Museum in Unterfranken.
Foto: Hanns Friedrich | Liebevoll gestaltet sind die einzelnen Abteilungen im Bad Königshöfer Kirchturm. Es ist das kleinste und höchste Museum in Unterfranken.

Immer wieder gibt es auch überregionale Berichte, die zeigen, wie beliebt die Türmertradition in der ehemaligen Festungsstadt Königshofen ist. Sehr oft tragen die Gäste ihre Erlebnisse der Turmbesteigung in das Gästebuch ein. Im Heimatblatt "Das Grabfeld" des Vereins für Heimatgeschichte im Grabfeld ist der Türmertradition ein eigener Artikel von Stadtarchivar Gustav Tschochner gewidmet.

Überblick über die Geschichte der Türmergilde

Wer zum Turm emporsteigt, findet dort auch liebevoll zusammengestellte Informationstafeln, die auf die Geschichte der Türmergilde, seit der Gründung im Jahre 2007, verweisen. Schon der Aufstieg ist übrigens ein kulturelles Erlebnis und Rundgang durch die Stadtgeschichte. Auf der ersten Etage ist der einstige, teils verwitterte Korpus vom Lahnbergkreuz Eyershausen und der Korpus vom Hohen Kreuz Herbstadt ebenso zu sehen wie alte landwirtschaftliche Geräte. Ein Stockwerk darüber findet man historische Heiligenbilder von Hausaltären der Fronleichnamsprozessionen aus früherer Zeit, die von Privatpersonen zur Verfügung gestellt wurden. Es sind aber auch Bilder, wie man sie früher in den Schlafzimmern der Großeltern vorgefunden hat. Auf der dritten Etage befinden sich alte Landkarten aus der Volksschule Bad Königshofen. Die vierte Etage zeigt Exponate aus dem ehemaligen Grabfeld-Museum und verschiedene Kreuzdarstellungen.

Gestaltet und betreut werden die Exponate in den Etagen von der Arbeitsgruppe Türmergilde Bad Königshofen. Das Spiel vom Turm ist und bleibt ein Erlebnis. Sollte ein Trompetenspieler für die Türmergilde Begeisterung zeigen, dann freuen sich Clemens Behr und Michael Katzenberger über eine Anmeldung.

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