Rödelmaier

Czygan wählt: Wo Pommes und Iron in den Gemeinderat wollen

In Rödelmaier bewerben sich zwei Kandidaten mit gleichem Namen auf der gleichen Liste. Wie sollen die Wähler die beiden nur unterscheiden? Da hilft nur ein Trick.
Czygan wählt: Wo Pommes und Iron in den Gemeinderat wollen
Foto: Daniel Biscan

In Rödelmaier, der 950-Einwohner-Gemeinde in Rhön-Grabfeld, müssen acht Gemeinderäte gewählt werden. Dafür gibt es 16 Kandidaten, alle stehen auf einer Liste, der "Neuen Liste Rödelmaier". So weit, so gut. Schwierigkeiten aber machte den Verantwortlichen die Tatsache, dass gleich zwei Bewerber Christian Bauer heißen. Was also tun, damit der Wähler die beiden auf dem Stimmzettel unterscheiden kann - und am Ende das Kreuz an der richtigen Stelle macht?

Man könnte jetzt die Adresse neben den Namen in Klammern setzen oder das Geburtsdatum. Oder? In Rödelmaier entschied man sich, den beiden ihre im ganzen Dorf bekannten Spitznamen mitzugeben. Damit sich der Christian "Pommes" Bauer vom Christian "Iron" Bauer unterscheiden lässt. Guter Trick, der vielleicht in Rödelmaier verfängt, dachten wir, aber nie im Leben den bürokratischen Regelungen des Wahlrechts gerecht wird. Dachten wir.

Falsch gedacht. Auf Nachfrage der Redaktion schreibt das bayerische Innenministerium: "Namensgleiche Kandidaten müssen unterscheidbar sein, etwa durch die Angabe des Berufes oder Standes. Auch die Angabe von Spitznamen kann in Einzelfall eine Unterscheidung ermöglichen. Voraussetzung ist aber, dass ein Spitzname den Wählern tatsächlich bekannt ist." Wieder was gelernt. Und die Kollegen vor Ort überlegen schon, wie sie künftig aus dem Gemeinderat berichten. "Pommes fordert Rücktritt des Bürgermeisters" hört sich nicht wirklich seriös an.

Apropos Pommes. Mit Kartoffeln geht Thomas Eberth, der CSU-Landratskandidat im Kreis Würzburg, auf Wählerfang. Eberth verteilt die Knollen auf seinen Touren durch die Gemeinden. Er verspricht jedem, der zum Infostand kommt, "ein Kilo Biokartoffeln (solange der Vorrat reicht)". Was lernen wir daraus? Nicht mal der CSU-Bewerber vertraut mehr konventionellem Anbau. Bleibt nur zu hoffen, dass der Bauernverband das nicht mitkriegt und der ergrünten CSU mit einer weiteren Bulldog-Demo die Show stiehlt.

Starke Idee: Stadträte laufen für das Kinderhaus in Münnerstadt.
Foto: Facebook | Starke Idee: Stadträte laufen für das Kinderhaus in Münnerstadt.

Wie Wahlkampf gemeinsam geht und viele etwas davon haben, demonstrierten derweil die Grünen in Münnerstadt (Lkr. Bad Kissingen). Sie hatten die Stadtratskandidaten aller Listen, die am 15. März zur Wahl stehen, zu einem "Lauf ums Rathaus" eingeladen und sie gebeten, Sponsoren zu finden, die für jede zurückgelegte 600-Meter-Runde einen bestimmten Betrag spenden. Und siehe da: Obwohl im Münnerstädter Stadtrat gerne und durchaus heftig gestritten wird, hingen sich für den guten Zweck Vertreter aller Couleur mächtig rein - Muskelkater inklusive. Am Ende erlösten die Läufer gemeinsam über 6000 Euro für das Kinderhaus in der Stadt. Da kann man nur sagen: Respekt!

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