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Mittelstreu: Der Zusammenhalt der Familie hilft den Storaths in der Krise

Serie "Gastronomen in der Krise": Das Gästehaus Storath in Mittelstreu ist ein Familienbetrieb. Warum sich die Storaths trotz der aktuellen Lage keinen schöneren Job vorstellen können.
Auf die Unterstützung der Familie können sich Anne (von links), Rosa und Patrick Storath vom Gästehaus Storath in Mittelstreu immer verlassen.
Foto: Storath | Auf die Unterstützung der Familie können sich Anne (von links), Rosa und Patrick Storath vom Gästehaus Storath in Mittelstreu immer verlassen.

Traditionelle Familienbetriebe sind in der Gastronomie in den letzten Jahren immer seltener geworden. Vor allem die Arbeit am Abend und an den Wochenenden schreckt viele junge Menschen ab, den elterlichen Gastronomie-Betrieb zu übernehmen. Anders sieht das in Mittelstreu aus, wo Patrick und Anne Storath zum 1. Januar 2020 die Leitung des Gästehaus Storath übernommen haben. Für das junge Ehepaar sollte das Jahr 2020 überhaupt ein ganz besonders werden, denn ein halbes Jahr nach der Betriebsübernahme machte die kleine Rosa das Familienglück der Storaths perfekt. Auch beruflich wollten die beiden voll durchstarten - bis im Frühjahr 2020 die Corona-Pandemie mit voller Wucht zuschlug.

Gut laufender Betrieb ein großer Vorteil für die Neulinge

"Natürlich hatten wir uns den Start anders vorgestellt. Stattdessen mussten wir von Beginn an viel improvisieren, was uns aber ganz gut gelungen ist", sagt Anne Storath. Ihr Ehemann sieht das ähnlich. "Wir haben schnell auf Essen to go umgestellt, was von den Gästen bis heute sehr gut angenommen wird. Ein Vorteil war, dass wir einen gut laufenden Betrieb mit einem guten Ruf übernommen haben. Auf unsere vielen Stammgäste ist auch in der jetzigen Zeit Verlass. Einige kommen manchmal sogar etwas früher zum Abholen des Essens, um sich noch ein wenig unterhalten zu können."

Das Gästehaus Storath hat in Mittelstreu eine lange Tradition und ist ein wichtiger Bestandteil des Ortes. Schon am Ende des 19. Jahrhunderts gab es bei den Storaths einen ersten Bierausschank. Von Generation zu Generation vergrößerte sich der Gastronomiebetrieb und es kamen immer wieder neue Bereiche hinzu. Neben der Gastwirtschaft gibt es mittlerweile auch eine Metzgerei, einen Partyservice sowie 14 Gästezimmer. Mit Patrick und Anne Storath hat die fünfte Generation den Betrieb übernommen.

In der Gastwirtschaft hat es zwischen Anne und Patrick gefunkt

"Ich bin nicht gezwungen worden, den Betrieb zu übernehmen. Aber eigentlich stand für mich schon sehr früh fest, dass ich das einmal machen möchte", sagt Patrick Storath. Der heute 36-Jährige stand schon als kleiner Junge in der Gastwirtschaft hinter der Theke und half gerne mit. "Als ich zwölf Jahre alt war habe ich stolz gesagt, dass ich später unbedingt Metzger werden möchte." Diesen Traum hat er sich mittlerweile erfüllt. Und auch Ehefrau Anne weiß, worauf sie sich eingelassen hat. Bereits vor zwölf Jahren arbeitete die gebürtige Oberstreuerin nebenbei als Kellnerin bei den Storaths. "Wir haben uns zwar schon vorher gekannt, richtig gefunkt hat es dann aber erst bei der Arbeit", verraten die Beiden.

Schnell stand auch für Anne fest, dass sie in den Familienbetrieb einsteigen will. Bei der Buchhaltung kommt der 30-Jährigen ihr abgeschlossenes BWL-Studium zugute und auch der Kontakt zu den Gästen bereitet ihr viel Spaß. "Zudem wurde ich von der ganzen Familie super aufgenommen und konnte in den letzten Jahren schon erfahren, wie das Leben und Arbeiten in einer Gastronomie-Familie ist", sagt sie. Und das hat durchaus seine Vorteile. "Es wird nie langweilig und es ist immer jemand da, der hilft oder mal schnell die Betreuung der Kleinen übernimmt." Wie das in einem echten Familienbetrieb so ist, packen sowohl Patricks Eltern Ulrike und Manfred als auch seine Schwester Tina tatkräftig mit an. "Ohne ihre Unterstützung würde das alles auch gar nicht gehen", zeigen sich Anne und Patrick dankbar.

Klassische Familienbetriebe teilweise im Vorteil

Während der Corona-Krise haben die beiden zudem festgestellt, dass es "klassische Familienbetriebe teilweise schon etwas leichter haben als andere". So mussten die Storaths kein Personal entlassen oder in Kurzarbeit schicken. "Und als dann im letzten Sommer die Biergartensaison startete und wieder ordentlich Betrieb war, konnten wir uns auch auf unsere Freunde verlassen, die immer wieder mithelfen." Dank eines sorgfältig ausgearbeiteten Hygienekonzeptes konnten so auch das traditionelle Hoffest mit Livemusik und die wöchentlichen Grillabende stattfinden.

Auf eine gute Biergarten-Saison hoffen die Storaths auch in diesem Jahr. Das Bild entstand vor der Corona-Pandemie.
Foto: Storath | Auf eine gute Biergarten-Saison hoffen die Storaths auch in diesem Jahr. Das Bild entstand vor der Corona-Pandemie.

Nach einem guten Sommer folgte mit dem zweiten Lockdown im Herbst dann aber der nächste Rückschlag. Vor allem der Partyservice und die Hotelübernachtungen sind seitdem fast komplett weggebrochen. In den letzten Wochen wurden immer wieder Kommunion- und Familienfeiern abgesagt. "Unsere Hoffnung ist, dass es jetzt bald wärmer wird und wir zumindest den Biergarten im Hof wieder öffnen können."

Mehr Zeit für die kleine Tochter

Bis dahin können sich die Gäste weiter Essen für zu Hause abholen. Über verschiedene soziale Medien werden regelmäßig die aktuellen Speisekarten veröffentlicht und mittlerweile kann sogar per Whatsapp bestellt werden. Bei den Jüngeren ist vor allem die neue Burger-Karte an den Donnerstagen und Freitagen beliebt. "Der beste Tag ist aber natürlich der Sonntag mit den wechselnden Bratengerichten", verraten die Storaths. Und wenn es dann doch mal etwas ruhiger zugeht, dann genießen die Beiden die gemeinsame Zeit mit ihrer kleinen Tochter. "Auch das ist ein Vorteil eines Familienbetriebes. Man ist zum Arbeiten nicht irgendwo weit weg, sondern immer in der Nähe seiner Liebsten."

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