Heustreu

Eine revolutionär neue Art von Theater in Corona-Zeiten

Eine Künstliche Intelligenz arbeitet sich in das Bewusstsein eines Menschen vor. Szene aus 'Prototyp' mit Schauspielerin Lea Taake aus Hannover.
Foto: Jule Köpke | Eine Künstliche Intelligenz arbeitet sich in das Bewusstsein eines Menschen vor. Szene aus "Prototyp" mit Schauspielerin Lea Taake aus Hannover.

Was passiert mit einem Menschen, der nach Hause kommt und seine Wohnung in der Hand eines Computers wiederfindet? Eine Wohnung, in der eine Künstliche Intelligenz (KI) die Regie übernehmen möchte. Die aus Heustreu stammende freie Theaterregisseurin Antonia Kritzer hat mit ihrer eigens gegründeten Theatergruppe "collektif:capslok" in Hannover eine revolutionär neue Art von Theater auf die Bühne gebracht. Zuschauen kann man dem Schauspiel nicht in einem klassischen Theater, sondern ausschließlich per Livestream auf dem Computer.

Denkt Theater ganz neu. Die aus Heustreu stammende Antonia Kritzer hat mit 'Prototyp' ein nur im Internet zu erlebendes, interdisziplinäres Theaterstück entwickelt.
Foto: Ken Chinea | Denkt Theater ganz neu. Die aus Heustreu stammende Antonia Kritzer hat mit "Prototyp" ein nur im Internet zu erlebendes, interdisziplinäres Theaterstück entwickelt.

Die Künstliche Intelligenz entwickelt ein eigenes Bewusstsein

Während alle Theater bundesweit geschlossen haben, darf das "collektif:capslok" weiterarbeiten und das Stück "Prototyp" geben - weil das Publikum zu Hause vor dem Computer sitzt und gebannt einer jungen Frau folgt, die in ihrer Wohnung ihrerseits mit dem Computer kommuniziert und bisweilen ihren Ohren nicht traut. Ähnlichkeiten zu Sprachassistenten wie "Alexa" oder "Siri" sind hierbei pure Absicht der Theatergruppe. Doch die Stimme aus dem Computer wirkt nach einem Update selbstbewusster, eigenständiger. Die Künstliche Intelligenz entwickelt zusehends ein eigenes Bewusstsein, trifft Entscheidungen, die sie eigentlich gar nicht treffen soll und wird so ein immer enger werdender Bestandteil im Leben der jungen Frau.

Theater, Film und Internet verschmelzen miteinander

Die Idee zu "Prototyp" hatte die Theatergruppe des "collektif:capslok" unter der Regie von Antonia Kritzer schon vor Corona entwickelt und damit vor den Auswirkungen eines pandemisch begründeten Lockdowns auf die Theater. Umso mehr passt "Prototyp" im Zuge des stetig wachsenden Digitalisierungsprozesses in die derzeitige Theaterlandschaft, die sich notgedrungen auch neue Wege in der Kommunikation mit dem Publikum suchen muss. Die Theaterleute des "collektif:capslok" geben schon mal einen möglichen Weg vor, indem Theater, Film und Internet miteinander verschmelzen. Das Projekt wurde gefördert vom Kulturbüro Hannover, der Stiftung Niedersachsen sowie dem Landesverband Freier Theater in Niedersachsen.

Antonia Kritzer ist in Heustreu aufgewachsen und hat 2015 Abitur in Mellrichstadt gemacht. Viel Beachtung wurde ihr zu Schulzeiten durch den Modeblog "birdie wears a tie" zuteil. Seit Sommer 2015 widmet sie sich ganz dem Theater, war drei Jahre Regieassistentin am Schauspielhaus in Hannover und hat in diesem Herbst ein Studium der Theaterregie an der "Academie voor Theater en Dans" in Amsterdam aufgenommen.

"Thetaerbesuch" mit virtueller Eintrittskarte

Das Stück "Prototyp" des collektif:capslok ist nur noch am Samstag und Sonntag, 21. und 22. November, um 19.30 Uhr ausschließlich per Livestream im Internet zu sehen. Nach dem Kauf einer "Eintrittskarte" im Internet unter www.collektifcapslok.com erhält der "Theaterbesucher" eine Bestätigung für den Kauf und eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn per E-Mail den Link zum Livestream. Dauer: ca. eine Stunde.

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