Bad Neustadt

Eisdiele statt Schrotthandel auf dem Heinlein-Areal

Derzeit sind noch die Abrissbagger auf dem Heinlein-Gelände aktiv. Mit einer Anfrage, wie die Fläche zwischen BayWa und Alter Molkereiweg bebaut werden könnte, befasste sich jetzt der Stadtrat.
Foto: Thomas Pfeuffer | Derzeit sind noch die Abrissbagger auf dem Heinlein-Gelände aktiv. Mit einer Anfrage, wie die Fläche zwischen BayWa und Alter Molkereiweg bebaut werden könnte, befasste sich jetzt der Stadtrat.

In der letzten Sitzung vor der Sommerpause gab es im Bad Neustädter Stadtrat eine mögliche Antwort auf die Frage, die manche Bad Neustädter in den vergangenen Wochen beschäftigte: Was wird aus dem Heinlein-Areal? Auf dem knapp 16 000 Quadratmeter großen Gelände zwischen BayWa und Alter Molkereiweg sind derzeit die Abrissbagger aktiv und beseitigen die Reste des früheren Schrotthandels.

Tankstelle und Sportsbar

Dem Stadtrat lag nun eine Bauvoranfrage von REWI - Ress Wohn- und Industriebau sowie der Ziegler Beteiligungs-GmbH vor. Diese planen auf größeren Teilen der Fläche eine Tankstelle mit sechs Zapfsäulen, einen Shop mit einer Verkaufsfläche von 80 Quadratmetern samt einer Einfahrt von der früheren B 19 aus. Weiter sollen ein Fast Food Restaurant mit einer Fläche von 240 Quadratmetern, eine Eisdiele mit einer Sportsbar in zweigeschossiger Bauweise mit einer Nutzfläche von 900 Quadratmetern sowie ein Einzelhandel mit einer Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern entstehen. Auf dem Gelände sind 177 Parkplätze vorgesehen. Außerdem soll im Bereich der Tankstelle eine acht Meter hohe Werbeanlage errichtet werden.

Hintergrund der Voranfrage ist, wie Bürgermeister Bruno Altrichter erläuterte, dass die Interessenten mehr Sicherheit gewinnen möchten, bevor sie tiefer in die Planung einsteigen. Diese nicht vorhandene tiefergehende Planung machte es allerdings der Bauverwaltung wie auch dem Stadtrat nicht einfach, Stellung zu beziehen.

Öffnung der Kreuzung

In einer mehrseitigen Beschlussvorlage, die einhellig vom Gremium angenommen wurde, nahm die Verwaltung zu verschiedenen Fragen Stellung, die die Interessenten formuliert hatten, und verwies auf verschiedenste Vorgaben, die einzuhalten seien. Mehrfach wurde aber auch festgestellt, dass aufgrund der noch ungenauen Vorgaben, keine abschließende Stellungnahme möglich ist.

Das gilt zum Beispiel für die Frage nach der Einfahrt von der Bundesstraße aus. Die ist als Einbahnstraße ohne Ausfahrt an dieser Stelle vorgesehen. Probleme werden hier unter anderem gesehen, da sich unter gewissen Umständen ein Rückstau auf die Straße und die Gleisanlagen bilden könnte. Als Alternative wurde die Öffnung der Kreuzung Meininger Straße/Alter Molkereiweg angedacht. Die Thematik müsse mit den Fachbehörden genauer abgestimmt werden.

Keine Vergnügungsstätte

Was genau eine „Sportsbar“ ist, wusste auch im Stadtrat niemand zu beantworten. Klar ist allerdings, dass sie nur genehmigt werden könnte, wenn es sich nicht um eine Vergnügungsstätte im Sinne des Baurechts handelt.

Weiter wies die Stadtverwaltung darauf hin, dass sie ihr Vorkaufsrecht bei einem Teilgrundstück in Anspruch nehmen wird. Auch die 177 Stellplätze sind nach den städtischen Vorgaben nicht ausreichend. Es seien 196 Parkflächen erforderlich. Sensibel wird in der Stadt auch das Thema Einzelhandel gesehen. Da keine Angaben über das Sortiment gemacht wurden, sei eine Beurteilung des Vorhabens nicht möglich. Stattdessen wird auf Vorgaben der Stadt wie die Beschränkung der Verkaufsfläche auf unter 800 Quadratmeter oder die Vorgaben des Sortimentskonzeptes verwiesen.

Im Stadtrat war eine gewisse Skepsis unüberhörbar, allerdings wurde das Projekt von niemandem komplett abgelehnt. Das Thema, ob Bad Neustadt noch eine Tankstelle mehr benötige, müsse in diesem Rahmen nicht diskutiert werden, das sei Sache des Wettbewerbs, waren sich Karl Breitenbücher und Bürgermeister Bruno Altrichter einig.

Sensibler Bereich

Ähnlich wie der Bürgermeister hoben Sprecher aller Fraktionen hervor, dass es sich beim Heinlein-Areal um einen sensiblen Bereich am Stadteingang von Bad Neustadt handelt. Dieses „Sahnestück“, wie es Bastian Steinbach nannte, müsse städtebaulich hochwertig gestaltet werden, waren sich alle einig. Ebenso darin, dass nicht übers Knie gebrochen werden solle und man noch weit mehr Informationen benötige. Stadtbaumeisterin Barbara Stüdlein wurde dringend aufgefordert, darauf zu achten, dass hier ein schönes und hochwertiges neues Gebiet entsteht.

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