Bad Königshofen

Haus am Kurpark wird bald 40

Die einzige Kureinrichtung in Bad Königshofen, in der stationäre Kuraufenthalte möglich sind: das Mutter-Kind-Kurhaus des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Im nächsten Jahr wird das Haus, das am Sonntag im Rahmen eines Tages der offenen Tür für die Allgemeinheit geöffnet war, 40 Jahre alt.
Foto: Fotos (4): Alfred Kordwig | Die einzige Kureinrichtung in Bad Königshofen, in der stationäre Kuraufenthalte möglich sind: das Mutter-Kind-Kurhaus des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes.

Am Ende des Nachmittags waren alle glücklich: Einrichtungsleiterin Evi Bindrim, die sehr zufrieden war mit dem Interesse an ihrem Kurhaus, und die zahlreichen Besucher, die sich nach vielen Jahren wieder einmal im Haus am Kurpark in Bad Königshofen umsehen durften.

Geöffnet hatte am Tag der offenen Tür am Sonntagsnachmittag neben dem 1978 eröffnete Haupthaus in der Jahnpromenade auch das Kinderhaus am Kneuerskeller, das vor 22 Jahren gebaut wurde. „Dass sich so viele Interessierte bei uns umsehen würden, damit hatten wir wirklich nicht gerechnet“, freute sich Evi Bindrim am Montagmorgen. Sie ist erst seit relativ kurzer Zeit Einrichtungsleiterin und Geschäftsführerin des Mutter-Kind-Kurhauses, das in seiner Art in ganz Unterfranken einzigartig ist. Die gelernte Krankenpflegerin und Betriebswirtin, die mit ihrer Familie in Saal lebt, ist Nachfolgerin von Gesa Schumacher, die nach wie vor im Haus am Kurpark arbeitet.

Dass nicht nur Familien aus dem gesamten Landkreis, sondern auch viele politische Mandatsträger wie zum Beispiel die beiden stellvertretenden Landräte Josef Demar und Peter Suckfüll zu Besuch waren, zeigt, welche Bedeutung das Mutter-Kind-Kurhaus für die Badestadt hat. Vor einigen Jahren musste es noch um seine Existenz bangen. Damals führte die Gesundheitsreform dazu, dass über einen längeren Zeitraum von den Kassen viele beantragte Mutter-Kind-Kuren abgelehnt wurden. Folge: Die Auslastung des Hauses sank dramatisch.

Seit einigen Jahren ist das wieder anders. „Wie schon 2015 waren wir auch im vergangenen Jahr mit der Belegung sehr zufrieden“, so Evi Bindrim. „Und auch für das Jahr 2017 sieht es wieder sehr gut aus.

„Mit der Belegung waren wir im vergangenen Jahr sehr zufrieden“

Haus am Kurpark-Leiterin und Geschäftsführerin Evi Bindrim

Was die Besucher am meisten interessierte: Was bietet das Mutter-Kind-Haus in Bad Königshofen den kurenden Müttern und Kindern? Wie lange dauert eine Mutter-Kind-Kur und muss ich etwas zuzahlen? Wie werden die Kids im Kinderhaus betreut, während ihre Mütter im Haupthaus therapiert werden? Evi Bindrim und ihr Team, zu dem neben einigen Verwaltungskräften und Kinderpflegerinnen zahlreiche pädagogische Mitarbeiterinnen gehören, beantworteten bei Kaffee und Kuchen geduldig alle Fragen. Auch dass die von den Kassen gezahlten Tagessätze gerade so ausreichen, um die Kosten zu decken, wurde nicht verschwiegen. „Wen wir keine Spenden bekommen würden, müssten wir so manches Angebot wie unsere Reittherapie aus dem Katalog streichen“, so die Einrichtungsleiterin.

Evi Bindrim hofft, dass weiterhin private Spenden fließen und auch die Politik bei der Umsetzung von kleineren Projekten behilflich ist wie etwa beim Bau eines neuen Kletterturms im Garten des Kinderhauses, der rund 12 000 Euro kosten wird. Ob sich auch der Landkreis Rhön-Grabfeld mit einem Beitrag engagieren wird, ist zumindest nicht ausgeschlossen. Stellvertretender Landrat Peter Suckfüll schaute sich beim Tag der offenen Tür die Entwürfe jedenfalls schon mal ganz genau an.

Das Haus am Kurpark

Das Haus am Kurpark in Bad Königshofen ist eine Einrichtung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes. Eröffnet wurde es 1978 zunächst als ein reines Kurhaus für Mütter, bevor es später zum Mutter-Kind-Haus wurde. Nach diversen Umbau- und Erweiterungsmaßnahmen finden heute bis zu 30 Familien (30 Mütter, maximal 50 Kinder von ein bis 13 Jahren) im Haupthaus Platz. Tagsüber werden die Kids im Kinderhaus am Kneuerskeller betreut, während ihre Mütter die vielen Angebote im Haus am Kurpark nutzen. Dazu gehören unter anderem Kunst-, Musik- und Tanztherapien, medizinische Therapien wie Inhalationen, Massagen oder Rückenschulen, sowie Schmerz- und Ernährungstherapien. Neben den Müttern stehen auch die Kinder im Mittelpunkt. Sie haben ein eigenes Haus für ihre Aktivitäten und erfahren eine intensive Betreuung. Dazu gehört die Bewegungstherapie ebenso wie Ausdauertraining, Anti-Aggressionstraining sowie Wahrnehmungs- und Entspannungsübungen. Zur Förderung der Mutter-Kind-Beziehung gibt es Angebote wie Mutter-Kind-Entspannung, zahlreiche gemeinsame Therapieangebote und Beratungsgespräche einzeln mit Kindern oder in der Gruppe. Indikatoren für einen Aufenthalt im Haus am Kurpark sind unter anderem allgemeine Erschöpfungszustände, psychosomatische Krebsnachsorge, Krankheiten des Nervensystems oder Übergewicht. Die Kurenden kommen aus dem gesamten Bundesgebiet nach Bad Königshofen, die meisten aus Bayern, Hessen und Thüringen.
Blühen im Bad Königshöfer Mutter-Kind-Kurhaus wieder auf: Andrea Wiegand aus Körle bei Kassel und ihre Tochter Jule (Mitte). Mit im Bild Stadträtin Erika Idriss (rechts), die Bürgermeister Thomas Helbling vertrat, und Haus am Kurpark-Mitarbeiterin Julia Zoller.
| Blühen im Bad Königshöfer Mutter-Kind-Kurhaus wieder auf: Andrea Wiegand aus Körle bei Kassel und ihre Tochter Jule (Mitte).
Freuen sich über viel Besuch: Leiterin Evi Bindrim (Mitte) und ihre Mitarbeiterinnen Viola Kestler und Brigitte Jung.
| Freuen sich über viel Besuch: Leiterin Evi Bindrim (Mitte) und ihre Mitarbeiterinnen Viola Kestler und Brigitte Jung.
Neues Projekt: Gesa Schumacher, die lange Leiterin des „Haus am Kurpark“ war (rechts), erläutert dem stellvertretenden Landrat Peter Suckfüll (links) und Bad Königshofens Kurdirektor Werner Angermüller die Pläne für den neuen Kletterturm.
| Neues Projekt: Gesa Schumacher, die lange Leiterin des „Haus am Kurpark“ war (rechts), erläutert dem stellvertretenden Landrat Peter Suckfüll (links) und Bad Königshofens Kurdirektor Werner Angermüller ...
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