Sulzfeld

In Sulzfeld: Mit 90 peilt Irmgard Leuthäuser die 101 an

90. Geburtstag von Irmgard Leuthäuser und die zweite Impfung, genau zur Kaffeezeit
Foto: Hanns Friedrich | 90. Geburtstag von Irmgard Leuthäuser und die zweite Impfung, genau zur Kaffeezeit

Irmgard Leuthäuser ist mit ihren 90 Jahren eine humorvolle und optimistische Sulzfelderin. Nicht den 100. Geburtstag in zehn Jahren will sie feiern, sondern „wenn schon, dann will ich 101 Jahre alt werden,“ lacht sie. Der 90. Geburtstag am heutigen Freitag bringt für sie einige Besonderheiten: Zum einen wird sie rund eine Woche jeden Tag feiern, damit in Coronazeiten ihre drei Kinder und die acht Enkel sowie die gleiche Anzahl Urenkel ihr Jubelfest mitfeiern können. Zum anderen muss am heutigen Geburtstag die Kaffeetafel verschoben werden, „denn genau zur Kaffeezeit bekommt meine Mutter um 14.30 Uhr im Impfzentrum von Bad Neustadt ihre zweite Impfung gegen Covid 19,“ fügt ihr Sohn Harald an.

Irmgard Leuthäuser, eine geborene Straub, ist in ihrem Heimatort geboren, wie auch ihre Kinder.  Hier verlebte sie ihre Kinder- Jugend- und Schulzeit. „Damals gab es noch die kleine Schule für die erste bis vierte Klasse und die große Schule für die Fünft- bis Achtklässler. Dabei fällt Irmgard Leuthäuser ein, dass sie in den Kriegstagen auch Feldpostbriefe an „unbekannte Soldaten“ schreiben mussten.  Geantwortet haben ihr ihre zwei Cousins, die als Soldat im Krieg waren. Die sagten ihr später, dass diese Briefe sie immer aufmunterten.

Viel Spaß an den Theaterabenden 

Nach der Schule half Irmgard Leuthäuser mit ihren zwei Schwestern, in der kleinen Landwirtschaft zu Hause mit.  Später arbeitete sie am Gutshof, half bei der Feldarbeit und als Bedienung im Gasthaus Hirschen. 1950 heiratete sie Emil Leuthäuser, der 1981 gestorben ist. Aus der Ehe gingen ein Bub, sowie zwei Mädchen hervor. Alle drei wohnen in Sulzfeld. Die Jüngste, Renate, wohnt mit der Mutter im Haus, ihr Sohn Harald und die Tochter Margot besuchen sie regelmäßig. Wenn sich die 90-Jährige zurückerinnert, kommt sie auf die Theaterabende in Sulzfeld zu sprechen. „Da hab ich das alte Fräle mit dem Kopftuch gespielt und meine Kinder waren natürlich ebenfalls mit dabei.“ Lachend fügt sie an: „Wir haben immer am Ende durch den Vorhang gespitzt und wenn die Zuschauer geweint haben, wussten wir, dass wir sehr gut waren.“  Auf dem Theaterplan standen Stücke wie „Gefangen in maurischer Wüste“ oder auch Stücke mit Jägern und Wilderern.

In der Zeit als Sulzfeld zum Fremdenverkehrsort wurde, betrieb sie im eigenen Haus in der Raiffeisenstrasse eine kleine Pension und putzte die Schule von Sulzfeld. Die rüstige 90-Jährige führt heute noch ihren eigenen Haushalt, geht viel spazieren, baut im eigenen Garten Gemüse an und ist im Dorf beliebt und bekannt.  Immer mit dabei das Handy, vor allem, wenn sie ihre ausgedehnten Waldspaziergänge unternimmt, sagt ihr Sohn Harald. Langeweile kennt sie nicht, denn zu Hause liegt immer das Strickzeug griffbereit. Für den guten Zweck strickt Irmgard Leuthäuser bunte „Lappen“, für eine Strickgruppe, die dann aus den einzelnen Stücken Decken für Hilfsbedürftige zusammen näht. Das erinnert sie an die Lichtstube aus ihrer Jugendzeit. „Das war eine  schöne Zeit, als es noch eine echte Dorfgemeinschaft gab und man Zeit füreinander  hatte.“

Ein gemütliches Frühstück mit Kaffee und Zeitungslesen gehört heute ebenso zu ihrem Alltag, wie der Nachmittagsspaziergang und am Abend Unterhaltungssendungen im Fernsehen. Hier liebt sie vor allem Musiksendungen mit alten Aufzeichnungen. „Ich singe halt gerne und da kann ich dann auch mal mit singen.“  Gefragt nach dem Rezept mit 90 Jahren noch so rüstig, lebenslustig und selbständig zu sein, meint Irmgard Leuthäuser, dass sie die acht Enkel und acht Urenkel auf Trab halten, sie viel an der frischen Luft ist und jeden Abend ein Glas Rotwein trinkt. „Das hat schon mein Vater immer so gemacht,“ lacht sie. 

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