Irmelshausen

Launige Kirchweihpredigt auf YouTube

Ein ungewohntes Bild: Normalerweise geht es bei der Kirchweih in Irmelshausen gesellig und fröhlich zu. Es gibt einen Umzug durch das Dorf, Musik, Tanz und die beliebte Kirchweihpredigt. Geblieben sind im Corona-Jahr ein Gottesdienst und eine digitale Kirchweihpredigt.
Foto: Svenja Geiß | Ein ungewohntes Bild: Normalerweise geht es bei der Kirchweih in Irmelshausen gesellig und fröhlich zu. Es gibt einen Umzug durch das Dorf, Musik, Tanz und die beliebte Kirchweihpredigt.

Kirchweih zu Coronazeiten, geht das überhaupt? Warum nicht, sagten sich die Burschen und Mädchen des Burschenvereins von Irmelshausen und feierten am vergangenen Wochenende die „etwas andere Kirchweih“. Dazu gehörten der gemeinsame Gottesdienst und auch die Kirmespredigt. „Wir hatten sie noch vor dem Lockdown geschrieben", sagt Svenja Geiß. In der digitalen Welt gibt es die Kirchweihpredigt von Irmelshausen auch per Video auf YouTube, und zwar unter dem Link https://youtu.be/cBKl69-GtBQ. 

Wenn man weiß, wie normalerweise eine Kirmes in Irmelshausen abläuft, kann man nachvollziehen, dass in diesem Jahr diese mehr als nur „abgespeckt“ wurde. Normal beginnt die Kirmes am Donnerstag. Da treffen sich die Kirchweihmädchen zum Kranz binden und um 24 Uhr wird zum ersten Mal der Kirchweihspruch: "14,15 Kirmes, bonn is die Kirmes...unner, Wer säufts Bier...Mir...Juuuuh!" geschrien. Am Freitag folgt normalerweise das Knöchlesessen vom TSV Irmelshausen in der Milzgrundhalle. Viel Musik gab es immer am Samstag, denn dann wurde von den Kirmesmusikanten an jedem Haus ein Ständchen gespielt. Zur Kirmes gehörte natürlich der gemeinsame Abend mit einer großen Tanzveranstaltung. Entfallen musste aufgrund von Covid-19 auch der Umzug durchs Dorf mit anschließendem Festbetrieb in der Milzgrundhalle. Abgesagt wurde zudem der traditionelle Gögerschlag mit anschließender Kirmespredigt und dem gemütlichen Ausklang. Allerdings blieb es beim Gottesdienst am Sonntag mit Pfarrerin Beate Hofmann-Landgraf.

Kirchweih in abgespeckter Form 

Svenja Geiß berichtet in einem Gespräch mit dieser Zeitung, dass man sich, als es noch möglich war, getroffen hat, um gemeinsam die Kirchweihpredigt in Reimform zu schreiben. Eigentlich war für Sonntag ein kleiner Umzug mit extra angefertigtem Mund-Nasen-Schutz mit dem Burschenvereinslogo geplant. Danach sollte vor der Milzgrundhalle die Predigt gehalten werden und dann etwas Bewirtung durch den TSV folgen. Das wurde allerdings durch den Teillockdown zunichte gemacht. „So hatten wir am Sonntag früh gemeinsam Kirchweihgottesdienst mit Pfarrerin Beate Hofmann-Landgraf und unser Vorstand hat die Predigt gelesen, wir haben das gefilmt und es wurde auf YouTube gestellt.“ Damit hatten sich zumindest die Mühen für das Schreiben gelohnt. Außerdem wurden Bestellzettel im Dorf verteilt, sodass jeder sich die Predigt in gedruckter Form bestellen konnte.

Um was ging es aber in der Predigt? Ein bisschen verrät Svenja Geiß. Sie nennt Ereignisse, die in der Welt, in Europa und Irmelshausen im letzten Jahr passiert sind. Angesprochen wird  Corona, der Brand in Moria, die Wahl in den USA, Tönnies-Skandal, Brand in Australien und die Neuwahl des Bürgermeisters in der Gemeinde Höchheim. Wie bei einer Kirmespredigt üblich, wurden verschiedene Vorkommnisse im Dorf auf die Schippe genommen. So ging es um einen Burschen, der im Kofferraum beim Ausliefern der Essens-Bestellung während des ersten Lockdowns gefangen war, weil der Kofferraumdeckel nicht mehr auf ging. Letztendlich musste die Rücksitzbank ausgebaut werden, um den Jungen zu befreien.

Lustige Geschichten aus dem Dorfleben

Die zweite Geschichte handelt von einer Frau aus dem Dorf, die sich ein neues E-Bike gekauft hat und sich gewundert hatte, wieso das Treten trotzdem noch so schwer ging. Sie hatte vergessen, den Motor zuzuschalten und musste sich deshalb so anstrengen. Und eine weitere Geschichte handelt von einer Familie, die ihren Sohn und Enkel in England besucht hatte. Allerdings verpasste sie den Rückflug, so dass die Familie in einem Hostel übernachten musste. Nach nur zwei Stunden Schlaf ging's nach Deutschland. Allerdings landete die Maschine nicht in Frankfurt, sondern in Nürnberg. Da das Auto der Familie aber am Parkplatz in Frankfurt stand, musste man mit dem Zug nach Frankfurt fahren, um dann nach dieser Odyssee mit einem Tag Verspätung nach Hause zu kommen. Wer jetzt neugierig geworden ist, kann sich die Kirmespredigt noch auf YouTube anzuhören oder diese ausgedruckt bestellen.

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