Unsleben

Mehrheitlich gegen die Suedlink-Trasse

Die Gemeinderäte von Unsleben begaben sich bei ihrer Zusammenkunft zunächst einmal vor die Tür der Dorfscheuer, um ein Kunstwerk in Augenschein zu nehmen. Peter Diestel stellte sein Werk als Beitrag zum Kunstprojekt "Aumühle" vor, mit dem an den Abtransport von Juden in Würzburg erinnert wird. Die beiden Koffer, von denen einer in die Bezirkshauptstadt geht und der andere neben dem jüdischen Mahnmal in der Schlossgasse aufgestellt werden soll, seien jetzt fertig, erklärte der junge Mann. Mit den Räten legte er nun die genaue Platzierung des metallischen Objekts fest.

Außerdem stellte der Künstler Säulen vor, die er für den Parkplatz am Ärztehaus vorgesehen hat - die im Gremium jedoch keinen rechten Anklang fanden. Deutlich sprach sich Alfred Euring gegen das Vorhaben aus, weil durch die Säulen der ohnehin schon knappe Parkplatz noch mehr beengt werden würde. Auch im übrigen Gremium war von Begeisterung nicht viel zu spüren, so dass Bürgermeister Michael Gottwald die weitere Beratung erst einmal vertagte.

Informationsveranstaltung zur Suedlink-Verbindung

Ferner beauftragte das Gremium Ortsplanerin Sabine Kunert mit der Planung der Untersuchungen für die Sanierung der Alten Pfarrhauses. Die Kosten liegen bei 7400 Euro. Der Restaurator Martin Strauß soll dagegen für 1300 Euro die Bemalungen im Haus sichern. Um zu prüfen, ob der Dachboden ausgebaut werden kann, ist eine statische Berechnung notwendig, für die das Büro Federlein ein Angebot von 2700 Euro abgegeben hat.

Im weiteren Verlauf informierte der Bürgermeister über das Genehmigungsverfahren der Suedlink-Verbindung. Die Gemeinde wird in einem Randbereich von dem geplanten Trassenkorridor tangiert und kann daher auch eine Stellungnahme abgeben. Außerdem ist für Donnerstag, 16. Mai, in Bad Neustadt eine Informationsveranstaltung vorgesehen.

Berechnungsfehler bei Sportplatz-Bewässerung

Mehrere Räte kritisierten nicht nur den unglaublich bürokratischen und technischen Aufwand, sie bezweifelten überhaupt die Notwendigkeit des Stromimports. Bei konsequenter Umsetzung der Energiewende könnte der notwendige Strom vor Ort produziert werden, war der Tenor. "Doch mit solchen Projekten werden jegliche Initiativen für eine regionale Selbstversorgung kaputt gemacht", missbilligte Diestel das Projekt.

Gottwald informierte weiterhin über einen Berechnungsfehler für die Abrechnung der Bewässerung des Sportplatzes. Danach wurden seit zehn Jahren etwa 10 000 Euro vom TSV zu wenig eingefordert. Ein Teil kann über eine Versicherung abgedeckt werden, ein Teil der Forderungen ist allerdings verjährt und ein Teil kann noch vom Sportverein nachgefordert werden. Offen ist letztendlich ein Betrag von 4000 Euro. Auf Vorschlag von Gottwald sollen dem Verein etwa 1300 Euro erlassen werden, was die Gemeinderäte auch bestätigten.

 

      

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