Niederlauer

Niederläurer Wald: Holzpreise sind im Keller

Sehr gute Möglichkeiten zum Kauf von Brennholz im Hinblick auf Preis und Menge bieten sich aktuell für private Interessenten.
Foto: Manfred Mellenthin | Sehr gute Möglichkeiten zum Kauf von Brennholz im Hinblick auf Preis und Menge bieten sich aktuell für private Interessenten.

Der Gemeindewald stand im Mittelpunkt der Gemeinderatssitzung des Niederläurer Gemeinderats in Unterebersbach. Hubert Türich (Abteilungsleiter Forsten 2 des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten), informierte ausführlich über die Situation im Niederläurer Gemeindewald. Er gab einen Rückblick auf das Betriebsjahr 2019 und stellte den Jahresbetriebsplan für das Jahr 2020 vor.

„Die Preise für Holz sind absolut im Keller“, stellte Hubert Türich klar und sah als Ursache das aktuell sehr große Angebot, bedingt durch nicht geplante, aber unabdingbar gewordene Abholzungen, aber auch darin, dass die Hauptabnehmer aus Österreich und China momentan weniger Holz abnehmen. Der Blick auf den Gemeindewald verlief eher pessimistisch. Borkenkäfer und andere Schädlinge sowie Windwurf machten das Fällen in vielen Wäldern nötig, die Verkaufssituation ist wegen des großen Angebots aber sehr unattraktiv.

Gemeindewald erbringt ein Minus von knapp 3000 Euro 

„Wenn Holz stehen bleiben kann, lassen wir es stehen“, so Hubert Türich. Er wies auch darauf hin, dass Schadholz in kleineren Mengen nicht vermarktbar ist. Der Abteilungsleiter für die Forstbewirtschaftung warb dafür, dass gerade in der aktuellen Situation private Nutzer mit Blick auf Menge und Preis sehr gute Möglichkeiten hätten, Holz zu erwerben. Nicht förderlich ist aktuell auch die Klimasituation, schon seit vielen Jahren leiden die Bäume unter hohen Temperaturen und Wassermangel.

Für 2020 stehen Wiederaufforstungen in Bereichen, wo durch den Borkenkäferbefall Holzeinschlag nötig geworden war, an. Für das Jahr 2020 geht Türich von Ausgaben in Höhe von 18 570 Euro aus, die sich aus den Kosten für den Holzeinschlag, die Pflanzung von Neukulturen, dem Wegeunterhalt, der Forstbetreuung und sonstigen Bewirtschaftungskosten zusammensetzen. An Einnahmen erwartet Türich 15 450 Euro. Somit wird der Gemeindewald ein Minus von knapp über 3000 Euro bescheren.

Gemeinderat versagt sein Einvernehmen zu Kuhstall-Bau

Erfreut zeigte sich der Rat über eine schon traditionelle Spende des Bestattungsinstitut Suckfüll in Höhe von 2000 Euro, die für die Denkmalpflege in Niederlauer verwendet werden wird. Niederlauer schloss sich dem Beispiel etlicher Gemeinden im Bereich der Verwaltungsgemeinschaft Bad Neustadt an und passte seine Satzung über Aufwendungs- und Kostenersatz für Einsätze und andere Leistungen der gemeindlichen Feuerwehren den vorgeschlagenen Sätzen der VG an.

Dem Gemeinderat wurde ein Bauantrag zum Neubau eines Mutterkuhstalls mit Festmistlager und Jauchegrube in der Saalestraße 10 in Oberebersbach vorgelegt. Derzeit werden die Kühe in einem Anbindestall auf dem Grundstück gehalten. Der Stall soll 20,48 Meter breit und 18,48 Meter tief werden. Die Firsthöhe Richtung Norden beträgt etwa 13 Meter und Richtung Süden elf Meter. Die Jauchegrube mit einem Volumen von 172 Kubikmetern wird unter dem Festmistlager errichtet.

Garage darf zur Wohnung umgebaut werden

Von der Verwaltung wurde festgestellt, dass sich der neue Stall aus städtebaulicher Sicht nicht in die Eigenart der näheren Umgebung einfügt. Die Firsthöhe des Neubaus ist auch nahezu doppelt so hoch wie der bestehende Stall. Diese Feststellungen waren neben weiteren Gründen die Grundlage für die Ablehnung des vorgelegten Bauantrags.

In Kenntnis gesetzt wurde der Gemeinderat von einem Bauantrag zur Nutzungsänderung einer Garage am Rück in Niederlauer zu einer Wohnung. Bestehen bleiben soll eine Einzelgarage, die rund 70 Quadratmeter große Garage soll durch bauliche Veränderungen im Innenbereich, dem Austausch des Garagentores und dem Einbau von Fenstern zu einer Wohnung umgebaut werden.

Die neuen Kunstwerke am Ortsausgang Richtung Burglauer von Jimmy Fell, in welchen auch Bauschutt Verwendung fand, sorgen für Gesprächsstoff auch im Niederläurer Gemeinderat.
Foto: Manfred Mellenthin | Die neuen Kunstwerke am Ortsausgang Richtung Burglauer von Jimmy Fell, in welchen auch Bauschutt Verwendung fand, sorgen für Gesprächsstoff auch im Niederläurer Gemeinderat.

Kunstwerke von Jimmy Fell sorgen für Gesprächsstoff

Umgesetzt werden soll der Vorschlag aus dem Gemeinderat, die Zeiten der regelmäßigen Verkehrsüberwachungen variabler zu gestalten. So werden in der Niederläurer Brückenstraße zu Arbeitsbeginn und zum Arbeitsende teils Spitzengeschwindigkeiten, die an die 100 km/h herangehen, erreicht. Zu der standardmäßigen Messzeit am Nachmittag mit einem Autofahrern allseits bekannten Caddy, ist im wahrsten Sinn des Wortes „wenig Betrieb“.

Mit Interesse wurden auch die neuen Kunstwerke des Künstlers Herbert „Jimmy“ Fell wahrgenommen. Der im Dorf mehrfach geäußerten Vermutung, dass es den Anschein habe, dass unmittelbar am Ortsausgang Bauschutt entsorgt wurde, widersprach Bürgermeister Richard Knaier energisch. Es handele sich zwar um Bauschutt, dieser sei jedoch ein beabsichtigter Bestandteil des Kunstprojekts.

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